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Fussball UNIQA OEFB Cup Finale SK Puntigamer Sturm Graz vs. FC Salzburg am 09.05.2018.
Bild zeigt: v.l. STurm-Fans
Foto © by der Plankenauer, www.der-plankenauer.at

Foto: Horst Plankenauer

12. Mann für Sturm: Salzburgs Trainer

Freitag, 11. Mai 2018

Zu Recht freut es auch Steirer, die nicht viel mit dem Fußball verbindet, dass Sturm aus Klagenfurt als österreichischer Cupsieger die Heimreise antrat. Glücklich taten das natürlich auch die rund 20.000 Fans, die den ersten großen Pokal nach einer Durststrecke von sieben Jahren mit vielen Bier-Duschen bejubelten. Die Sturm-Fans hatten das Finale zu einem Heimspiel gemacht. Auch für Ex-Trainer Franco Foda eine stille Genugtuung und Freude. Er bei seinem Abschied: „Ich werde immer ein Schwarzer bleiben.“

Keine andere Mannschaft, ausgenommen vielleicht Rapid, hat im österreichischen Fußball so viele (fanatische) und auch treue Fans. Hut ab! Red Bull Salzburg – und man kann das trotz der Erfolge der Bullen in der Europa-League behaupten – kann davon nur träumen. Die „Dosenmannschaft“ ist eine professionelle Legionärstruppe, aber sie trägt nur wenige Salzburger Gene in sich. Das zeigt sich nicht zuletzt in Meisterschaftsspielen immer wieder – das Stadion wirkt oft gähnend leer.

Klar, wollten die Bullen nach dem Meisterteller auch den Pokal holen. Doch es war zu spüren und auch zu sehen, dass das Wollen von Sturm weit stärker war. Salzburg hätte den Cup-Pokal gern als Draufgabe aus Klagenfurt mitgenommen. Es war mehr Überheblichkeit als Souveränität, mit der die Salzburger auftraten. Bezeichnend das Verhalten des viel gelobten Trainers Marco Rose. Außenverteidiger André Romalho hatte nicht seinen besten Tag, erhielt bald die gelbe Karte, beging danach dennoch weitere gelbverdächtige Fouls, bis er in der 71. Minute bekanntlich dann gelb-rot sah. Jeder, der ein wenig von Fußball versteht, hat gedacht, dass Trainer Marco Rose seinen „Gelb-Rot-Kandidaten“ André Ramalho rechtzeitig aus dem Spiel nehmen werde. Bestand doch die Gefahr, dass Salzburg in der Endphase des Pokal-Finales und bei einer allfälligen Verlängerung – die es dann ja gab – mit nur zehn Mann sich selbst um die Siegchance bringen würde. Kein Trainer einer Amateur-Mannschaft hätte in dieser heiklen Phase so reagiert wie Marco Rose. Damit wurde Rose zu Sturms 12. Mann. Denn mit zehn Bullen taten sich die Schwarzweißen leichter. Sturms Pokalsieg tut dem Interesse am österreichischen Fußball gut. Und die Erkenntnis daraus: Red Bull verleiht keine Flügel.