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Bilder der Ausstellung "Durch Österreich" und die fotografischen Ergebnisse der Reisen Inge Moraths zur südsteirischen Grenzregion im Jahr 2001/"Grenz.Räume" sind erstmals vereint im Greith-Haus zu sehen. (Beide Ausstellungen posthum von Kurt Kaindl und Brigitte gestaltet.)

Strudelvorführung, Wien 1980

Strudelvorführung, Wien 1980

An der Grenze

Donnerstag, 16. April 2015

Von Michaela Vretscher

Als „heimliche Sehnsucht“ bezeichnete die 2002 verstorbene, international bekannte Fotografin Inge Morath eine Reise zu den Ursprüngen, – in die steirisch-slowenische Region, auf der sie die Journalistin und Filmemacherin Regina Strassegger im Jahr 2001 begleitete. „Grenz.Räume“ ist das eindrucksvolle Ergebnis dieser Ausflüge in die Heimat Moraths Vorfahren. Der Film gewährt tiefe Einblicke sowohl in jene persönliche Spurensuche und Erinnerungen an die Kindheitstage als auch in das Leben der Bewohner des Grenzlandes im Verlaufe von Jahrzehnten. Vergangenheit und Gegenwart, Biografisches und historischer Rückblick, Trennung und Vereinigung fließen in diesem Werk zusammen. Berührende Szenen, herzhafte Dialoge; Inge Morath zwischen zotteligen Perchten, die den Winter austreiben, – beim Karneval in Ptuj, beim Spaziergang durch die Gassen von Maribor, wo ihre Mutter einst die Realschule besuchte, bei Winzern und in Gasthäusern, – immer die direkte Begegnung im Visier der Kamera, – teils in Distanz, teils Nähe suchend. „Viele ihrer Bilder sind wie Gemälde komponiert“, betonte der Schriftsteller Arthur Miller, mit dem die gebürtige Grazerin („Die Mur ist mein Geburtsfluss“)vierzig Jahre lang verehelicht war.

Ein Großteil der auf dieser – ihrer letzten – Reise entstandenen Fotos ist im Greith-Haus noch bis 19. April 2015 zu bewundern.

www.greith-haus.at