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Präsentation der Kampagne „Weniger Alkohol, mehr vom Leben“. V.l.: Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark Michael Koren, Renate Hutter von der Drogenberatungsstelle des Landes Steiermark und Gesundheitslandesrat Christopher Drexler. Foto: Gesundheitsfonds Steiermark/Streibl

„Weniger Alkohol – Mehr vom Leben“

Donnerstag, 27. April 2017

Das Land Steiermark startet eine neue Kampagne gegen übermäßigen Alkoholkonsum. Im Rahmen des steirischen Alkoholpräventionsplans will die Landesregierung die Steirerinnen und Steirer über die Folgen von zu viel Alkohol informieren, und gleichzeitig eine Bewusstseinsänderung zum Thema herbeiführen. Durchgeführt wird die Kampagne vom Gesundheitsfonds Steiermark.

„Ziel ist es, die Belastungen durch den übermäßigen Alkoholkonsum bei den Betroffenen, dem unmittelbaren Umfeld und letztlich in der gesamten Gesellschaft zu reduzieren“, so der Gesundheits-Landesrat Christopher Drexler.

„Alkoholabhängigkeit hat damit nicht nur schwerwiegende Folgen für die Betroffenen, sondern auch für ihre Partnerinnen und Partner, ihre Familie – und besonders die Kinder“, sagt Renate Hutter von der Drogenberatung des Landes Steiermark und fährt fort, dass gerade frühzeitige Erkennung und Hilfe wichtig seien und der Spruch „erst wenn einer am Boden liegt, ist er bereit für Veränderung“ zu verwerfen sei.

„Über 50.000 Steirer sind alkoholabhängig, weitere 125.000 sind gefährdet und zeigen ein sogenanntes „problematisches Konsumverhalten“. Damit ist die Steiermark überdurchschnittlich betroffen“, darauf verweist der Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Steiermark, Michael Koren.

KLIPP fragte LR Drexler, wie er dazu stehe, dass ja in Wahrheit ständig zum Alkoholkonsum geladen wird mit beispielsweise jährlichen Weinfesten und gerade Personen des öffentlichen Lebens oder VIPs dabei oft als Erwachsenenvorbilder versagen und den Alkoholkonsum sogar fördern, ja sogar in besonderem Maße gesellschaftsfähig machen; da ist insbesondere das Oktoberfest als „Massenbesäufnis“ in München zu nennen, auf welchem jedes Jahr der Münchner Oberbürgermeister mit seinem „O´zapft is“ das „Sauffest“ eröffnet. Das Oktoberfest findet weltweit Nachahmer und zieht Gäste aus der ganzen Welt an. LR Drexler wolle keine Zustände wie in den 1920ern in den USA (Prohibition) herbeiführen und den Alkohol völlig verbieten, stimme aber zu, dass Alkohol zu leicht gesellschaftsfähig gemacht wird. Es geht ihm in erster Linie um Prävention, frühe Erkennung und Beratung, insbesondere bei Jugendlichen, auch sei eine betriebliche Alkoholprävention mit Schulungen für Gastronomie, Handel, Tankstellen, Vereine, Verantwortliche von Festveranstaltungen (u.a. Thema Jugendschutz) notwendig.

Unter www.mehr-vom-leben.jetzt werden Alternativen gezeigt, wie weniger Alkohol zu einem positiveren Lebensstil führen kann.