WL_Headquaters_2013

Die weitere Stärkung des Stammwerks in Wollsdorf (750 Mitarbeiter) ist auch daraus ablesbar, dass zur Zeit 50 Mitarbeiter gesucht werden, die vor allem in technischer Hinsicht ausgebildet sein sollen.

Laut Geschäftsführer Andreas Kindermann – „wir sind ein erfolgreicher Nischenplayer“ – kam der Konzern im abgelaufenen Jahr auf einen Umsatz von 166 Millionen Euro.

Laut Geschäftsführer Andreas Kindermann – „wir sind ein erfolgreicher Nischenplayer“ – kam der Konzern im abgelaufenen Jahr auf einen Umsatz von 166 Millionen Euro.

Besonders gut entwickelt sich das im Juli 2015 eröffnete Werk bei Varazdin. Derzeit werden dort pro Woche ca. 115.000 Stück Lenkrad-Leder-Sets, 8.000 Stück Airbag-Klappen, sowie 40.000 Kleinteile gefertigt.

Besonders gut entwickelt sich das im Juli 2015 eröffnete Werk bei Varazdin. Derzeit werden dort pro Woche ca. 115.000 Stück Lenkrad-Leder-Sets, 8.000 Stück Airbag-Klappen, sowie 40.000 Kleinteile gefertigt.

Viva la Mexico!

Donnerstag, 09. November 2017

Wollsdorf Leder baut neues Werk

Am Standort der Konzernzentrale in Wollsdorf sei eine Erweiterung der Produktion einerseits vom Platz her nicht möglich, auch nicht von den benötigten Mitarbeitern her, andererseits entwickle sich auch der Markt in Nordamerika für Wollsdorf Leder positiv. Mit diesen Gegebenheiten wehrt Geschäftsführer Andreas Kindermann jede Spekulation ab, der neue Fertigungsstandort in der 1,6 Millionen Einwohner großen Stadt Leon in Mexiko würde den Standort in der Steiermark schwächen.

Die Stadt Leon ist sozusagen die Hochburg der Lederproduktion in Mexiko. Wollsdorf Leder wird dort Ende 2018 eine Fertigung mit 150 Mitarbeitern starten. Der Zufall will es, dass in Wollsdorf zwei Mexikaner in der Lederfertigung arbeiten. Diese sind logischerweise ins neue Projekt eingebunden. Hinzu kommt, dass auch innerhalb der Belegschaft einige Mitarbeiter sich einen Auslandsaufenthalt vorstellen können. „Weil in Leon ohnehin viel Nicht-Mexikaner in der Lederindustrie arbeiten, wird auch das Kernteam entsprechend international zusammengesetzt sein“, so Andreas Kindermann. Im Vollausbau sollen es dann 400 sein. „Wir werden dort insgesamt 40 Millionen Euro investieren. Gefertigt werden einfache Lederartikel, die wir vorwiegend für den chinesischen und amerikanischen Markt produzieren werden“, so Andreas Kindermann. Das Stammwerk in Wollsdorf wird als Konzernverwaltung aller Auslandsaktivitäten davon auch profitieren.

Die weitere Stärkung des Stammwerks in Wollsdorf (750 Mitarbeiter) ist auch daraus ablesbar, dass zur Zeit 50 Mitarbeiter gesucht werden, die vor allem in technischer Hinsicht ausgebildet sein sollen. Weltweit verfügt Wollsdorf Leder zu Zeit über drei Standorte. „In China betreiben wir ein Näh- und Stanzwerk mit 60 Mitarbeitern“, so Andreas Kindermann, „in Kroatien werden weitere Investitionen getätigt.“ Der konzernweite Mitarbeiterstand liegt bei 1.200 Mitarbeitern. Besonders gut entwickelt sich das im Juli 2015 eröffnete Werk bei Varazdin. Derzeit werden dort pro Woche ca. 115.000 Stück Lenkrad-Leder-Sets, 8.000 Stück Airbag-Klappen, sowie 40.000 Kleinteile gefertigt.

Vorbereitet auf’s autonome Fahren
Auch im Zeitalter des autonomen Fahrens werden Autos Lenkräder haben. Sobald der Fahrer das Lenkrad wieder selbst in die Hand nimmt, muss das Fahrsystem das allerdings in Sekundenbruchteilen erkennen. Daher werden in den künftigen Lenkrad-Leder-Sets Sensoren eingebaut sein, die das registrieren und „weiter melden“. Auch für die Elektroautos wird Leder ein wichtiges Material sein. Die Autos müssen ja über eine Heizung verfügen und je weniger die Batterie beansprucht wird, desto mehr Leistung verbleibt für das Fahren. Gemeinsam mit Joanneum Research und der Montanuniversität Leoben entwickelt man ein Heizsystem, das im Leder implementiert ist. „Wir sprechen da von einer Feintechnologie in der Dimension von 0,05 Millimetern, die direkt im Leder integriert ist und rasch für eine angenehme Atmosphäre im Auto sorgt“, erläutert Andreas Kindermann. Das Projekt läuft unter dem Arbeitstitel „Smart Leather Services“ (SLS).

Laut Geschäftsführer Andreas Kindermann – „wir sind ein erfolgreicher Nischenplayer“ – kam der Konzern im abgelaufenen Jahr auf einen Umsatz von 166 Millionen Euro (2015: 156 Millionen Euro). „Das in den letzten Jahren verdiente Geld stecken wir in das neue Werk in Mexiko.“ Die Eigenkapitalquote vom Konzern ist auf 49,5 Prozent gestiegen. Der Konzern Wollsdorf Leder wird über eine Holding mit entsprechenden Konzerngesellschaften geführt, die der oststeirischen Familie Schmidt gehört.