2015-12-15 18.41neu

Neurochirurgin OA Dr. Verena Gellner und HNO-Spezialist Ass.Prof. Priv.-Doz. Dr. Peter Valentin Tomazic sind ein eingespieltes Operationsteam (v.l.). : LKH-Univ. Klinikum Graz

Univ.-Prof. Dr. Michael Mokry, OA. Dr. Verena Gellner, Patient Hubert K. und Ass.Prof. Priv.-Doz. Dr. Peter Valentin Tomazic (v.l.)
Foto: M. Kanizaj/LKH-Univ. Klinikum Graz

Univ.-Prof. Dr. Michael Mokry, OA. Dr. Verena Gellner, Patient Hubert K. und Ass.Prof. Priv.-Doz. Dr. Peter Valentin Tomazic (v.l.) Foto: M. Kanizaj/LKH-Univ. Klinikum Graz

Mittels endoskopischer Methode und Vier-Hand-Technik wird das Augenlicht des Patienten gerettet.
Foto: LKH-Univ. Klinikum Graz

Mittels endoskopischer Methode und Vier-Hand-Technik wird das Augenlicht des Patienten gerettet. Foto: LKH-Univ. Klinikum Graz

Der durch die Nase entfernte Tumor hatte etwa die Größe eines Auges.
Foto: LKH-Univ. Klinikum Graz

Der durch die Nase entfernte Tumor hatte etwa die Größe eines Auges. Foto: LKH-Univ. Klinikum Graz

Vier Hände gegen den Tumor

Donnerstag, 24. November 2016

Eine Neurochirurgin und ein Hals-Nasen-Ohren-Spezialist konnten am LKH-Univ. Klinikum Graz mittels Vier-Hand-Technik einen Tumor über die Nase entfernen. Der Tumor, der hinter dem Auge lag und schon die Größe des Auges hatte, galt als inoperabel und hätte zum Erblinden des Patienten geführt. Ein Jahr nach der Operation steht fest: Der Eingriff ist gelungen – auch das Sehvermögen des Patienten hat sich deutlich verbessert.

Der 12. November ist für den Salzburger Hubert K. ein besonderer Glückstag! 2015 bekam der 49-Jährige an genau diesem Tag die Sehkraft seines linken Auges zurück, die er bereits verloren geglaubt hatte. Ein sogenanntes Orbitahämangiom, ein gefäßreicher Tumor, wucherte direkt hinter dem Auge und hätte zur Erblindung geführt, wenn nicht die Neurochirurgin, OA Dr. Verena Gellner, und der HNO-Spezialist, Ass. Prof. Priv.-Doz. Dr. Peter Valentin Tomazic, am LKH-Univ. Klinikum Graz den Tumor mittels Vier-Hand-Technik endoskopisch über die Nase entfernt hätten. Eine interdisziplinäre Meisterleistung, die weltweit ihresgleichen sucht.

Bei Hubert K. wurde das Orbitahämangiom zufällig entdeckt: Der Salzburger hatte sich als Proband für eine MR-Untersuchung zur Verfügung gestellt, dabei wurde der Tumor bemerkt, den er vermutlich schon seit seiner Geburt hatte. Zwei Jahre lang blieb die Situation unverändert, dann begann der Tumor plötzlich zu wachsen und drückte, da er direkt hinter dem Augapfel lag, diesen nach vorne. „Meine letzte Option wäre nun gewesen, so lange zu warten, bis ich blind bin und dann operieren zu lassen“, erzählt Herr K. Wäre er erblindet, hätte man den Tumor entfernt, da das Auge – drastisch ausgedrückt – dann ohnehin nicht mehr brauchbar gewesen wäre.

Auf Empfehlung eines Salzburger Augenarztes kam der Patient ans LKH-Univ. Klinikum Graz, wo dann die Operation erfolgte. Es war eine Präzisionsarbeit der Neuchirurgin und ihres Kollegen von der HNO. Zur Vier-Hand-Technik: „Die interdisziplinäre OP-Technik lebt von dem perfekten Zusammenspiel der Akteure: „Es ist wie tanzen. Je besser man aufeinander eingestellt ist, desto erfolgreicher ist man“, bringt’s die Neurochirurgin auf den Punkt. Patient Huber K.: „Meine Sehleistung ist auf dem linken Auge inzwischen von 20 Prozent auf 50 Prozent gestiegen, was für mich als Busfahrer vor allem auch heißt, dass ich meinen Beruf weiterhin ausüben kann.“