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AT&S-CEO Andreas Gerstenmayer, IV-Steiermark-Präsident Georg Knill und TU-Graz-Rektor Harald Kainz (v.l.). Foto: IV Steiermark

IV: Rot-Weiß-Rot-Card bis jetzt ein Flop

Dienstag, 29. Mai 2018

Die Zahlen sprechen für sich. Derzeit gäbe es allein in der Steiermark 2.700 offene Stellen für qualifizierte Mitarbeiter. Diese könne man nicht besetzen, so IV-Steiermark-Präsident Georg Knill heute vor Journalisten. Die Hürden für die viel gerühmte Rot-Weiß-Rot-Card hätten in der Steiermark nur 291 geschafft, in Österreich insgesamt sind es 2.020 Bewilligungen. Der Erwartungswert lag aber bei 8.000. Verantwortlich macht die Industriellenvereinigung da die heimische Bürokratie, aber auch das AMS, dessen Mitarbeiter zum Teil überfordert sind. Im Genehmigungsverfahren komme es immer wieder zu Verzögerungen, weil alles zu umständlich abgewickelt wird. Es brauche aber einen qualifizierten Zuzug, so IV-Steiermark-Präsident Georg Knill, AT&S-Chef Andreas Gerstenmayer und TU-Graz-Rektor Harald Kainz.

Andreas Gerstenmayer und Harald Kainz heben hervor, dass es unsinnige und widersprüchliche Genehmigungsschritte gibt, die da plötzlich hindernd werden. Aber gerade jetzt in der gut laufenden Wirtschaftsphase müssen qualifizierte Mitarbeiter oder auch angehende Dissertanten aus dem Ausland rasch eine Chance zur Übersiedlung nach Österreich erhalten. Nur so bringe man die besten Talente aller Welt nach Österreich. Die rechtlichen Rahmenbedingungen seien so komplex und die Auflagen so umfassend, dass es nicht zu akzeptieren sei.

Fälle aus dem Arbeitsalltag: Einem AT&S-Mitarbeiter aus Indien, der jahrelang konzernintern zu einem Spezialisten ausgebildet worden ist, verwehrte man die Rot-Weiß-Rot-Karte, weil die Qualifikationsmaßnahmen von AT&S von den österreichischen Behörden nicht anerkannt wurden. In einem anderen Fall versuchte man einen japanischen Techniker aufgrund eines Maschinenstillstandes rasch nach Leoben zu entsenden. Gerstenmayer: „Das kann in vier Tagen erledigt sein, aber gedauert hat es sechs Wochen.“

Die Forderung der IV: Deutliche Verkürzung der Verfahren, Einführung einer regionalen Fachkräfte-Mangelberufliste und eine Digitalisierung der Verfahren. Der qualifizierte Zuzug in den Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft ist das, was die Steiermark und darüber hinaus Österreich als Exportland benötige, um für die Zukunft gerüstet zu sein.