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Alleskönnerin ELI ist nach Elisabeth, der Tochter von SFL-Technologies-Eigentümer Hans Höllwart benannt. ELI ist das erste in Österreich erzeugte E-Mobilnutzfahrzeug, für ganz Europa zugelassen. Fotos (2): Heimo Ruschitz

Alleskönnerin ELI ist nach Elisabeth, der Tochter von SFL-Technologies-Eigentümer Hans Höllwart benannt. ELI ist das erste in Österreich erzeugte E-Mobilnutzfahrzeug, für ganz Europa zugelassen. Fotos (2): Heimo Ruschitz

SFL-Eigentümer (li.) Hans Höllwart

SFL-Eigentümer (li.) Hans Höllwart

Mario Müller, SFL-Wissenschaftschef: „Große Fahrzeugdistributoren werden ELI in ihre Programme integrieren.“

Mario Müller, SFL-Wissenschaftschef: „Große Fahrzeugdistributoren werden ELI in ihre Programme integrieren.“

Elektrisch, hybrid oder selbstfahrend? Alles wird möglich

Montag, 24. Juli 2017

Der Energieumstieg im Straßenverkehr schreitet voran, wenn auch langsamer als vorausgesagt.  Hybridisierung, vollständige Elektrifizierung mit Batteriebetrieb oder Wasserstoff sind die wichtigsten Entwicklungen, die es zu nennen gibt. Dieser Herausforderung stellen sich auch steirische Unternehmen aus dem Großraum Graz, die auch Mitglied beim AC Styria sind.  So wird das Logistikunternehmen Herbert Temmel GmbH aus Gleisdorf demnächst zwei E-LKW im Nahverkehr erproben. Seit Ende 2016 sind die ersten E-Busse der Holding Graz im Einsatz. Magna Steyr AG produziert ab 2018 den Jaguar I-PACE und die AVL List GmbH bietet unter anderem hochwertige Entwicklungsleistungen für Batteriemanagementsysteme, E-Motor-Steuerungen, Fahrzeug- und Hybrid-Steuergeräte für Prototyp- und Serienentwicklungsprojekte. Das Unternehmen Next ist eine Tochter der Energie Steiermark AG und der größte E-Mobiltätsanbieter in der Steiermark. Der Fuhrpark umfasst ca. 1000 E-Fahrzeuge, 550 E-Bikes im Verleih (Tourismus) und 147 E-PKW, der Rest Fun-Fahrzeuge und einspurige E-Fahrzeuge für Events und Sonderprojekte.

Die Alleskönnerin ELI
SFL-Eigentümer Hans Höllwart hat mit seinem E-Fahrzeug ELI die Serienproduktion aufgenommen. Sie ist ihm „ans Herz gewachsen“, ist sie doch nach seiner Tochter Elisabeth benannt. Es ist das erste in Österreich produzierte E-Auto mit europäischer Zulassung. Entsprechend ausgerüstet kann sie als Nutzfahrzeug fast alles. Bis zu vier ELI werden am Tag im weststeirischen Stallhofen bei SFL Technologies produziert. Große Fahrzeugdistributoren in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich werden ELI in ihre Programme integrieren. Das größte Plus von ELI: Im Schnelllademodus dauert Aufladen 2,5 Stunden und sie wurde nach einem modularen Bausystem entwickelt. Ab 2019 soll bereits ein Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb eingebaut werden. „Großes Interesse gab es“, so SFL-Wissenschaftschef Mario Müller, „kürzlich auf der Kommunalmesse in Salzburg.“ Dort hat ELI alle „Zielgruppen“ getroffen.

Intelligenter Service
Dinitech GmbH aus St. Stefan im Rosental  hat Mitte 2015 den „NRGkick“ auf den Markt gebracht, eine mobile Ladeeinheit. Für den E-Fahrzeug-Nutzer wird damit jede Standardsteckdose zur Ladestation. „NRGkick“ kann auch an eine Starkstromsteckdose angeschlossen werden und so bis zu 22kW Ladeleistung nutzen. Die Nachfrage steigt. Dinitech will in die Entwicklung neuer Produkte investieren und weiter expandieren. Der Exportanteil beträgt schon jetzt 60 % – überwiegend nach Mitteleuropa.

Hinsichtlich Ladezeit und Infrastrukur will das Unternehmen Smatrics, welches sich als Komplettanbieter von Dienstleistungen rund um das Thema Elektromobilität versteht,  das E-Ladestationennetz noch dieses Jahr mit 30 Highspeed Ladepunkten in den Ballungszentren und entlang der Autobahn (vor allem Richtung Italien) erweitern. Smatrics betreibt aktuell 383 Ladepunkte in ganz Österreich, 200 davon sind Highspeed Ladepunkte mit 50kW. In der Steiermark sind es  64.

Unter dem Titel „ALP.Lab“ bündeln Forschungseinrichtungen und Industriebetriebe aus dem steirischen Automobilcluster ihre Kompetenzen, um automatisierte Fahrsysteme im großen Stil zu entwickeln und zu testen.  Die Partner sind AVL List, Magna Steyr, Virtual Vehicle, Joanneum Research und die TU Graz. „ALP.Lab“ vereint virtuelle und reale Tests, Analysen, Simulationen und ein breites Angebot an privaten und öffentlichen Teststrecken. Getestet wird etwa auf der ASFINAG-Teststrecke auf der A2 zwischen Graz-West und der Laßnitzhöhe und zwischen St. Michael und der Grenze zu Slowenien.  Ab kommendem Jahr werden auch im Grazer Stadtverkehr Probefahrten stattfinden.  In der Forschungseinrichtung Zentrum am Berg der Montanuniversität Leoben kann das Verhalten in einem Autobahntunnel erprobt werden.  Auch der Red Bull Ring wird in den Wintermonaten für Tests zur Verfügung stehen.