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Audi, BMW, Daimler & Co.: Modernste Produktion für die internationale Fahrzeugindustrie findet in Gleisdorf statt. Fotos: Sabrina Lacen

In Feierlaune: IV-Präsident Georg Knill, Zhongding Europe-President Norbert Hettstedt, Austria Druckguss-Geschäftsführer Nikolaus Szlavik, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, WK-Präsident Josef Herk und der Gleisdorfer Bürgermeister Christoph Stark (v. l).

In Feierlaune: IV-Präsident Georg Knill, Zhongding Europe-President Norbert Hettstedt, Austria Druckguss-Geschäftsführer Nikolaus Szlavik, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, WK-Präsident Josef Herk und der Gleisdorfer Bürgermeister Christoph Stark (v. l).

Foto von anno dazumal: Renault startete im Jahr 1978 seine Produktion von Druckguss-Komponenten in Gleisdorf. 1989 übernahm dann die AMAG (Austria Metall) den Betrieb. Anfang der 1970er-Jahre startete die Firma Silver Parts am Standort die Produktion der damals gefragten Fahrradmarke Junior.

Foto von anno dazumal: Renault startete im Jahr 1978 seine Produktion von Druckguss-Komponenten in Gleisdorf. 1989 übernahm dann die AMAG (Austria Metall) den Betrieb. Anfang der 1970er-Jahre startete die Firma Silver Parts am Standort die Produktion der damals gefragten Fahrradmarke Junior.

Erfolgreich: Von Gleisdorf aus lenkt Geschäftsführer Nikolaus Szlavik (Mitte) auch ein Schwesternwerk in den USA und China

Erfolgreich: Von Gleisdorf aus lenkt Geschäftsführer Nikolaus Szlavik (Mitte) auch ein Schwesternwerk in den USA und China

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Chinesen investieren in Gleisdorf

Montag, 18. Juni 2018

20 Mio. Euro bei Austria Druckguss

Grund zum Feiern hat dieser Tage der steirische Traditionsbetrieb Austria Druckguss. Zurückzuführen ist dies allerdings nicht nur auf das aktuelle 40. Jubiläumsjahr des Automotive-Zulieferers. Das Gleisdorfer Unternehmen erweitert für 20 Millionen Euro die Produktionshallen um mehr als ein Drittel. Neue Bearbeitungs- und Drehzentren, Montage- und Waschanlagen sowie hochtechnologische Druckgusszellen sollen künftig auf den neugeschaffenen Kapazitäten Platz finden. Mit diesem Ausbauschritt will das 260-köpfige Unternehmen eine verstärkte Produktion von Motorkomponenten, Fahrwerks- und Antriebsstrang- sowie Strukturbauteilen ermöglichen. Konkret: „Insbesondere im Bereich der Fertigbearbeitung orten wir großes Potenzial – hier wollen wir die Kapazitäten mittelfristig verdoppeln. Die Gießerei-Aktivitäten wollen wir schrittweise um bis zu 15 Prozent steigern“, betont Austria-Druckguss-Geschäftsführer Nikolaus Szlavik.

Gratulationen zu Jubiläum und Expansion kommen auch von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer anlässlich der Verleihung des Landeswappens: „Die Investitionen sind ein weiteres langfristiges Bekenntnis zur Automotive-Region Steiermark. Dieser von Tradition geprägte Standort in Gleisdorf ist nicht nur ein bedeutsamer Zulieferer für die internationale Automobilindustrie, von der Austria Druckguss gehen auch wertvolle Impulse für Innovation und Wachstum aus. Die Austria Druckguss ist ein steirisches Aushängeschild, das für Arbeit und Wertschöpfung in der Region sorgt.“

Deutsche Autoindustrie: Großauftrag

Die Mobilitätsindustrie durchlebt derzeit große Veränderungen. So wird auch insbesonders Know-how im Bereich der alternativen Antriebe gefragt sein: „Konkret erwirtschaften wir mittlerweile etwa ein Viertel des Umsatzes mit Komponenten für die Elektromobilität. Dieser Trend birgt auch zukünftig ein großes Potential für den Standort Gleisdorf“, ist sich Szlavik sicher. Das stellt bereits jetzt ein aktuell an Land gezogener Auftrag aus diesem Segment unter Beweis: Bis 2026 sollen über 2,5 Millionen Fahrzeug-Komponenten für einen deutschen Premiumhersteller in Gleisdorf produziert werden. Konkrete Details unterliegen der Geheimhaltung, das Auftragsvolumen beläuft sich auf 35 Millionen Euro. Kein Geheimnis ist hingegen die Referenzliste des Unternehmens: So zählen etwa mit Audi, BMW, Daimler, Volkswagen & Co. viele renommierte Fahrzeugbauer rund um den Globus zu den Kunden des steirischen Automobilzulieferers.

 „Es sind genau diese Unternehmen, die mit ihrer Innovationskraft die steirische Industrie und den Wohlstand prägen“, freut sich IV-Steiermark-Steiermark-Präsident Georg Knill über den langfristigen Auftrag, der ein wichtiges Signal in Richtung Arbeitsmarkt sei. Dies unterstreicht auch der Bürgermeister von Gleisdorf NRAbg. Christoph Stark: „Austria Druckguss zählt seit Jahrzehnten zu den führenden Technologiebetrieben unserer Region. Davon profitieren wir als Stadtgemeinde im Bereich der Arbeitsplätze und Wertschöpfung immens. Dank des Unternehmenserfolges sind für uns nachhaltige Impulse in unserer Stadt möglich.“

Seit zwei Jahren gehört Austria Druckguss der weltweit agierenden chinesischen Zhongding Group, die private Eigentümer hat. Austria Druckguss Gleisdorf wurde als Vorreiterunternehmen positioniert. Mittelfristig wird es auch eine stärkere Kooperation mit einem weiteren Werk in China geben. Diese globale Positionierung des oststeirischen Traditionsbetriebs sowie die mit der Übernahme verbundene Erhöhung der Eigenkapitalquote in Gleisdorf „sorgte für eine wesentlich verbesserte Kundenakzeptanz. Das ist bei jeder Ausschreibung ein erheblicher Vorteil“, sagt Geschäftsführer Szlavik.

Volle Rückendeckung erhält er dabei von Norbert Hettstedt, Vorsitzender der Zhongding Group Europe: „Die hohe technologische Kompetenz von Austria Druckguss ist unserem Konzern entscheidend. Der zukünftige Know-how Transfer wird die strategische Ausrichtung der Gruppe unterstützen. Wir haben hier noch viel vor.“