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Fotos: Heimo Ruschitz

Stadtrat Kurt Hohensinner, Vizekanzler Wolfgang, Anstaltsleiter Josef Mock und General Josef Schmoll

Stadtrat Kurt Hohensinner, Vizekanzler Wolfgang, Anstaltsleiter Josef Mock und General Josef Schmoll

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Besuch des Ausbildungszentrums Graz-Karlau

Besuch des Ausbildungszentrums Graz-Karlau

Rundgang durch die Karlau mit Justizminister

Donnerstag, 01. Juni 2017

Hoher Besuch in der Justizanstalt Graz-Karlau: Vizekanzler und Bundesminister für Justiz Wolfgang Brandstetter machte im Rahmen seines Steiermark-Tages einen Rundgang – gemeinsam mit dem Grazer Bildungs- und Sozialstadtrat Kurt Hohensinner. Die Arbeit der Justizwachebeamten könne nicht hoch genug gewürdigt werden, betonen die beiden. Meistern sie doch täglich im Spannungsfeld zwischen der Sicherheits- und Betreuungsleistung eine enorm wichtige Aufgabe – nämlich die Insassen auf ein Leben nach der Haft vorzubereiten. „Ihre Arbeit geht weit über das Wegsperren und Verwahren hinaus. Das macht den Job ja auch so attraktiv und zeigt, dass wir für alle jene der richtige Arbeitgeber sind, die eine anspruchsvolle Herausforderung suchen“, so Minister Brandstetter in Graz vor Journalisten.

Anstaltsleiter Josef Mock und General Josef Schmoll führten die Herrschaften durch die Justizanstalt: „Wir verfügen über eine Aufnahmekapazität von 522 Personen und sind für den Vollzug von über 18-monatigen Freiheitsstrafen an erwachsenen Männern zuständig.“ Die Justizanstalt ist primär auf die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit, die Heranführung zur Arbeit und die Möglichkeit zur Berufsausbildung seiner Insassen ausgerichtet. Die Möglichkeit für Insassen einer Arbeit und damit auch einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen, ist für die spätere Resozialisierung ungemein wichtig und wird von den Strafgefangenen gut angenommen. Stadtrat Kurt Hohensinner: „Zentral für mich ist auch, dass die Häftlinge in Form einer Lehre die Möglichkeit haben, sich auf die Zeit nach der Haft vorzubereiten. Bildung und Ausbildung sind der Schlüssel für die spätere gesellschaftliche Teilhabe.“

In der Justizanstalt Graz-Karlau gehen die Strafgefangenen das ganze Jahr über in hauseigenen Betrieben einer Arbeit nach – wie etwa der Buchbinderei, einer Kfz-Werkstätte, der Tischlerei oder anderen Werkstätten. Darüber hinaus kann im klassischen dualen Ausbildungssystem in neun verschiedenen Berufen eine Lehre absolviert werden – beispielsweise Koch, Maurer, Tischler, Maler, Kfz-Techniker oder Schuhmacher. Die Justizanstalt Graz-Karlau hat zusammen mit der Außenstelle Lankowitz insgesamt 27 aktive Anstaltsbetriebe, davon neun Lehrbetriebe.

Mitte Juli werde man auch mit einer Internet-Verkaufsplattform starten, so Minister Brandstetter, wo die Produkte aus dem Strafvollzug zu erwerben sein können. „Man glaubt nicht, welch tolle Qualitätsprodukte es gibt, wo man nicht vermuten würde, dass diese von Häftlingen produziert worden sind.“

Im Jahr 2016 wurden in Graz-Karlau insgesamt 629.855 Insassen-Arbeitsstunden geleistet, das entspricht umgerechnet 3,3 Arbeitsstunden pro Hafttag. Im Vergleich mit anderen Justizanstalten ist die Beschäftigungsquote daher sehr hoch. Durch die Insassenarbeit wurden 2016 Einnahmen in der Höhe von rund 1,14 Millionen Euro erwirtschaftet. Entsprechend den Vorgaben des Strafvollzuggesetzes ist jeder arbeitsfähige Strafgefangene verpflichtet, Arbeit zu leisten. „Oberstes Ziel des Strafvollzugs ist die Resozialisierung und Reintegration in die Gesellschaft“, betont Anstaltsleiter Josef Mock. Diesem Ziel komme man in Graz vollumfänglich nach.