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(v.l.): Helmut Eichlseder, Leiter des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen an der TU Graz, Helmut List, Vorstand und CEO der AVL List GmbH sowie Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark Foto: Fischer

Dieselantrieb zu Unrecht als Sündenbock dargestellt

Dienstag, 28. November 2017

Immer wieder wird der Diesel als Umweltsünder Nummer eins gebrandmarkt – zu Unrecht!

Seit 2004 ist der Dieselmotor mit Einführung des Partikelfilters nicht mehr der Verantwortliche für Feinstaubbelastung, auch hat der Dieselmotor niedrige CO2-Emissionen – 15% weniger als der Benzinmotor. Bei den aktuell besten verfügbaren Dieselmotoren konnten die Stickoxide um ein Fünftel reduziert werden. Zudem hängen bundesweit 8,6 Milliarden Euro an Wertschöpfung daran und 230.000 Arbeitsplätze. E-Fahrzeuge sind auf dem Vormarsch. Werden dadurch Diesel und Benzin bald verdrängt ?

„39,8% mehr E-Fahrzeuge sind in den ersten drei Quartalen in Österreich zu verzeichnen. Jedoch liegt der Anteil beispielsweise in der Steiermark bei nur etwas mehr als einem Promille. Auf 3.000 PKW kamen in der Steiermark zuletzt gerade mal 2 Elektroautos. Der Wandel geht langsamer von statten als manche uns glauben lassen wollen. Der Anteil der Dieselfahrzeuge in Österreich beträgt 57%. Die Potentiale aller Antriebssysteme müssen ausgelotet werden“, so Josef Herk, Präsident der WKO Stmk.

„In der Zukunft sehen wir einen Wettbewerb der drei Technologien: Verbrennungsmotor, Batterie/elektrischer Antrieb und Brennstoffzelle sowie deren Kombinationen. Alle 3 Technologien haben die gleichen Chancen, sich künftig durchzusetzen“, erklärt Helmut List, Vorstand und CEO der AVL List GmbH. „In Westeuropa sank der Dieselanteil von 52 auf 43%, dagegen sind jedoch steigende CO2-Emissionen zu verzeichnen. Mittelfristig kann erreicht werden, dass Dieselmotoren praktisch keine Auswirkungen auf die Luftqualität haben“, List weiter.

„Die Emission von Stickstoff ist ein zentrales Thema. Mit der heurigen Einführung der RDE (Real Drive Emission)-Gesetzgebung im September ist ein signifikanter Schritt getan worden. Neben der Weiterentwicklung des Dieselmotors, um ein besseres Emissionsniveau zu erreichen,  eröffnet der Einsatz von E-Fuels auf Basis erneuerbarer elektrischer Energie langfristig eine herausragende Möglichkeit für eine klimaverträgliche Mittel- und Langstreckenmobilität“, erläutert Helmut Eichsleder, Leiter des Instituts für Verbrennungskraftmaschinen an der TU Graz.

Panik- und Angstmache in Bezug auf Dieselmotoren sind von daher unangebracht. Elektromobilität wird Benzin und Diesel sicher nicht bald verdrängen, weil alle Antriebssysteme über Potential zur Optimierung bzw. Weiterentwicklung verfügen.