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v.l.: Mathis Huber (Intendant styriarte), Michael Schilhan (Intendant Next Liberty Jugendtheater), Anna Badora (Intendantin Schauspielhaus Graz und design. Intendantin Volkstheater Wien), Peter Pakesch (Intendant Universalmuseum Joanneum) und Bernhard Rinner (GF Theaterholding Graz / Steiermark sowie Intendant Opernhaus Graz GmbH und Spielstätten Graz GmbH). Foto: Heimo Ruschitz

Grazer Kulturchefs geschlossen: „Nein zur Ticketsteuer!“

Dienstag, 03. Februar 2015

Die Intendantinnen und Intendanten der Grazer Kulturorganisationen taten im Rahmen einer Pressekonferenz ihren Unmut zur geplanten Anhebung der Ticketsteuer kund und erklärten, welche Auswirkungen die Erhöhung für Museen, Bühnen und Festivalszene sowie deren Publikum hat. Das Kunst- und Kulturangebot in Österreich würde zunehmend zu einem Luxusgut verkommen, was kultur-, bildungs- und gesellschaftspolitisch in vielerlei Hinsicht ein desaströses Signal sei. Die steirischen Kulturveranstalter beteiligen sich zudem an der Online-Petition Nein zur Ticketsteuer um gemeinsam dazu aufzurufen, sich gegen die finanzielle Mehrbelastung zu wehren.

Die Anhebung der Ticketsteuer ist ein „barbarisches Signal mit unabsehbaren Folgen für das Gemeinwesen“, das die „horizonterweiternde Auseinandersetzung mit Kulturangeboten noch weiter von der Lebenswelt vieler Menschen wegrückt, „gesellschaftspolitisch ein Schritt in die völlig falsche Richtung“ und ein Zeichen dafür, „dass Kultur in der Meinung der österreichischen Bundesregierung nicht zu den lebenswichtigen Gütern zählt“.

Finanzielle Mehrbelastung für das Publikum

Drastisch formulierten die Intendantinnen und Intendanten der Grazer Kulturorganisationen – Veronica Kaup-Hasler (steirischer herbst), Mathis Huber (Intendant Styriarte), Peter Pakesch (Intendant Universalmuseum Joanneum), Bernhard Rinner (GF Theaterholding Graz / Steiermark sowie Intendant Opernhaus Graz GmbH und Spielstätten Graz GmbH), Anna Badora (Intendantin Schauspielhaus Graz und design. Intendantin Volkstheater Wien) und Michael Schilhan (Intendant Next Liberty Jugendtheater) – die Folgen einer von der Regierung angedachten Mehrwertsteuererhöhung auf Eintrittskarten gerade für jene Kulturbereiche, in denen Österreich nach wie vor Weltrang genießt. Angesichts der finanziellen Lage vieler Häuser wären Kulturinstitutionen gezwungen, die Teuerung an das Publikum weiterzugeben, sodass die Angebote letztendlich nur noch für wenige Wohlhabende leistbar wären.

Katastrophale Folgen, beängstigende Entwicklung

Die ökonomischen und soziokulturellen Auswirkungen wären katastrophal: Der gesellschafts- und bildungspolitische Auftrag der Kulturinstitutionen, die allen Gesellschaftsgruppen – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und dem Bildungsstatus – offenstehen und eine kritische Auseinandersetzung mit den vielfältigen kulturellen, historischen, ökonomischen sowie sozialpolitischen Themen, ermöglichen sollen, wird unterminiert. Durch geringere Auslastungen werden weniger Einnahmen lukriert, der Subventionsbedarf steigt und Umwegrentabilität geht verloren.

In den unterschiedlichen Standorten sowie über Newsletter möchte man das Publikum nun über die Folgen der Erhöhung aufklären, auf die Petition Nein zur Ticketsteuer aufmerksam machen und um Unterstützung bitten.