20160303-IMG_8862 klein Logo

Im Jahr 2015: Hofübergabe von Gerhard Kurzmann an Mario Kunasek (li.). Fotos: FPÖ

Im Jahr 2015: Hofübergabe von Gerhard Kurzmann an Mario Kunasek (li.). Fotos: FPÖ

Mit der Übersiedlung von Kunasek nach Wien als Verteidigungsminister wird die steirische FPÖ geschwächt.

Mit der Übersiedlung von Kunasek nach Wien als Verteidigungsminister wird die steirische FPÖ geschwächt.

Mario Kunasek neuer Verteidigungsminister

Freitag, 15. Dezember 2017

… aber Schwächung für steirische FPÖ

Seit dem Jahr 2015 führt Mario Kunasek die steirische FPÖ, die in der Steiermark in der Opposition steht. Wiederholt hat er für 2020 seinen Anspruch auf den Landeshauptmann deponiert, da die FPÖ von der Stimmen- und Mandatsstärke ja nur knapp hinter der SPÖ und ÖVP liegt. Dieses, Kunaseks Vorhaben, ist Geschichte, wenn er, wie es nun fix zu sein scheint, zum Verteidigungsminister in der türkis-blauen Koalition aufsteigt. Nach Gerald Klug ist Mario Kunasek damit der zweite Steirer, der in der jüngeren Vergangenheit das Verteidigungsministerium führt. Der 29. Juni 1976 geborene Grazer lernte Kfz-Techniker und entschied sich nach dem Präsenzdienst für eine Berufslaufbahn beim Bundesheer. Seine politische Karriere begann im Ring Freiheitlicher Jugend. In einer ganz schweren Zeit für die FPÖ – nach der Gründung des BZÖ durch Jörg Haider – wurde Kunasek 2007 Landesparteisekretär. Sein wichtigster politischer Förderer war in dieser Phase der damalige Landesparteiobmann Gerhard Kurzmann. Er war maßgeblich dafür verantwortlich, dass Kunasek in der Folge den Sprung in den Nationalrat schaffte. Und als Kurzmann seinen Rücktritt bekannt gab, schlug er Mario Kunasek als seinen Nachfolger vor. Bei der Landtagswahl 2015 war er dann Spitzenkandidat der steirischen FPÖ und erreichte ein sehr gutes Ergebnis für seine Partei. FPÖ: 26,76 %, ÖVP: 28,45 %, SPÖ: 29,29 %.

Mit der Übersiedlung von Kunasek nach Wien als Verteidigungsminister wird die steirische FPÖ geschwächt. Sie wird damit praktisch auf dem falschen Fuß erwischt, da der Abgang überraschend erfolgt und es innerparteilich zur Zeit keinen gleichwertigen Ersatz für Mario Kunasek gibt. Derzeit sieht es so aus, als würden von der Übersiedlung Kunaseks ins Verteidigungsministerium politisch im Lande die SPÖ und ÖVP profitieren. Mario Eustacchio, der Grazer FPÖ-Chef, ist durch die Koalition mit Siegfried Nagl in Graz gebunden. Eine mögliche Variante: Kunasek behält den Parteivorsitz in der Steiermark – als eine Art Absicherung und „Hausmacht“. Mit der Suche nach einem attraktiven Nachfolger als Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2020 wird die FPÖ nach der Angelobung beginnen. Es gibt keinen logischen Nachfolge-Kandidaten. Denn bis vor wenigen Wochen hatte die FPÖ keinen Grund dafür, einen „Kronprinzen“ für Kunasek aufbauen zu müssen.