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Foto: Heimo Ruschitz

Stieglerhaus in St. Stefan ob Stainz: Eröffnung am 9. September 2017

Stieglerhaus in St. Stefan ob Stainz: Eröffnung am 9. September 2017

„Gustl58“ startet neues Kulturprojekt

Donnerstag, 24. August 2017

Der Schauspieler und TV-Star August Schmölzer hebt in seinem Heimatort St. Stefan ob Stainz am 9. September 2017 mit dem „Stieglerhaus“ ein bedeutsames Zentrum für ein umfassendes Kulturleben aus der Taufe.

„Geld sammeln und verteilen ist eine Sache, aber die gemeinnützige Weiterentwicklung von Menschen und somit der Gesellschaft, eine Andere“, begründet August Schmölzer das Vorhaben. Seine Initiative Gustl58 unterstützte jahrelang mit Spenden soziale Projekte. „Wir können nur aus der Kultur heraus Dinge weiter entwickeln“, ist August Schmölzer zutiefst davon überzeugt. „Als Stieglerhaus-Gemeinnützige Privatstiftung sind wir keine soziale Einrichtung mehr. Aber auch kein Eventveranstalter. Aus der Gesellschaft für die Gesellschaft, wollen wir mit vielen Freunden Kunst, Kultur und Bildung für die Menschen in der Region anbieten.“ Die Theaterrunde St. Stefan und der Kabarettverein werden hier ihr Stammhaus finden, weiters ist ein musikalischer Jour Fix angedacht. Schmölzer: „Es würde uns auch freuen, wenn die eine oder andere Gemeinderatssitzung im Stieglerhaus stattfände.“

Auf einer Gesamtfläche von mehr als 600 Quadratmetern plus 2.500 Quadratmetern Gartenfläche entstehen ein Bühnensaal für 130 Besucher, ein Kammermusikraum mit Flügel, eine Freilicht- und eine Kinderbühne, Räume für Kammermusik, aber auch Yogakurse und Ähnliches. Für Gäste sind auch fünf Wohneinheiten vorgesehen. Als Aktivitäten sind auch aktuelle, populärwissenschaftliche Vorträge geplant. Weiters soll auch die Bezirksforschungsstelle Schilcherland im Stieglerhaus untergebracht werden und damit Heimatkunde aus erster Hand vermitteln. Das Stieglerhaus bietet auch die Möglichkeit darin Feste aller Art wie zum Beispiel Hochzeiten, Taufen, Unternehmensfeiern, Geburtstage, Jubiläen abzuhalten.

Vermutlich war das spätere Stieglerhaus schon ab dem 12. Jahrhundert als „Kramer-Keusche“ eine Stätte verschiedenster Nutzung. Das Haus diente für die Landwirtschaft, als Greißlerei, Sämerhaus (Ein Vorläufer des Großhandels), Wechselstelle für Pferde sowie als Mautstelle in die Obersteiermark und nach Kärnten. In der Zeit des ersten Türkeneinfalls um 1480 soll mit der Ortskirche auch ein Teil des ursprünglichen Hauses abgebrannt sein. Ziemlich sicher ist, dass beim zweiten Türkeneinfall in der Steiermark im Jahr 1532 St. Stefan geplündert wurde.

Im 17. Jahrhundert gehörte die als Greißlerei betriebene Keusche zum Anwesen Gasthaus Fritz. Ab 1750 arbeitete darin der Schneider Simon Schmölzer, nachdem das Haus auch den Vulgo-Namen „Schmölzerschneider“ erhielt.

Die Familie Binder baute die Keusche 1887 zu einem Wohnhaus aus und richtete in diesem ein erstes ordentliches Kaufhaus ein.

Im Jahr 1933 kaufte der spätere Namensgeber, der aus Marburg stammende Arzt Dr. Anton Stiegler, das Haus und richtet dort seine Praxis ein. Seine Tochter Ingrid übernahm das Anwesen um 1960 und führte darin bis zu ihrer Pensionierung und dem Verkauf des Stieglerhauses an die „Stieglerhaus – Gemeinnützige Privatstiftung“ 2015, ein Kaufhaus.

Eines stellt Initiator August Schmölzer aber völlig außer Streit, was das Stieglerhaus nicht werden soll: „Keine parteipolitische oder religiöse Schaubühne, keine Eventlocation für Adabei-Paraden, keine Abspielstätte für serielle Gastprogramme.“ Darauf angesprochen, dass er in St. Stefan ob Stainz zuhause ist: „Wir sind ein wachsender Wohnort mit schwindender Infrastruktur, wir brauchen Begegnungsstätten, um die Leute zueinander zu bringen.“