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Gottfried Kirchengast, Leiter des Wegener Center für Klima und Globalen Wandel an der Universität Graz (ganz li.): „Der von uns Menschen verursachte Klimawandel schreitet auch in der Steiermark weiter voran und beeinflusst unseren Wasserhaushalt jetzt schon klar. Und das wird sich in Zukunft weiter verstärken. Einerseits nehmen Trockenheit und Dürreneigung im Sommer vor allem in der Südoststeiermark deutlich zu, andererseits nehmen auch extreme Niederschläge in der gesamten Steiermark zu. Sowohl beherzter Klimaschutz als Beitrag zu den Pariser Klimazielen als auch Anpassung an den Klimawandel zur Dämpfung der Schäden und Kosten durch zu viel oder zu wenig Wasser sind daher zur Vorsorge unerlässlich und dringend notwendig.“

Johann Wiedner, LR Johann Seitinger und Gottfried Kirchengast (v.l.). Johann Wiedner, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit: „Um die vielfältigen Nutzungen des Wassers für Generationen zu sichern, bedarf es eines intakten Wasserhaushaltes auf Basis eines Ausgleiches zwischen Schutz und Nutzung. Die Wasserspeicher und Wasserfilter der Natur sind Wälder, Wissen und Feuchtgebiete.“ Fotos: Lebensressort

Johann Wiedner, LR Johann Seitinger und Gottfried Kirchengast (v.l.). Johann Wiedner, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Ressourcen und Nachhaltigkeit: „Um die vielfältigen Nutzungen des Wassers für Generationen zu sichern, bedarf es eines intakten Wasserhaushaltes auf Basis eines Ausgleiches zwischen Schutz und Nutzung. Die Wasserspeicher und Wasserfilter der Natur sind Wälder, Wissen und Feuchtgebiete.“ Fotos: Lebensressort

„Eine ordentliche Portion Hausverstand“

Mittwoch, 21. März 2018

Gezielte Bewusstseinsbildung für verantwortungsvollen Umgang mit Wasser

Wer kennt das nicht, man kommt aus dem Urlaub in einem anderen Land nach Hause und freut sich darüber, das Wasser aus der Leitung trinken zu können. Auch Landesrat Johann Seitinger schenkt sich zu Beginn der heutigen Pressekonferenz anlässlich des morgigen Weltwassertages ein Glas Leitungswasser ein.

2017 hatten laut Weltwasserbericht der Vereinten Nationen rund 1,8 Milliarden Menschen keinen verlässlichen und sauberen Zugang zu Trinkwasser. 3,6 Milliarden Menschen – also die Hälfte der Erdbevölkerung – leben in Regionen, die jährlich mindestens einen Monat lang von akutem Wassermangel bedroht sind Angesichts des global voranschreitenden Klimawandels verschärft sich die weltweite Wassersituation auf täglicher Basis weiter. „Alles Fakten, die eigentlich keinen Grund zum Feiern darstellen“, so Landesrat Johann Seitinger. Zum Weltwassertag müsse man einmal mehr den Menschen den verantwortungsvollen Umgang mit der kostbaren Ressource bewusst machen. „Die Steiermark ist als Wasserland weit über die Grenzen hinaus bekannt. Um die hohe Qualität der steirischen Wasserversorgung aufrecht zu erhalten und die steirischen Haushalte mit qualitativ hochwertigem Wasser zu versorgen, wenden wir jährlich etwa 30 Millionen Euro auf“, erklärt der Wasserlandesrat.

Eine große Herausforderung stellt ein neues Wasser-Ressourcenmanagement im Land dar. Es gelte, die vielen Interessenten, die Wasser verstärkt nutzen wollen – von der Landwirtschaft bis hin zu den Fischereibetrieben – an einen Tisch zu bringen, um das Wasser entsprechend „gerecht zu verteilen“. „Dazu braucht es eine ordentliche Portion Hausverstand“, so Seitinger.

Er wolle auf keinen Fall den „Teufel an die Wand malen“, aber es sei ein zentraler Punkt: „Die (Not-)Versorgung mit Wasser im Falle eines Storm-Blackouts ist ein wesentliches Ziel des zukünftigen Wassermanagements in der Steiermark“, erläutert Seitinger. So wurden beispielsweise 2017 erste Umsetzungsmaßnahmen im Wasserverband Grenzland Südost gesetzt, die ein Blackout von mindestens sechs Tagen überbrücken können. Derartige Maßnahmen sollen in allen Regionen der Steiermark geplant, vorbereitet und mittelfristig realisiert werden.