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ÖGB-Chef Horst Schachner, AK-Präsident Josef Pesserl und Bau-Holz-Gewerkschafter Beppo Muchitsch (v.l.).

Großes Interesse bei der heutigen Pressekonferenz im Presseclub ...

Großes Interesse bei der heutigen Pressekonferenz im Presseclub ...

Bau-Holz-Gewerkschafter Beppo Muchitsch, AK-Präsident Josef Pesserl und ÖGB-Chef Horst Schachner (v.l.)

Bau-Holz-Gewerkschafter Beppo Muchitsch, AK-Präsident Josef Pesserl und ÖGB-Chef Horst Schachner (v.l.)

Fotos: Heimo Ruschitz

Fotos: Heimo Ruschitz

Pesserl geht es um eine Arbeitszeitregelung, die auch die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt: „Die Menschen brauchen klare Regeln, die sie schützen, ihnen Recht und Mitbestimmung sichern. Das macht den Unterschied zwischen Arbeitszeit und Arbeitsleid.“

Pesserl geht es um eine Arbeitszeitregelung, die auch die Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt: „Die Menschen brauchen klare Regeln, die sie schützen, ihnen Recht und Mitbestimmung sichern. Das macht den Unterschied zwischen Arbeitszeit und Arbeitsleid.“

Breite Front gegen 12-Stundentag

Donnerstag, 21. Juni 2018

Frauen die größten Verlierer

Die schwarzblaue Regierung von Sebastian Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache will das Gesetz für einen 12-Stunden-Arbeitstag bekanntlich in der nächsten Nationalratssitzung (voraussichtlich Anfang Juli) beschließen lassen. Von „Durchpeitschen“ sprechen die Oppositionsparteien, weil es entgegen der Tradition in der Vergangenheit im Vorfeld keine Gespräche mit den Sozialpartnern und Oppositionsparteien gegeben hat. Die Fronten sind damit völlig verhärtet. Die Gewerkschaft kündigt Demonstrationen an, die gesamte Opposition fordert einen Arbeitszeitgipfel und die Regierung versucht, die Probleme des unscharf formulierten Gesetzes kleinzureden.

Bei der heutigen Pressekonferenz in Graz zeigten sich ÖGB-Landeschef Horst Schachner, AK-Präsident Josef Pesserl und Beppo Muchitsch als Bau-Holz-Gewerkschaftschef verhandlungsbereit, aber auch kampfentschlossen.

„Wir stehen für ein Miteinander“, so AK-Präsident Josef Pesserl. „Aber das, was jetzt auf dem Tisch liegt, ist der größte Angriff auf die Arbeitnehmer und ihre Interessen in der Zweiten Republik. Wir stehen für faire Lösungen. Das heißt, dass die Bedürfnisse der Arbeitnehmer bei einer Weiterentwicklung des Arbeitszeitrechts ebenfalls Berücksichtigung finden müssen. Es ist notwendig, dass wir miteinander reden und dass wir diese Entwicklung verhandeln. Im Augenblick gibt es nur ein Diktat, weil kein einziges Gespräch mit der AK oder den Arbeitnehmervertretern geführt worden ist.“

Josef Pesserl:

Ins gleiche Horn bläst ÖGB-Landeschef Horst Schachner: „Wir werden uns das als Gewerkschafter ganz sicher nicht so gefallen lassen. Wir sind es gewohnt, dass wir im Konsens über neue Gesetze mehr oder weniger immer wieder verhandelt haben und dann im Konsens auch etwas für Arbeitnehmer erreicht haben. Aber das Drüberfahren, wie jetzt von der Bundesregierung passiert – dagegen werden wir uns wehren.“

Horst Schachner:

Horst Schachner und Josef Pesserl waren als Sozialpartner anlässlich der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft von Österreich in den letzten Tagen auch Mitglieder einer steirischen Delegation in Brüssel. Auch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer habe dabei sein Erstaunen über die Vorgangsweise („Unverständnis“) in internen Gesprächen zum Ausdruck gebracht.

Beppo Muchitsch, Chef der Gewerkschaft Bau-Holz, kündigt österreichweite Betriebsräte-Konferenzen an und auch eine Großkundgebung am 30. Juni 2018 in Wien (am selben Tag feiert in Schladming die Bundesregierung den bevorstehenden EU-Ratsvorsitz). „Es ist ein Wahnsinn, was da in der Republik aufgrund dieses Gesetzesvorschlags momentan abgeht. Uns geht es wirklich nicht um das Kriminalisieren von Unternehmen. Es gibt viele, viele Gute in Österreich. Es ist eine klare Mehrheit, die sich an Vereinbarungen hält und eine gute Sozialpartnerschaft wertschätzt“, sagt Muchitsch. Die Regierung möge diesen „Scha…“ von Initiativantrag im Parlament zurücknehmen, damit ordentlich verhandelt werden kann. Die größten Verlierer in dieser Gesetzesinitiative (soll mit Jänner 2019 in Kraft treten) sind die Frauen. Es sind die Frauen, die Betreuungspflichten haben, die sich um 10 Uhr Vormittag zum Chef nicht sagen trauen: ,Ich kann heute nicht bleiben. Ich weiß, Sie haben um 8 Uhr gesagt, ich soll heute die 12 Stunden machen. Ich habe leider niemanden, der mein Kind vom Kindergarten abholt.’ Die trauen sich das nicht.“

Josef Muchitsch: