3D-Fotografie_BodyScan-med 360, Fotolabor an der Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie: Univ.-Prof. Dr. Peter Wolf, stv. Leiter der Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie (sitzend) und Werner Stieber, wissenschaftlicher Fotograf

Werner Stieber und Univ.-Prof. Dr. Peter Wolf, stv. Leiter der Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie (sitzend), Bildnachweis: LKH-Univ. Klinikum Graz/Almuth Kunrath

li. Werner Stieber, wissenschaftlicher Fotograf der Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie des Klinikum Graz und Testimonial Bodybuildingweltmeister Klaus Drescher

li. Werner Stieber, wissenschaftlicher Fotograf der Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie des Klinikum Graz und Testimonial Bodybuildingweltmeister Klaus Drescher

Uni-Klinik Graz: Muttermale im 3D-Fokus

Freitag, 16. März 2018

Jährlich mehr als 100 Patienten erfahren bei einer Untersuchung auf der Klinik für Dermatologie, dass Sie Muttermale haben, die zu Krebs führen können. Heute stellten Univ.-Prof. Dr. Peter Wolf, stv. Leiter der Klinik und Werner Stieber, wissenschaftlicher Fotograf der Uni-Klinik das neue Fotosystem „BodyScan-med 360°“ vor.

Damit können zum ersten Mal 3D-Patientenbilder gemacht werden können, die den speziellen Anforderungen der dermatologischen Diagnostik gerecht werden.

Der Patient steht auf einem Drehteller und dieser dreht den Patienten in 40 Sekunden um 360°. Dabei macht die hochauflösende Kamera 28 standardisierte Bilder, aus denen der Prozessor gut 15.000 Bilder errechnet. Die große Anzahl ist notwendig, um die Darstellung der Drehung zu ermöglichen bzw. auch Hotspots setzen zu können. Damit ist der Arzt zB: in der Lage auch ein Muttermal am Bildschirm des Computers heran zu zoomen. Bisher waren für eine „Ganzkörperaufnahme“ unzählige Einzelaufnahmen nötig. Die Initialzündung für die Realisierung dieses Projekts lieferte die 3D-Animation eines neuen Autos beim Canon Business Forum 2017, so Werner Stieber. Im medizinischen Bereich gäbe es nach Wissensstand der Uni-Klinik Graz keine vergleichbaren Systeme auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Das Verfahren soll daher künftig in der Diagnostik von Ganzkörperhauterkrankungen zum Standard werden.

„Die Vorteile des Systems liegen für uns als Diagnostiker darin, dass die 3D-Aufnahme am Bildschirm einfach gedreht werden kann und die Haut des Patienten bzw. dessen Hautveränderungen aus jeder Perspektive rasch betrachtet werden können. Bisher musste man mühsam von Bild zu Bild springen. Außerdem waren Bereiche oft nicht gut erfasst oder überlappten sich – das fällt nun weg“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Peter Wolf, stv. Leiter der Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie.

Des Weiteren erleichtere das System auch den direkten und raschen Vergleich von Hautveränderungen über einen gewissen Zeitraum. Dies ist insbesondere bei der Dokumentation vieler entzündlicher Hauterkrankungen, wie der Psoriasis, bei Ekzemen, aber auch bei Pigmentstörungen wie der Weißfleckenkrankheit oder bei Patienten mit Muttermalen ein riesiger Vorteil.“ Definitiv unschlagbar sei das System, fährt Stieber fort, auch im Hinblick auf die anfallenden Kosten – knapp € 30.000.