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Hochtechnologie und Beschäftigungszuwachs sind kein Widerspruch betonten Studienautor Eric Kirschner, IV-Steiermark Präsident Georg Knill und IV-Steiermark-GF Gernot Pagger bei der Präsentation der Investitionsstudie (v.l.). Foto: IV-Steiermark

Steiermark muss weiter in Hochtechnologie und Ausbildung von Fachkräften investieren

Dienstag, 31. Oktober 2017

 Die Prognosen einer von der IV-Steiermark beauftragten Studie des Joanneum Research für Industrieinvestitionen 2017 gehen im zweiten Jahr in Folge stetig nach oben. Bis zum Jahresende wird die steirische Industrie Bruttoanlageinvestitionen in der Höhe von 3,2 Milliarden Euro getätigt haben. Ein Zuwachs von 12,7 Prozent im Vergleich zu 2016.

Durch Investitionen der Industrie werden in der Steiermark 12.700 Arbeitsplätze ausgelastet bzw. neu geschaffen. „Wir haben drei Schwerpunkte: Innovation, Bildung und Investitionen. Letztere stellen ein Bekenntnis zum Standort dar“, freut sich IV-Stmk. Präsident Georg Knill. Den stärksten Zuwachs gab es im Maschinenbau und Fahrzeugbau.  Bei den absoluten Investitionsausgaben rangiert die Metall-Branche auf Platz eins.

 „Seit dem 2. Halbjahr haben die Erweiterungsinvestitionen von 16 Prozent auf 23 Prozent zugelegt. Damit liegt die Steiermark im Gegensatz zur Situation des Vorjahres über dem Österreich-Schnitt von 22,2 Prozent.“, hebt Knill hervor. Rückläufig dagegen sind Rationalisierungsinvestitionen, und der Ersatz alter Anlagen oder Ausrüstungen verliert deutlich an Bedeutung. Die Beschäftigung  im produzierenden Hochtechnologiebereich (plus 4,4 Prozent per anno) und in den wissensintensiven Hochtechnologiedienstleistungen (plus 6,4 Prozent per anno) ist am stärksten gewachsen. „Wer in Hochtechnologie investiert, sichert auch Beschäftigung in der Steiermark. Hochtechnologie ist der Treiber der Investitionstätigkeit und auch des Beschäftigungswachstums in der Steiermark“, ist Knill überzeugt. „Bei den Bruttoanlageninvestitionen ist hauptsächlich in Patente, Konzessionen, Forschung und Entwicklung investiert worden“, zeigt Eric Kirschner, Studienautor des Joanneum Research, auf. „Die Ertragssituation ist rückläufig bzw. stagnierend. Die Preissituation international stellt für Unternehmen eine Herausforderung dar“  so Gernot Pagger, Geschäftsführer der IV-Steiermark.

„Anspruch der neuen Bundesregierung muss es sein, Österreich zur Spitze der Industriestaaten zu führen. Die Ausgangssituation ist denkbar günstig.“, betont Knill. Als wesentliche Handlungsfelder für die Bundesregierung nennt der IV-Steiermark Präsident die Implementierung eines neuen Arbeitsrechts mit zeitgemäßen Arbeitszeitregelungen. Weiters gilt es, das Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetz dahingehend zu adaptieren, dass es auf echte Fälle von Lohndumping fokussiert und die Bürokratielast für international tätige Betriebe deutlich reduziert.

Steuer- und Abgabenreduzierung sind ein weiterer wichtiger Punkt. Dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und dem dadurch bedingten Engpass an Arbeitskräften muss auch entgegengewirkt werden. „Wir alle, arbeitsmarkt- und bildungspolitische Akteure, Unternehmen und schließlich jeder Arbeitnehmer selbst, sind gefordert, in Qualifikation zu investieren. Im Idealfall geschieht dies möglichst arbeitsplatznahe und mit jenen Kompetenzen im Fokus, die in den steirischen Technologie-Stärkefeldern an Bedeutung gewinnen, wie etwa Softwareentwicklung. Gleichzeitig gilt es, Negativanreize in der Beschäftigungsaufnahme zu beseitigen und die Leistungsorientierung in unserer Gesellschaft wieder zu stärken. Mehr als 2000 qualifizierte Fachkräfte werden derzeit gesucht“, so Knill abschließend.