WKO Steiermark, Holzclusterempfang 2017

v.l. Erhard Pretterhofer, Matthias Ammann, Tom Kaden, Heinz Gach, Monika Zechner, Doris Stiksl, Franz Titschenbacher, Hubert Lang Foto: Lunghammer

Bauen mit steirischem Holz feiert weltweit Renaissance

Mittwoch, 22. November 2017

Im waldreichsten Bundesland Österreichs verbindet sich Tradition mit Innovation. Die Steiermark hast sich längst als Vorreiter für zukunftsweisende Holztechnologien etabliert. Vom Hamburger Woodie, bei dem sich 371 Studentenwohnungen in Holz-Modulbauweise stapeln, über den spektakulären Dome of Visions in Kopenhagen bis hin zum Wiener HoHo, dem höchsten Holzbau der Welt – Bauen mit steirischem Holz feiert weltweit Renaissance. Und doch hat das Holzzeitalter gerade erst begonnen, da war man sich beim gestrigen Holz-Clusterempfang in der Wirtschaftskammer Steiermark einig.

Gerade vor dem Hintergrund regionaler Wertschöpfung sowie globaler Phänomene wie Urbanisierung, Klimawandel und Ressourceneffizienz wird der älteste Baustoff der Welt gegenwärtig neu entdeckt. Nicht nur der steirische Wald wächst von Jahr zu Jahr um rund 570 Hektar, auch die Anhängerschaft von Bauherrn, Architekten und Planern nimmt rasant zu. „Das entscheidende Erfolgsgeheimnis ist die hervorragende Zusammenarbeit unserer Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit den Leitbetrieben aus der Holzwirtschaft. Damit unterstreicht die Steiermark einmal mehr ihre Rolle als Forschungsland Nummer eins in Österreich“, so Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl. „Steirisches Knowhow steckt heute in impulsgebenden Leuchtturmprojekten, die rund um den Globus errichtet werden und die neue Lust auf Holz wecken,“ erläutert pro Holz Steiermark Obmann Franz Titschenbacher.

„Die hervorragende Zusammenarbeit, die wir in den Bereichen Innovation, Qualifizierung und Branchenvernetzung leisten, sorgt für steirische Erfolgsgeschichten mit Signalwirkung. Als Vorreiter im Bereich der interdisziplinären Zusammenarbeit blicken wir weit über die Branchengrenzen hinaus und vernetzen unsere Partnerunternehmen mit der Kreativwirtschaft, der Umwelttechnologie und der Automobilindustrie,“ hebt Heinz Gach, der Aufsichtsratsvorsitzende des steirischen Holzclusters hervor.

Um die Holzbauweise noch tiefer im Baugeschehen zu verankern, gilt es, Forschung und Entwicklung rasant voranzutreiben. „Als Innovationstreiber und Schnittstelle zwischen Industrie und F&E-Institutionen erleben wir tagtäglich, dass Großes nur dann entstehen kann, wenn man die richtigen Köpfe zusammenbringt. Wir provozieren daher den interdisziplinären Austausch auf Augenhöhe, bündeln die Kräfte und begreifen den Wandel als echte Chance,“ betont Clustergeschäftsführer Erhard Pretterhofer.

  „In Zukunft werden noch mehr qualifizierte Unternehmen gebraucht, wenn sich der Holzbau in die Breite entwickeln will. Noch ist der Holzbau baurechtlich benachteiligt, unter anderem weil Landesbauordnungen dem technischen Stand hinterherhinken; auch gibt es derzeit zu viele verschiedene Holzbausysteme. Von daher ist Standardisierung erforderlich mit entsprechenden Gesetzen und DIN-Normen“ gibt Tom Kaden, Professor für Architektur und Holzbau an der TU Graz, zu verstehen.

„Die weltweite Erfolgsformel für den Holzbau lautet: Architektur Meisterhandwerk Ökologie Innovation“ so das Schlusswort von Matthias Ammann, Holzbau Austria.