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Foto: DI Markus Pernthaler ZT GmbH

v.l. KAGes-Vorstand für Finanzen und Technik Ernst Fartek, Landtagspräsidentin Bettina Vollath, LH-Stv. Michael Schickhofer, LH Hermann Schützenhöfer, LR Christopher Drexler, Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg und Bgm. Siegfried Nagl. Foto: Pachernegg

v.l. KAGes-Vorstand für Finanzen und Technik Ernst Fartek, Landtagspräsidentin Bettina Vollath, LH-Stv. Michael Schickhofer, LH Hermann Schützenhöfer, LR Christopher Drexler, Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg und Bgm. Siegfried Nagl. Foto: Pachernegg

HELP: Nicht zu übersehender Hilferuf – samt darauf folgendem Dank – der Chirurginnen und Chirurgen. Foto: Pachernegg

HELP: Nicht zu übersehender Hilferuf – samt darauf folgendem Dank – der Chirurginnen und Chirurgen. Foto: Pachernegg

Die Freude ist entsprechend groß: KAGes-Vorstandsvorsitzender Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Tscheliessnigg und Chirurgie-Vorstand o. Univ.-Prof. Dr. Hans-Jörg Mischinger. Foto: : Kanizaj Marija-M.

Die Freude ist entsprechend groß: KAGes-Vorstandsvorsitzender Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Tscheliessnigg und Chirurgie-Vorstand o. Univ.-Prof. Dr. Hans-Jörg Mischinger. Foto: : Kanizaj Marija-M.

Chirurgie neu: Die in das Bau-Karussell involvierten Trakte und Flächen sind hier in Rot eingezeichnet.

Chirurgie neu: Die in das Bau-Karussell involvierten Trakte und Flächen sind hier in Rot eingezeichnet.

Es war ein steiniger Weg

Mittwoch, 13. September 2017

Neue Chirurgie in Graz eröffnet

Heute kam es zur Eröffnung des ersten Teils der neuen Chirurgie. Das 14 Etagen hohe Bauwerk im Bereich des LKH Graz, nahe dem Hilmteich, ist so etwas wie eine neue „Landmark“. Sie beherbergt in einem achtgeschossigen Stationshaus und einem dreigeschossigen Funktionstrakt ein OP-Zentrum, vier Intensivstationen, eine Tagesklinik, Forschungs- und Dispoflächen sowie 273 Betten. Mit den drei Ebenen für Technik besteht der Bau aus insgesamt 14 Geschossen. Die Kosten für diesen ersten Bauabschnitt des modernen Chirurgieneubaus betragen rund 150 Millionen Euro. Aktuell ist die „Chirurgie neu“ eines der größten medizinischen Bauprojekte in Mitteleuropa und Österreichs modernster Chirurgieneubau.

Legendär und untrennbar verknüpft mit der Realisierung dieses wegweisenden Neubauprojektes ist die künstlerisch-aktionistische Initiative, die gemeinsam vom damaligen Klinikchef und Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Tscheliessnigg und dem Medienkünstler Univ.-Prof. Mag. Richard Kriesche initiiert wurde. In fetten roten Lettern prangte über Nacht auf dem alten Chirurgiegebäude die Aufschrift „Help“. Medien sprangen auf, Bürger fragten nach und schließlich wurde der Hilferuf auch in Wien gehört. Grund für diesen sehr plastischen Hilferuf waren nicht nur unzureichende räumliche Strukturen und der fehlende Platz für Forschung und Personal, sondern auch ein schlechter Bauzustand des in den 1970ern fertiggestellten alten Chirurgie-Turms. Der knapp über zwölf Jahre währende Kampf um Gelder von Bund und Land für den Neubau gipfelte schließlich in einer Initiative des nunmehrigen Landeshauptmannes Hermann Schützenhöfer, der mit Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Tscheliessnigg und Univ.-Prof. Dr. Richard Fotter beim damaligen Finanzminister Dr. Josef Pröll ein Paket über eine halbe Milliarde Euro durchsetzen konnte. Inhalte dieses Projektes waren der längst fällige Neubau der Blutbank, der Neubau der Zahnklinik, die Adaptierung bzw. der Neubau der Radiologie, die verbesserte medizinisch-technische Ausstattung der Strahlentherapie und schließlich der Chirurgieneubau.

