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Landesrat Johann Seitinger, Gartenexpertin Angelika Ertl-Marko und Direktorin Reingard Neubauer (v.l.). Fotos: Lebensressort. Direktorin Reingard Neubauer: „Durch den notwendigen Umbau in der Fachschule St. Martin können die kompetenzorientierten Lehrinhalte im Bereich der Land- und Ernährungswirtschaft sowohl in der Praxis als auch in der Theorie auf hohem Niveau vermittelt werden. Die gut adaptierten Räumlichkeiten sind ein Mosaikstein zum Erfolg, sie unterstützen das Lernklima, die Entfaltung der Bildungspotentiale sowie die Kreativität und machen aus Schule einen Lebens- und Erfahrungsraum.“

Landesschulinspektor Johannes Hütter, Gartenexpertin Angelika Ertl-Marko, LR Johann Seitinger, Direktor Reingard Neubauer und Schulinspektorin Sieglinde Rothschedl (v.l.).

Landesschulinspektor Johannes Hütter, Gartenexpertin Angelika Ertl-Marko, LR Johann Seitinger, Direktor Reingard Neubauer und Schulinspektorin Sieglinde Rothschedl (v.l.).

Natur im Garten

Dienstag, 19. Juni 2018

„Die größte Herausforderung besteht darin, den Stellenwert von Lebensmitteln, deren Produktion und Veredelung besser zu verstehen. Der Schulgarten in St. Martin bietet daher den idealen Ort, um Ernährung zu lehren und aus erster Hand zu erleben.“ Diesen berechtigten Appell richtete Agrarlandesrat Johann Seitinger bei der Eröffnung des ersten großen Lehr- und Genussgartens in Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft St. Martin in Graz.

Immer mehr Kinder und Jugendliche verlieren den direkten Bezug zur Natur. Aus Umfragen weiß man, dass sie zum Teil nicht wissen, wo die Sonne aufgeht, wie viele Eier eine Henne legt, und, und. Die mangelnden Kenntnisse über Ernährung, Lebensmittelinhalte und die natürlichen Abläufe in der Natur führen oft zu falschen Ernährungsgewohnheiten in jungen Jahren und in weiterer Folge zu Übergewicht. So ist der überwiegende Teil an Stoffwechselerkrankungen auf falsche Ernährung zurückzuführen, was im Endeffekt das Gesundheitswesen massiv belastet. Dabei bildet gerade das Wissen über gesunde und frische Lebensmittel sowie der richtige Umgang mit ihnen die Basis für ein gesundes und vitales Leben auch im hohen Lebensalter.

Vorzeigegarten als Lehrraum

Dank der Investition vonseiten des Landes Steiermark in der Höhe von rund 2,8 Millionen Euro wurden umfassende Umbaumaßnahmen an der landwirtschaftlichen Fachschule St. Martin durchgeführt. Davon profitierte vor allem eines der Herzstücke der Schule – der reiche und besonders schön gestaltete Lehr- und Genussgarten. Dieser bildet sowohl einen Lernort, an dem die Schülerinnen und Schüler ein Übungsfeld für den praktischen Unterricht vorfinden, als auch ein Tor zur Genusswelt. Durch den Schulgarten können die Schülerinnen und Schüler die Produktion von Lebensmitteln hautnah erleben und selbst gestalten. Der Anbau, die Pflege und die Verarbeitung von Gemüse und Kräutern motiviert somit zu einem nachhaltigen, gesunden Lebensstil und fördert die Schulgemeinschaft.

Der Garten, der als Vorbild für andere Schulgärten dienen soll, wurde zudem prämiert – und zwar mit dem Gütesiegel der Initiative „Natur im Garten“, die das Ziel verfolgt, naturnahe Gärten in der Steiermark zu etablieren.

Natur-im-Garten-Botschafterin Angelika Ertl-Marko dazu: „Wichtig ist es, gärtnerisches Wissen mit biologischen Grundlagen zu kombinieren. Das ist der richtige Weg, um die Lebensgrundlage Humus wieder stärker in den Vordergrund zu bringen. Der Garten der landwirtschaftlichen Fachschule St. Martin ist ein fantastisches Projekt und vor allem ein Lehrgarten, der die ‚Natur im Garten Plakette‘ wohl verdient hat.“

Nach einer kurzen, intensiven Planungsphase der nötigen Investitionen begann im Juli 2017 der Umbau der Fachschule St. Martin zur Schaffung von Lehrräumen zur Verarbeitung von Lebensmitteln. Dabei wurde das Untergeschoss völlig neu gestaltet, sodass zwei Lehrküchen für den Praxisunterricht, ein Multifunktionsraum für die Verarbeitung von Getreide, Milch, Obst und Gemüse sowie eine Wirtschaftsküche inklusive Lagerräumen und Kühlanlagen entstanden.