kl LB_003

v.l.: Gustavo Pechlov (Kühne + Nagel), Rasmus Jensen (Kühne + Nagel Chile), Martin Hubinger (procon Unternehmensberatung), Alejandra Navarro de Chalupa, (ANC Legal Office), Markus Aminger und Franz Braunsberger (beide Kühne + Nagel), Monica Rintersbacher (Leitbetriebe Austria), Marco Ramirez (Andritz Group) und Hudson Oliveira da Silva (Kühne + Nagel Deutschland). Foto: Sabine Klimpt

Großes Potential für steirische Unternehmen

Mittwoch, 02. Mai 2018

Zukunftsmarkt Lateinamerika

Mit deutlich mehr als 500 Millionen Einwohnern und hohen Wachstumsraten ist Lateinamerika einer der großen Hoffnungsmärkte der Weltwirtschaft. „Eine Entwicklung, von der die österreichische Wirtschaft bisher aber kaum profitiert“, so Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria, anlässlich einer gemeinsam mit dem Netzwerkpartner Kühne + Nagel organisierten Informationsveranstaltung über „Marktchancen, Wirtschaft und Logistik in Lateinamerika“ am Flughafen Graz. „Globalisierung und Wachstum finden nicht nur in China und dem restlichen Asien statt, auch von Mexiko bis Argentinien herrscht Aufbruchstimmung. Die heimischen Leitbetriebe sind bereits überdurchschnittlich stark in dieser Region engagiert, denn für österreichische Exporteure eröffnen sich ebenso gute Chancen wie für Firmen, die direkt in der Region investieren.“

In diese Kerbe schlägt auch Rasmus Jensen, Niederlassungsleiter von Kühne + Nagel in Chile: „Gerade Branchen, in denen Österreich besonders stark ist, erleben derzeit in ganz Lateinamerika einen Boom: Maschinen- und Anlagenbau, Autozulieferindustrie, Infrastrukturausbau und – vielleicht etwas überraschend – auch erneuerbare Energien. In diesen Bereichen wird aktuell enorm viel investiert und hier gibt es sicher die besten Chancen für österreichische Unternehmen.“

Südamerika-Spezialist Martin Hubinger von der procon Unternehmensberatung sieht eine Reihe von Herausforderungen, aber kaum unlösbare Probleme: „Natürlich ist man gut beraten, spezifisches Know-How für diese Region zuzukaufen. Dabei hat man gute Erfolgsaussichten wenn man wichtige Grundregeln beachtet – Sprachkenntnisse, rechtzeitige und detaillierte Planung aller Logistikprozesse sowie Geduld.“

Die rechtlichen Aspekte des Lateinamerikageschäfts seien ebenfalls keine übermäßig große Hürde, meint die Wiener Rechtsanwältin Alejandra Navarro de Chalupa, die auch in Argentinien zugelassen ist und über ein Netz von Korrespondenzkanzleien in Mittel- und Südamerika verfügt.

Zusammenfassend betont Rasmus Jensen, dass die enormen Potenziale eine eingehende Beschäftigung mit der Wirtschaftsregion Lateinamerika jedenfalls rechtfertigen: „Natürlich handelt es sich um einen Markt mit komplexen Herausforderungen, aber Komplexität ist immer gleichzeitig auch eine Chance für Unternehmen, die gut vorbereitet und strukturiert einen Markt bearbeiten.“