O_Elbphilharmonie_Garderobenanlage

Die Garderobenanlage: schwierige und aufwändige Montage. Fotos: Cserni

Martin Cserni (li.) und Andreas Dornik: „Sind stolz, es geschafft zu haben.“

Martin Cserni (li.) und Andreas Dornik: „Sind stolz, es geschafft zu haben.“

Die Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie

Imposanter Ausblick von der Bar auf Hamburg.

Imposanter Ausblick von der Bar auf Hamburg.

Cserni-Handarbeit in der spektakulären Elbphilharmonie in Hamburg, aber:

Sonntag, 14. Januar 2018

„So ein Projekt rechnet sich nie ...“

Das ist die nüchterne Bilanz des Traditionsbetriebs Cserni mit Stammsitz in Fehring. Aber nicht nur für die Cserni-Gruppe, auch für andere rechnete sich das Mitwirken an der Elbphilharmonie in Hamburg nicht. Der Baubeginn war bereits im Jahr 2007. Ursprüngliche Kosten: 400 Millionen Euro. Tatsächliche Kosten für den Steuerzahler: 789 Millionen Euro.

Der steirische Traditionsbetrieb fertigte und montierte diese essentiellen Bereiche des Interieurs exakt nach den anspruchsvollen Entwürfen der Designer und Architekten Herzog & de Meuron. Die acht Bar-Tresen bestehen etwa aus edlem schwarzen Corian, das über drei Monate hinweg in Handarbeit zu Hochglanz poliert wurde. Der kürzeste Tresen ist gut 3 Meter lang, der längste misst 21 Meter. Dass Herzog & de Meuron das Material nicht nur außen, sondern auch innen maximal ausgereizt haben, zeigt auch der geschwungene Abschluss der Tresen – zur Umsetzung dieser Entwürfe müssen die Möbel auf 180 Grad erhitzt und exakt gebogen werden.

„Neben der Fertigung des enorm anspruchsvollen Interieurs war in diesem Fall auch die Montage und Logistik eine Herausforderung, schließlich mussten die edlen Stücke über 16 verschiedene Geschoße verteilt und montiert werden“, berichtet Martin Cserni, Eigentümer der Cserni Group.

Schon beim Betreten des Empfangs- und Ticketing-Bereichs wird das unvergleichbare Flair der Hamburger Elbphilharmonie für jedermann spürbar. Bei der Innenraumgestaltung der öffentlichen Plaza, des Cafés und der Garderoben kamen nur hochwertigste Werkstoffe zum Einsatz. Bei der Produktion der hochglänzenden Corian-Außenhüllen setzte Cserni auf die ausgeprägte Handwerkserfahrung des deutschen Partners Hasenkopf.

Ein solches Projekt sei sehr widersprüchlich, so heißt es bei Cserni. „Auf der einen Seite sind wir natürlich stolz, das geschafft zu haben“, so der Projektleiter Andreas Dornik. „Aber schon allein unsere Haftungen, die wir während der Bauphase eingehen mussten und auch die Vorleistungen, was die Finanzierung betrifft, waren gewaltig.“ Dazu komme auch die komplizierte Abrechnung. Natürlich habe es Teilzahlungen gegeben, aber der Arbeitsaufwand sei enorm gewesen – rein von den Abläufen her.

Bei Cserni sieht man daher dieses Projekt auch als Werbung für die handwerkliche Leistungsstärke. „Doch davon könnten wir allein nicht leben. Wir benötigen klarerweise auch Aufträge, wo wir etwas verdienen“, so Andreas Dornik. „Die Rückmeldungen und das Echo auf unsere Arbeit sind aber international und schon gewaltig.“