Eduard Fuchs from Austria races during the 11th stage Ulan-Ude-Chita at the Red Bull Trans-Siberian Extreme race in Russia on July 20th, 2016.

Foto: Denis Klero/Red Bull Content Pool

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1.400 km nonstop im Sattel!

Sonntag, 01. Januar 2017

Grazer Extremsportler Eduard Fuchs wurde Zweiter bei der dreiwöchigen Red-Bull-Trans-Siberian-Extreme-Tour

Treffen wir uns in der Redaktion.“ Und natürlich kam Eduard Fuchs nach dem Training mit dem Fahrrad vorbei. Er ist selbst als Extremsportler ein Ausnahme-Athlet und seit 20 Jahren Berufsunteroffizier beim Österreichischen Bundesheer in Graz in der Belgier Kaserne. 1.400 Kilometer lang war die längste Etappe beim Red-Bull-Trans-Siberian-Extreme-Rennen im vergangenen Sommer in Russland. Eduard Fuchs bewältigte die Strecke in der unvorstellbaren Zeit von knapp 56 Stunden. Praktisch ohne Schlaf.

„Bei unserem Sport geht es darum, dass du Leistung unter Schlafentzug bringen kannst. Wer das besser kann, der gewinnt. Das ist die Herausforderung. Der eine schafft 40 Stunden, der andere 60. Und mir gelingt das“, so Eduard Fuchs. Insgesamt ging die Trans-Siberian-Ex-treme-Tour über 9.300 Kilometer und dauerte drei Wochen. Das Fahrerfeld bestand aus sechs Solisten und zwei Zweier-Teams, wo sich die Fahrer abwechseln dürfen. Die kürzeste Etappe betrug 400 Kilometer. Der Start war am 5. Juli in Moskau und das Ziel nach 14 Etappen Wladiwostok. Es galt, 80.000 Höhenmeter zu schaffen und sieben Zeitzonen zu durchfahren.

„Die körperliche Herausforderung ist das eine, die mentale ist in diesem Fall noch größer“, so Eduard Fuchs. „Du kommst in Phasen, wo du zum Beispiel an einen Freund denkst oder gedacht hast und du siehst ihn dann in der Ferne vor dir stehen. Und wenn du näher kommst, merkst du auf einmal: Das ist nicht dein Freund, sondern eine Stopp-Tafel. Du kommst logischerweise oft in ein Tief hinein und musst wieder heraus finden. Das ist die Kunst. Und weil das Ganze drei Wochen dauert, musst du auch mit deinen Kräften dennoch haushalten. Es gibt alles, was man sich vorstellen kann auf diesen 9.300 Kilometern: Dichten LKW-Verkehr, unzählige Baustellen, schlechte Straßen, eisigen Wind, tropische Hitze, Mückenschwärme, sturzflutartige Regenfälle, bis hin zum Schneefall. Aber auch traumhafte Landschaften und eine Kulisse, die unvorstellbar ist.“

Bis zum Vorjahr war das Race Across America mit knapp 5.000 Kilometern das längste Radrennen der Welt. Bis eben dann zum ersten Mal im Jahr 2015 die Red-Bull-Trans-Siberian-Extreme-Tour ihre Premiere hatte. „Mit vielen Kinderkrankheiten“, wie Edi Fuchs, der bei der Premiere Zweiter wurde. Heuer war die Organisation schon professionell. Ärzte, Notfallmediziner, Mechaniker und ein eigenes Küchenfahrzeug sorgten für die Betreuung. Da gab es alle 200 Kilometer einen Stützpunkt, die Betreuer wurden dort gelabt und auch die Rennfahrer erhielten ihre Verpflegung, die ihnen von den Betreuern überbracht wurde. „Denn für eine Pause nahm sich niemand die Zeit“, so Fuchs. Mit Fotografen- und Kamera-Teams betrug der Tour-Tross knapp 100 Leute.

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