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Fotos: Hotel Wiesler

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Das Wiesler in Graz: Gästen bleibt es im Kopf

Montag, 30. April 2018

Es sind die unverwechselbaren Details, die dafür sorgen, dass die Gäste das Hotel Wiesler in Graz im Kopf behalten. Weil es sich von üblichen hochwertigen Stadthotels stark abhebt. Seit 2010 lässt Unternehmer Florian Weitzer den ehrwürdigen Jugendstilmauern kontinuierlich neues Leben einhauchen, sehr behutsam, damit die natürliche Patina, die schönen Erinnerungen und Geschichten der vergangenen Jahre erhalten bleiben. Das Ergebnis: Ein spannender Mix aus Altem und Neuem mit einem Schuss Soul, der auf Pomp und 5 Sterne-Klassifizierung verzichtet und viel Raum für erfrischend Unkonventionelles schafft. Sehr zur Freude der Gäste, aber auch der Einheimischen. Das Haus mitten in Graz gibt es seit Mitte 1909.

Junior-Eigentümer Florian Weitzer gehört in seiner Zunft ganz sicher zu den kreativsten Hotelchefs, die im deutschsprachigen Raum am Werken sind. Er hat auch den Mut zum (finanziellen) Risiko. Alle 102 neu gestalteten Zimmer dokumentieren das auf ihre Art. Wer wagt es schon, den Verputz von den Wänden zu schlagen und sie dem Gast so zu „zeigen“ – mit der Patina –, wie sie vor 50, 60, 70 Jahren ausgesehen haben, mit dem Hauch des Eindrucks einer Baustelle.

Nicht dass Florian Weitzer etwas gegen Hotelsterne hätte. First Class-Service ist im Wiesler sowieso seit jeher selbstverständlich. Für ihn ist der eingeschlagene Weg „from 5 stars to independance“ vielmehr der einzig gehbare, um frische Ideen umzusetzen. Denn es sind die feinen überraschenden Details, die das Besondere im Wiesler ausmachen: So ist der „Speisesaal“ kein Hotelrestaurant im herkömmlichen Sinn. Denn hier kann jeder, ob Hotelgast oder nicht, „einchecken“ und sich durch die internationale Speisekarte kosten. Und das von früh bis spät in der Nacht, 365 Tage im Jahr. Frühstücksbuffet, Mittagstisch, Café-Betrieb am Nachmittag sowie ein Soul Brunch am Sonntag runden das Angebot ab. Und in welchem Hotel der Stadt kann man sonst eine Handrasur bei einer „Frau Barbier“ genießen? Oder einen netten Moment mit der Sofortbildkamera festhalten und ihn direkt aus der Wiesler Polaroid-Ecke als Brief an seine Lieben nach Hause schicken? Wiesler-„Souvenirs“ gibt es in Form von Bettwäsche, Schlüsselanhänger oder Secondhand-Schallplatte.

Es gibt viel Platz für neue Gedanken in den Zimmern. Eine echte Gitarre, ein alter Plattenspieler mit guten Scheiben, eine Schreibmaschine, eine Schatzkiste, eine kleine Bib­liothek mit großen Querdenkern unserer Zeit, eine frei stehende Badewanne u.v.m warten darauf, ausprobiert zu werden.