DSC_0428

Landesbäuerin Auguste Maier mit Landesrat Hans Seitinger (li.) und LWK-Stmk.-Präsident Franz Titschenbacher.

DSC_0365

Optimismus bei den Bauern

Dienstag, 16. Januar 2018

Auch neue Regierung gibt dazu Anlass

Natürlich setzt Agrarlandesrat Hans Seitinger auch darauf, dass die türkisblaue Koalition in Wien mit der zuständigen Ministerin Elisabeth Köstinger und deren Ankündigungen – auch was die Unterstützung der Bauernschaft betrifft – für eine Entwicklung zum Besseren sorgen wird. Zumal das Jahr 2017 ein turbulentes war, besonders geprägt durch einen starken internationalen Wettbewerbsdruck auf die heimische Landwirtschaft. Doch zehn Jahre nach der Wirtschafts- und Finanzkrise sei wieder Mut und Zuversicht in der Bauernschaft zu verspüren.

Besonderes der Bürokratie-Abbau ist eine vorrangige Forderung der Bauern-Vertreter. Bei der gestrigen Pressekonferenz waren auch Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher und Landesbäuerin Auguste Maier dabei. Landesrat Seitingers Beispiel: Ein kleiner, innovativer Familienbetrieb musste 411 Euro Strafe an die BH zahlen, weil die Kennzeichnung bei Eiern (Freilandeier statt nur Eier) fehlerhaft und auch das Ablaufdatum schlecht lesbar war. „Da ist die Verhältnismäßigkeit, das Augenmaß, nicht gegeben. Beim ersten Mal könnte es daher auch eine Verwarnung sein.“ Es gelte daher, die überbordende Bürokratie mit all ihren Hürden zu bekämpfen und dazu werde man auch Projekte und Programme präsentieren. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Klarerweise sei eine exakte Herkunftskennzeichnung das Ziel der Bemühungen der Agrar-Vertreter.

Weiters will man sich im heurigen Jahr besonders dem mangelnden Wissen rundum das Thema Ernährung und den besonderen Herausforderungen des voranschreitenden Klimawandels zuwenden.

Die Land- und Forstwirtschaft hat sich mittlerweile zu einem globalen Kampfgebiet entwickelt, das zwar teils sehr nachhaltig, aber auch in weiten Teilen ethisch sehr fragwürdig ausgestaltet ist. So werden täglich rund 30.000 Hektar Regenwald gerodet, um Flächen für die billige Soja- und Palmölproduktion freizumachen und darauf billigste Milch- und Fleischprodukte erzeugen zu können. Eine weitere Bedrohung der kleinstrukturierten Landwirtschaft ist durch die enge Vernetzung der Saatgut-, Gentechnik-, Biotechnologie- und Chemiekonzerne gegeben, die massiv auf die Etablierung eines Billigstmarkts ausgerichtet ist.

Agrarlandesrat Hans Seitinger: „In der Steiermark ist unsere Haltung ganz klar: Wir beteiligen uns an keinem Wettbewerb der aggressivsten Biotechnologien, wollen nicht um die höchsten Lebensmittelrabatte wetteifern und letztlich keinen Wettkampf um die Anzahl der meisten Fastfood-Läden bzw. Convenience-Anteile ausfechten. Billig, schnell und ‚mega‘ kann nie unser Anspruch sein! Die einzigen Ziele unserer kleinstrukturierten Landwirtschaft müssen bewusste Konsumenten, nachhaltigste Bauernhöfe und beste regionale Produkte und Marken sein!“

In der Steiermark beträgt der Anteil der Bauern vier Prozent an der Gesamtbevölkerung. Die Zahl der Betriebe liegt bei 38.000 und die Land- und Forstwirtschaft beschäftig 150.000 Arbeitnehmer.