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Fotos: Heimo Ruschitz

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ÖVP-Geschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg

ÖVP-Geschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg

Bgm. Siegfried Nagl

Bgm. Siegfried Nagl

„Das Licht wird nächsten Sonntag auf uns scheinen“

Sonntag, 08. Oktober 2017

Hermann Schützenhöfer am ÖVP-Parteitag

„Wennst Glück hast, hast a ka Pech“ oder “wenn’s läuft, dann läuft’s”. Mit diesem Hoch- und Siegergefühl schwebte Hermann Schützenhöfer am 23. Parteitag gestern bildhaft gesprochen durch die Grazer Stadthalle. 99,5 Prozent der 414 Delegierten stimmten bei seiner Wiederwahl zum Parteiobmann für ihn.

Einen Tag später nach dem Triumph realisierte er aber sicher schon, dass es bei jeder künftigen Wahl und Abstimmung weit schlechter für ihn ausgehen wird. Alt-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, die in der ersten Reihe saß, kennt dieses Gefühl aus dem Jahr 2000. Sie musste dann aber schmerzlich erleben, wie launenhaft das Wahlvolk ist, als sie 2005 praktisch durch die Hintertür nach ihrem Wahldebakel die Politik verlassen musste.

Aus den Lautsprechern tönt auffordernde Musik. „Herr Landeshauptmann, die Kompanien sind vollzählig angetreten“, bittet ÖVP-Geschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg Herman Schützenhöfer auf die Bühne ans Rednerpult. „Das Licht wird nächsten Sonntag auf uns scheinen“, ruft Schützenhöfer in den völlig abgedunkelten, in weiß-grün gehaltenen Saal hinein. Mehr Gewissheit über den Sieg eine Woche vor der Wahl geht einfach nicht. Alles ist perfekt inszeniert für sein Begrüßungsritual – die Atmosphäre dicht, die 500 Gäste und Delegierten sitzen eng Schulter an Schulter. Das Kommen, besser gesagt der Auftritt des neuen ÖVP-Wunderwuzzis Sebastian Kurz kündigt Schützenhöfer, salopp in seinen Formulierungen, launig für eine Stunde später an: „Wir werden den Parteitag kurz halten, damit ihr dann mit Kurz reden und Selfies machen könnt.“ Und so war es dann auch.

Mit einer rüden Attacke gegen die SPÖ heizte dann der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl die Stimmung im Saal zusätzlich an und weckte die „Buh“-Rufer auf. „Was Bundeskanzler Kern und die ihm umgebenden Sozialdemokraten an Schaden angerichtet haben, hält in der Republik Österreich die gesamte Bevölkerung nicht mehr aus. Das ist ein Schaden an Politik und an der Demokratie. Das ist ein Schaden für Österreich. Und dass man dann so niederträchtig ist, wenn man da, wenn ich so sagen darf, ordentlich zu Boden sinkt, noch andere mitreißen will, dass man denjenigen, der das alles aushalten muss, an Verleumdungen, Unterstellungen, Gemeinheiten, dann auch noch was umhängen muss, dass schlägt dem Fass den Boden aus.“ Er hoffe, dass die Österreicher am Wahlsonntag Kern die richtige Antwort geben. „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“ Er warnt aber auch davor, dass es einen lachenden Dritten gibt, wenn die Österreicher nicht in diesem Sinne abstimmen sollten. Dass es dann eine lachenden Dritten geben könnte und blau-rot. „Und das wünscht sich keiner!“

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Stehende Ovationen gab es beim Einmarsch von Sebastian Kurz – angekündigt als einer, der nie über den Mitbewerber herzieht, sondern die Vorteile seiner Bewegung hervor streicht. Doch daran hielt er sich dann in Graz nicht. „Sie können uns belächeln. Sie können uns bekämpfen. Sie können uns beschmutzen. Aber was sie nicht schaffen werden, ist uns aufzuhalten. Das verspreche ich euch!“, betonte Sebastian Kurz im Bezug auf die Wahl. „Der 15. Oktober wird in Österreich nicht nur eine Nationalratswahl. Der 15. Oktober wird auch eine Volksabstimmung darüber, welchen Stil wir in unserem Land haben wollen. Ob wir die Silbersteins und andere wollen, die versuchen den politischen Gegner anzupatzen und fertig zu machen. Oder ob wir unseren Weg wollen, nämlich das Land zum Positiven zu verändern“, so Kurz weiter.

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Nach Sebastian Kurz sah die Parteitagsregie vor, dass Hermann Schützenhöfer den nicht oft genug zu preisenden steirischen Erfolgsweg lobte. „Die Steiermark ist erfolgreich, weil wir das Miteinander in den Mittelpunkt stellen, weil wir in der Regierung vertrauensvoll zusammenarbeiten und weil es in der Steiermark keinen Platz gibt für ausländische Spindoktoren.“ Dieses Miteinander zählt zu den wertvollsten Eigenschaften der Steiermark. „Und dieser Erfolgsweg der Zusammenarbeit ist auch eine Ermutigung für dich, lieber Sebastian Kurz, und das, was du dir für Österreich vorgenommen hast: Ein neuer Stil. Zusammen neue Wege gehen. Tun, was richtig ist“, so der Landeshauptmann. Dies zeige sich insbesondere in jenen Momenten, in denen – auch oftmals als mächtig bezeichnete – Politiker ohnmächtig sind, weil das Schicksal oder die Natur die Grenzen menschlichen Daseins aufzeige, etwa bei den Unwetterkatastrophen. Hier offenbare sich die Kraft, die im Zusammenstehen, im Miteinander-Durchstehen und Füreinander-Einstehen liegen kann.

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