PK Lehrlingsstudie_c_Graf AK Stmk

v.l.: Patrick Lang (Maschinenbautechnik-Lehrling im 3. Jahr bei Siemens AG), Mag. Ursula Strohmayer (Leiterin AK-Bildungsabteilung), Präsident Josef Pesserl, Mag. Claudia Brandstätter (Studienautorin und Geschäftsführerin bmm) und Gerhard Czelecz (Ausbildungsleiter Siemens AG). Foto: AK Stmk/Graf

Lehrausbildung besser als ihr Image

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Ist die Lehre wirklich so schlecht, wie ihr Ruf? Im Auftrag der AK Steiermark wurden 450 Jugendliche vom Grazer Meinungsforsch-ungsinstitut bmm befragt, was sie über die Lehrausbildung denken.

„Wir haben Lehrlinge sowie Jugendliche, die eine Lehrausbildung anstreben, bzw. die keine Lehre planen, befragt“, erklärt bmm-Geschäftsführerin Claudia Brandstätter und resümiert: „Die Lehrausbildung ist besser als ihr Image.“

Fast 90 Prozent der Lehrlinge finden eine Lehrausbildung als (sehr) attraktiv. Ihre Hauptmotivation: „eigenes Geld verdienen“, „Praxisorientierung“ bzw. eine abgeschlossene, fundierte Berufsausbildung zu haben.

Umgekehrt sehen 26,3 Prozent jener Jugendlichen, die keine Lehre planen, überhaupt keine Vorteile in einer Lehrausbildung. Als Hauptgrund nennen sie „geringeren Verdienst/weniger Gehalt als mit Matura“. Weitere Gründe sind „früh arbeiten müssen“ und „weniger Allgemeinbildung“.

Breitere Wege zur Lehrausbildung
Laut Studie ist die Lehre mit Matura für 70 Prozent der Befragten weniger bzw. nicht attraktiv. Ein Grund dafür ist die Doppelbelastung. Geht es nach AK-Präsident Josef Pesserl, sollten Wege gefunden werden, Lehrausbildungen nach der Matura zu forcieren. Dazu müssten die rechtlichen Grundlagen für eine gegenseitige Anrechnung von Schul- und Lehrzeit geschaffen werden.

Informationsoffensive
Einigkeit besteht über alle Zielgruppen hinsichtlich des Informationsstandes zu den verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten: Auf einer Skala von 1 bis 4 fällt die Note mit 2,3 eher dürftig aus. „Dieser Mangel an Informationen führt in vielen Fällen zu einer völlig falschen Einschätzung der Berufsaussichten und Verdienstmöglichkeiten“, sagt Pesserl. Als Konsequenz erneuert er die Forderung nach einer Informationsoffensive: Bildungs- und Berufsorientierung als Pflichtfach in allen Schultypen. Auch Eltern müssten besser in die Bildungs- und Berufsorientierung einbezogen werden.