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Iris Laufenberg, Geschäftsführende Intendantin des Schauspielhaus Graz und Karla Mäder, leitende Dramarturgin. Foto: Lupi Spuma / Schauspielhaus Graz

Bürger spielen auf der Bühne

Mittwoch, 25. April 2018

Schauspielhaus – Spielplan der Saison 2018/2019

„Mit der ,Bürger*innenbühne‘ haben wir im Spielplan der Saison 2018/2019 ein neues Format als Plattform für Austausch und Begegnung von Menschen verschiedener Herkunft, Alter und sozialer Schichten“, so Iris Laufenberg, Geschäftsführende Intendantin des Schauspielhaus Graz. Dieses Format wird auf allen drei Spielstätten des Schauspielhauses etabliert. Hier sollen in der gemeinsamen Auseinandersetzung von Experten des Alltags, im analogen Miteinander, Utopien entworfen werden. Auf der Bühne stehen in allen drei Projekten, die im Laufe der Saison umgesetzt werden, Spielwütige jeden Alters aus Graz und der Steiermark. Dabei sind folgende drei Themen vorgesehen mit je einer Infoveranstaltung um 18 Uhr im Foyer des Schauspielhauses: Bournout (15.09.2018), Zukunftsforschung (12. 01.2019), Bildung einer Großfamilie / Zusammenleben verschiedener Generationen (09.03.2019). Zu jedem Thema gibt es einen Auswahlworkshop, in welchem sich der Regisseur mit der Produktion vorstellt und geeignete Schauspieler ausgesucht werden. In einer Probenzeit wird das jeweilige Stück gemeinsam vom Regisseur und den Darstellern entwickelt.

„Früher bekam das Publikum einen Klassiker nach dem anderen zu sehen. Das Theater hat sich gewandelt“, erzählt Laufenberg. „Das Publikum erwarten insgesamt 21 Premieren, darunter 3 Uraufführungen, 6 österreichische und deutschsprachige Erstaufführungen sowie 4 Stückentwicklungen. Von insgesamt 21 Regisseuren sind 11 neu“, ergänzt Karla Mäder, leitende Dramarturgin.

Waren es in den drei vergangenen Spielzeiten die unterschiedlichen Perspektiven auf Grenzen, Revolutionen sowie den Glauben, beginnt mit der neuen Saison ein neuer Zyklus. Die Produktionen der kommenden zwei Spielzeiten kreisen thematisch um ein großes Wort: die Zukunft bzw. Futur I und Futur II – einfache und vollendete Zukunft. Wie können und wollen wir Zukunft heute denken? „Bei manchen Werken George Orwells dachte man zunächst, er habe gesponnen. Da manches heute zur Realität wurde, denkt man heute anders darüber. Utopie kann zur Gegenwart werden“, erklärt Laufenberg.

Klassische Stücke der neuen Saison sind unter anderem Schillers „Maria Stuart“ und Anton Tschechows „Kirschgarten“. „Laut einer Statistik des deutschen Bühnenvereins verzeichnen neue zeitgenössische Stücke die meisten Zuschauerzahlen, auch wenn Shakespeares Stücke die am öftesten aufgeführten sind“, erzählt Mäder. Dies erklärt auch den erfreulicherweise hohen Anteil an neuen Stücken. „Das Publikum reagiert auf verschiedene Reize, die für eine bestimmte Vorstellung das Interesse wecken: das Thema oder der Regisseur oder vielleicht auch der Titel. Am besten funktioniert jedoch die Mundpropaganda“, so Mäder. „Im gesamten deutschsprachigen Raum sind etwa 10 % der Theaterschauspieler aus Österreich, 5 % aus der Schweiz und 85 % aus Deutschland. Unser fixes Ensemble besteht aus 16 Schauspielern, davon kommen 50 % aus Österreich.“

Weitere Infos: www.schauspielhaus-graz.com