Foto PK Norbert Schunko

v.l. Martin Hoff (Fachgruppe Gesundheitsbetriebe WK), Jakob Kabas (Dachverband öffentliche Heime), Doris Kampus (Soziallandesrätin), Karl Heinz Snobe (AMS), Franz Ferner (Volkshilfe-Geschäftsführer), Norbert Schunko (GPA-djp)

Pflegeberufe sind immer mehr gefragt

Dienstag, 19. Dezember 2017

Zusammenspiel zwischen Land, AMS und Pflegeheim-Betreibern

Nachdem sich im September das Land Steiermark und die Pflegeheim-Betreiber auf ein zeitgemäßes Pflegemodell geeinigt haben, wird nun der nächste Schritt gesetzt: Mit einer Pflege-Stiftung soll rund die Hälfte des zusätzlich benötigten Personalbedarfs abgedeckt werden. Die Gesamtkosten der Stiftung, die für zwei Jahre konzipiert ist, belaufen sich auf rund 2,8 Mio. Euro, die zwischen den Unternehmen (2,2 Mio. Euro), dem Land (1 Mio. Euro) und dem AMS (0,6 Mio. Euro) aufgeteilt sind.

Die steirische Soziallandesrätin Doris Kampus sieht in der Implacement-Stiftung Pflege für alle Seiten nur Vorteile: „Arbeitslose Menschen erhalten eine gute Ausbildung und werden wieder ins Berufsleben integriert – und das sogar mit Jobgarantie, weil der Pflegebereich weiterhin ein Zukunftsmarkt ist.“ Und den betroffenen Familien werde die Sicherheit geboten, dass ihre zu pflegenden Angehörigen bestmöglich versorgt sind.Es besteht ein Übereinkommen mit dem Land Steiermark und den Betreibern, dass es über mehrere Jahre verteilt zu einem Ausbau des Pflegepersonals in den rund 220 Heimen kommen und damit auch die bisherige Qualität in der Betreuung für die Zukunft sichergestellt wird. Bis 2020 soll in mehreren Ausbauschritten das Pflegepersonal deutlich aufgestockt werden. Bis Ende 2020 sollen den Heimen dann rund 800 Dienstposten mehr (bezogen auf Jahresbeginn 2016) zur Verfügung stehen. Der Bedarfs- und Entwicklungsplan des Landes sieht einen Schwerpunkt der Versorgung Zuhause vor.

„Die Menschen können auch bei uns in den Pflegeeinrichtungen mobil oder stationär vorbeischauen und Gespräche führen und wenn man sich findet, dann wird alles Andere mit dem AMS in die Wege geleitet . Es sind zwei Qualifikationen vorgesehen, die sehr kurz sind – die Ausbildung zum Heimhelfer dauert 6 und zum Pflegeassistenten 12 Monate“,  erläutert Volkshilfe Geschäftsführer Franz Ferner.  „Wir tun jetzt sehr viel, damit die Menschen, die bereit sind in der Pflege zu arbeiten, auch die Unterstützung bekommen, die sie brauchen, um das hohe Niveau der Pflege im Land Steiermark zu halten. Wir wollen auch, dass die Menschen Wahlfreiheit im Land Steiermark haben – bleibe ich zu Hause, pflege ich meine Angehörigen zu Hause oder überlege ich mir, in eine Pflegeeinrichtung zu gehen ?!“, Kampus abschließend.