IV Neujahrsempfang, Industriellenvereinigung, 11.01.2018

IV-Stmk.-GF Gernot Pagger mit Vizepräsident Franz Kainersdorfer, Präsident Georg Knill sowie WKO-Stmk.-Vizepräsident Benedikt Bittmann (v.l.).

Fotos: IV-Steiermark / Sabine Hoffmann

Fotos: IV-Steiermark / Sabine Hoffmann

Viele Gewinner, aber auch Verlierer

Montag, 15. Januar 2018

IV-Steiermark-Empfang und Digitalisierung

„Die Digitalisierung wird viele Gewinner, aber auch Verlierer hervorbringen. Wer zu den einen und wer zu den anderen zu zählen sein wird, wo sie sind, in welchen sozialen Schichten, in welchen Berufsgruppen und in welchen Ländern und Regionen, wird davon abhängen, wie wir uns JETZT auf die aktuellen und kommenden Entwicklungen vorbereiten. Individuell, gesellschaftlich und politisch“, betonte IV-Steiermark Präsident Georg Knill anlässlich seiner Rede beim Neujahrsempfang im IV-Haus in der Hartenaugasse in Graz.

„Besorgt macht viele Menschen insbesondere das Tempo der Veränderung im Zuge der Digitalisierung. Innovationszyklen werden immer kürzer. In immer knapperen Abständen erobern disruptive Innovationen die Märkte und verändern unser Leben.“ Der technologische Wandel sei aber nicht zu stoppen, schon gar nicht in einer globalisierten Wirtschaft.

„Die Digitalisierung ist aus unserem Alltag längst nicht mehr wegzudenken. Sie ist weniger ein Phänomen, auf das wir uns vorbereiten müssen, als Realität mit der wir längst tagtäglich umgehen“, führt Georg Knill weiter aus. Die Steiermark müsse die Herausforderungen – sprich Investitionen, Innovation und Bildung – aktiv vorantreiben, um künftig auch als „Gewinnerregion“ bestehen zu können. Die derzeit gute Konjunktur befördert diese Möglichkeiten. „Dafür wiederum braucht es politische Entscheidungsträger und auch Sozialpartner. Solche, die eine Region schaffen, die die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgelöste Dynamik unterstützen und befeuern. Solche, die verstanden haben, dass es nicht um Arbeitgeber GEGEN Arbeitnehmer geht, sondern dass das GEMEINSAME im Fokus stehen muss.“

Die Verfügbarkeit der besten Fachkräfte ist normal

Georg Knill: „Die Steiermark ist von einem Fachkräftemangel geprägt, der vielerorts bereits zu einem Arbeitskräftemangel ausgewachsen ist. Aktuell warten 2.000 offene Stellen in der steirischen Industrie auf Menschen mit den entsprechenden Qualifikationen. Und es werden immer mehr. So wichtig die langfristige Wirkung von Arbeitsmarkt- und Bildungsmaßnahmen ist – am qualifizierten Zuzug führt kein Weg vorbei. Der Zuzug von qualifizierten Menschen ist keine Selbstverständlichkeit. Wir müssen unsere Attraktivität steigern und konkrete Angebote für eine internationale Community permanent ausbauen. Das ist auch eine Frage der Kommunikation und des Außenauftritts der Steiermark. Wir müssen uns international so darstellen, wie wir tatsächlich sind: Eine perfekte Symbiose aus Lebensqualität und Hochtechnologie. A great place to work AND a great place to live. Die Frage, wer Gewinner- oder Verlierer-Region ist, wird über Talente entschieden und wer sie an sein Land binden kann. Welche Regionen ziehen Talente an? Die, die glaubwürdig versprechen, dass man in ihnen erfolgreich sein kann und dafür geschätzt wird. Und was versprechen Österreich und die Steiermark diesen Menschen?“

„Auch eine moderne Infrastruktur ist in einer digitalen Gewinnerregion normal. Es werden sich völlig neue Chancen für die Region Südösterreich ergeben, wenn der Koralmtunnel im Jahr 2022 fertig gestellt ist. Wirtschaftspolitisch, bildungspolitisch, innovationspolitisch. Wir müssen all dies bereits jetzt mitdenken und uns gemeinsam mit unseren Kollegen in Kärnten darauf vorbereiten. Der Korlamtunnel hat das Potential zu unserer Öresund-Brücke zu werden. Die unglaublich dynamische Region Copenhagen und Malmö kann Vorbild für Klagenfurt und Graz – und warum nicht auch inklusive Maribor – sein.“