Neu-, Zu- und Umbauten bei laufendem Betrieb
Das Gesamtprojekt „Chirurgie neu“ ist eine enorme Herausforderung für Planer, Bauausführende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Chirurgie, muss doch während der gesamten Bauphase der laufende Betrieb ungestört garantiert sein; auch in besonders sensiblen Bereichen wie OPs und sterilen Einheiten. Dazu haben die Planer ein ausgeklügeltes System entwickelt:

Mit dem jetzt zu eröffnenden Trakt D wurde ein Entlastungsbau errichtet. In diesen übersiedelte nunmehr der Trakt C. Danach erfolgen die Generalsanierung bzw. Um- und Zubauten an den Trakten B und A sowie die einem Neubau nahekommende Generalsanierung des Chirurgie-Altbaus. Die Fertigstellung des Gesamtprojektes ist mit 2025 terminisiert.

OP-Zentrum verfügt über Hybrid-Operationssäle
Im Funktionstrakt sind in der ersten Bauetappe insgesamt 16 Operationssäle im OP-Zentrum zusammengefasst. Um die bestmögliche medizinische Nutzung zu  erzielen, werden je Geschoss vier Standard-OPs, zwei erweiterte OPs und zwei Groß-OPs errichtet.

Vier der OP-Säle – die sogenannten Hybrid-OPs – sind mit bildgebenden Großgeräten ausgestattet. Im Erdgeschoss befinden sich eine digitale Subtraktionsangiographie (DSA) für herzchirurgische Anwendungen, eine weitere DSA-Anlage für gefäßchirurgische Eingriffe und ein Linearbeschleuniger für die allgemeinchirurgische Verwendung. Beide OP-Geschosse sind über den Ver- und Entsorgungsbereich mit dem Tunnelsystem zum Versorgungszentrum verbunden, über welches auch die Sterilgutversorgung erfolgt. Direkt im Anschluss an den OP-Trakt befinden sich vier Intensivstationen mit jeweils 10 Betten.

Tagesklinik und Endoskopie
Im ersten Untergeschoss mit direktem Zugang vom unteren Platzniveau befinden sich die Tagesklinik und die Endoskopie als Funktionseinheit, wobei hier durch die Grundrisslösung Synergien genutzt werden können. Dies gilt insbesondere für den gemeinsamen Empfang und die gemeinsame Überwachung von endoskopischen und tagesklinischen Patientinnen und Patienten nach dem Eingriff.

„Gib niemals auf!“
KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg, dessen Lebensmotto praktischerweise „Numquam cede – Gib niemals auf!“ ist, zählt die wesentlichen Verbesserungen auf, die der Neubau der Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz mit sich bringt: „Für die Patienten und Patientinnen bedeutet das, dass sie nach modernsten spitzenmedizinischen Kriterien behandelt werden, freundliche, helle Zimmer mit allem Komfort vorfinden – kurz, ein Klima, in dem Heilung und Gesundung leichter vorangehen können. Für Ärztinnen und Ärzte sowie für die Pflegemitarbeiterinnen und -mitarbeiter ergibt sich eine wesentlich verbesserte und berufsadäquate Raumsituation. Die technischen Rahmenbedingungen wurden verbessert, sodass wir mit Recht von einer der modernsten chirurgischen Einrichtungen sprechen dürfen, die es in Europa gibt. Endlich haben wir auch jene 45 Quadratmeter für Forschung zur Verfügung, die je Abteilung empfohlen werden!“

Ernst Fartek, seines Zeichens KAGes-Vorstand für Finanzen und Technik, kann mit Stolz darauf verweisen, dass auch dieses gewaltige Bauwerk bisher wieder im Kostenrahmen abgewickelt werden konnte. Fartek: „Wir können mit diesem Neubau natürlich auch einen wesentlichen Beitrag zur Effizienzsteigerung in der Betriebsorganisation leisten und die Wirtschaftlichkeit der Strukturen positiv nützen!“

Die Gesamtkosten für den Trakt D der „Chirurgie neu“ betragen 127 Millionen Euro (ohne MT-Großgeräte), die Kosten für Hybrid-Operationssäle 4,5 Millionen Euro und die Kosten für die übergeordnete Infrastruktur 18 Millionen Euro.

Die Finanzierung des Projektes erfolgt gemäß Vertrag LKH 2020 zu 66,7 % durch Mittel des Landes Steiermark und zu 33,3 % durch Mittel des Bundes.

Logischerweise lobten die Landesspitzen Hermann Schützenhöfer, Michael Schickhofer und Christopher Drexler die Chirurgie, zählt sie doch zur Zeit sicherlich zu den modernsten medizinischen Einrichtungen ihrer Art in Europa und ermöglicht spitzenmedizinische, kompetente, aber auch menschliche Behandlung.