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AK-Direktor Wolfgang Bartosch und AK-Präsident Josef Pesserl präsentierten heute die „Leistungsbilanz 2017“ der steirischen Arbeiterkammer Foto: AK Stmk/Graf

„Die Drähte liefen im Vorjahr heiß“

Mittwoch, 28. März 2018

63 Millionen Euro für AK-Mitglieder

„Beratungen per Telefon und verstärkt über Email zählen zu den Hauptaufgaben der Arbeiterkammer – mehr als 226.000 im Vorjahr ! Dies dokumentiert, wie stark die AK in Anspruch genommen wird“, erklärt AK-Direktor Wolfgang Bartosch.

Die Leistungsbilanz  2017 der Arbeiterkammer Steiermark basiert zum einen auf dem jährlichen Rechtsschutzbericht, zum anderen auf dem Konsumentenschutz.  Im vergangenen Jahr wurden 63 Millionen Euro für die AK-Mitglieder erbracht. 61,2 Millionen Euro betrugen die Mitgliederbeiträge. Der in Euro quantifizierte Erfolg umfaßt Arbeitsrechts-, Sozialrechts-, Insolvenzrechts- und Konsumentenschutzfragen sowie Beratungen im Steuerrecht. „Unsere Kernkompetenz ist das Arbeitsrecht. Wir vertreten 70% der Klagen im Arbeits- und Sozialrecht“, betont Bartosch.                    Die Hitliste der Streitgründe: Löhne und Gehälter, Überstunden, Sonderzahlungen und vorzeitige Beendigung des Dienstverhältnisses. Die „Problembranchen“: Gastgewerbe, der Handel, Transport und Branchen ohne Kollektivvertrag. Beim Konsumentenschutz gab es mehr als 7.000 Interventionen. 40% davon im Bereich „Wohnen“ (BK-Abrechnung, Kautionsstreitigkeiten, Schimmel etc.). „Etwa 90% aller Fälle haben wir gewinnen können. Unsere Erfolgsbilanz führen wir darauf zurück, dass wir jeden Fall genau prüfen und eben nicht gerne streiten, wie der AK oft vorgeworfen wird“, so AK-Präsident Josef Pesserl. Ein großer Teil der Fälle betrifft Unternehmen ohne Betriebsrat. „Wir vertreten die Rechte und Interessen der Arbeitnehmer und arbeiten dabei nicht gegen die Wirtschaft und Politik. Es geht uns darum, einen Interessenausgleich herbeizuführen. Eine Diskussion über die Schwächung von Interessen der Arbeitnehmer werden wir jedoch nicht führen“, betont Pesserl. „Viele Betriebe klagen darüber, dass es zu wenige Lehrlinge, ein Qualifikationsdefizit bzw. Fachkräftemangel gibt. Die meisten Betriebe haben nicht die Möglichkeit und die Zeit, diese Defizite innerbetrieblich auszugleichen. Deshalb begrüße ich sehr, dass über das AMS überbetriebliche Fachkräfteausbildungen insbesondere für junge Menschen gefördert werden. Eine weitere Klage vieler Betriebe ist, dass von Unternehmen außerhalb von Österreich nicht die österreichischen Standards eingehalten werden, was sich in Preisdumping widerspiegelt. Daher bedarf es strengerer Kontrollen seitens der Finanzpolizei. Hier gilt es Lösungen zu finden“, Pesserl abschließend.