Erwin-Wurm-Ansicht-Kunsthaus-Graz-02

Ansicht "Erwin Wurm", 2017

Fotos: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner, © Bildrecht, Wien 2017

Fotos: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner, © Bildrecht, Wien 2017

Erwin Wurm im Kunsthaus

Samstag, 08. April 2017

Im Kunsthaus ist bis 20. August der „Wurm“ drin – zumindest einige seiner aktuellen Arbeiten. Neu daran ist vor allem die radikale Weiterentwicklung der „One Minute Sculptures“, die Erwin Wurm den endgültigen internationalen Durchbruch gebracht haben.

Die berühmten „One Minute Sculptures“ sind plastische Handlungen, die nur einen kurzen Moment lang existieren und einzig in der Vorstellung des handelnden Betrachters bestehen bleiben. In seiner aktuellen Ausstellung „Fußballgroßer Tonklumpen auf hellblauem Autodach“ hat der steirische Künstler bei seinen „Wortskulpturen“ die reale Gegenstandswelt gänzlich ausgespart: es gibt keine Requisiten mehr, das Publikum wird einzig mit der Idee des Skulpturalen konfrontiert. So wird man im Kunsthaus auf Akteure treffen, die sich von Sockeln herab direkt an das Publikum wenden und beispielsweise sagen: „Fußballgroßer Tonklumpen auf hellblauem Autodach“. Die Besucherin, der Besucher kommt gar nicht umhin, sich diese Situation vorzustellen, diesem Bild zu folgen und erzeugt damit die Skulptur gleichsam selbst. So sind Erwin Wurms „Wortskulpturen“ Sinnbilder einer vom Menschen erzeugten Welt.

Quelle: „Steiermark Report“ #211 April 2017