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VerNETZung

Montag, 14. November 2016

Von Michaela Vretscher

Ihr Debüt als Ausstellungspartner begehen Herbert Brandl und Edelgard Gerngross in der Grazer Galerie Reinisch Contemporary. Vielschichtig präsentiert sich die Komposition der beiden Künstler in Bezug auf Intention und Material, in Gegenüberstellung wie auch in Parallelbewegung von Malerei und Skulptur.

Kurz nach dem Eingang in die Galerie erschwert ein großmaschig gehäkeltes Netz den freien Blick in die fantastische Welt, – gespickt mit Kreationen aus Professionalität, experimentellem Einsatz, Leidenschaft.

Brandl, international renommiert, hervorstechend u. a. als Gestalter monumentaler Öl-Gemälde, wartet nun mit Kleinformaten auf – gemalt in Chinesischer Tusche, üppig „zubereitet“ und konserviert mittels eines Epoxidharzes – welche nach zahlreichen Schleif- und wiederholten Streichvorgängen aufgrund mehrerer belegter delikater Schichten an geologische Prozesse erinnernd, eine Art von Dreidimensionalität beim Betrachter hervorrufen.

Kraftvoll zeigen sich die Bilder Brandls, dynamisch in besonderer Weise die Arbeiten von Gerngross. Sie belebt die Kunstlandschaft mit faszinierenden Spezialitäten, erschaffen aus einer Vielzahl von Strukturen:Als Zentrum der Ausstellung wächst eine Säule aus gedrehtem Eisendraht samt grazilen Querverstrebungen in den Himmel; am Rande thront ein Jute-Haus auf einem Ast; riesige, mit Heu gefüllte Säcke, genäht aus altem Leinenhanf-Gemisch in strahlendem Gelb und Schwarz mit Flicken und Kreuzstich bedürfen ihrer eigenen Abgeschiedenheit; feine kubische Elemente aus Draht beherbergen „gefesseltes“ wie „freies“ Gut; auf antikem Moorholz rastet eine farbenprächtige Patchwork-Decke. Dieses und mehr, – Natur, Kultur, Technik, schöpferischer Geist verknüpft mit verborgenen Vibrationen unseres Daseins; das Leben in sämtlichen Facetten spiegelt sich in dieser Ausstellung wider, zu bewundern bis 19. November 2016.

Weitere Infos:

www.reinisch-contemporary.com