Ostern

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Oster-Lachen

Samstag, 24. März 2018

von Maximilian Taucher

Vor kurzem habe ich meinen Jugendfreund Hofrat Dr. Manfred Glawogger in Hausmannstätten besucht. Er war viele Jahre erfolgreicher Leiter der Kulturabteilung des Landes, und bei diesem Besuch hat er mir erzählt, dass er auf Wunsch des Pfarrers von Hausmannstätten das Osterlachen nach der Auferstehungsmesse wieder zum Leben erweckt hat.

Im Mittelalter war es üblich die Angst vor dem Tod an Ostern wegzulachen. Nach 7-wöchiger Fastenzeit und der Trauer des Karfreitags, sollten die Gläubigen mit Witzen und Narreteien zu befreiendem Lachen angeregt werden.

Mit befreitem Lachen am Ostersonnstag wäre Gott sehr einverstanden findet der deutsche Relgionswissenschaftler Korp. Grundanliegen des Osterlachens war es die Osterfreude zum Ausdruck zu bringen. Es sollte die Überlegenheit und der Sieg über den Tod symbolisiert werden. Im 18. Jahrhundert wurde das Osterlachen immer seltener und irgendwann ist es ganz verschwunden.

HR Dr. Glawogger hat mir erzählt wie er im Vorjahr in Hausmannstätten mit Begeisterung alle Kirchenteilnehmer am Ostersonntag zu einem langanhaltenden Lachen nach der Auferstehungsmesse animiert hat. Mir hat diese Erzählung sehr gefallen und ich rege an, dass wir diese alte Tradition wieder aufleben lassen sollten und das Osterlachen mehr verbreiten.

Auch der Pfarrer meiner Heimatpfarre St. Leonhard, Mag. Hans Schrei, praktiziert das Osterlachen nach den Auferstehungsmessen seit vielen Jahren.

Sagen Sie es daher Ihrem Pfarrer weiter – vielleicht ist er auch ein fröhlicher Mensch und lasst es auch in seiner Kirche zu!

Lachen hat doch wirklich etwas befreiendes an sich und wir Christen haben am Ostersonntag tatsächlich Grund genug zu lachen, wenn wir die Auferstehung Christus im Gedenken feiern.

Anlässlich der 800 Jahre Feier der Diözese Graz-Seckau stellt die katholische Kirche der Steiermark die Frage: „Haben wir noch eine Zukunft?“ Diese Frage ist nicht unberechtigt wenn man in dieser dunklen Zeit an die Kriege, den Terror, die Flüchtlingsströme, neue Grenzzäune und die Hungersnöte in Afrika denkt. Auch in dunklen Phasen der Menschheitsgeschichte gaben die Menschen niemals die Hoffnung auf, dass es eine bessere Zukunft gibt.

Keine Zeit ist besser dafür angetan als Ostern und der Frühling, wo wir Christen die Auferstehung Christi feiern und auch auf eine gute Zukunft hoffen dürfen.

Peter Rosegger dessen Gedenkjahr wir heuer feiern, hat einmal geschrieben: „Man muss gerungen haben ums tägliche Brot, man muss einmal aus einer schweren Krankheit genesen sein, man muss Gutes empfangen und Gutes gegeben haben, man muss sich ein Haus gebaut und einen geliebten Menschen gefunden und einen geliebten Menschen sterben gesehen haben, um zu wissen was Leben bedeutet.“

Das Osterfest lädt uns ein neuen Lebensmut zu fassen und die Freude am Leben zurück zu gewinnen und daher haben wir Grund genug fröhlich zu sein und zu lachen. Mit dem Motto LEBEN, LIEBEN, LACHEN geht im Leben alles viel leichter.

In diesem Sinne Euch allen ein gesegnetes, frohes Osterfest!