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Diskussionsveranstaltung des Renner Institutes Steiermark in Kooperation mit dem VSStÖ Graz an der Uni Graz. Foto: Siegfried Gallhofer

Foto: Siegfried Gallhofer

Foto: Siegfried Gallhofer

BürgermeisterInnentreffen in Kalsdorf. Foto: Sebastian Philipp

BürgermeisterInnentreffen in Kalsdorf. Foto: Sebastian Philipp

BürgerInnentreffen im Cafe Rossini in Gleisdorf. Foto: Sebastian Philipp

BürgerInnentreffen im Cafe Rossini in Gleisdorf. Foto: Sebastian Philipp

Volles Haus bei der Regionalkonferenz der Obersteiermark-West in Spielberg. Foto: Patrick Neves

Volles Haus bei der Regionalkonferenz der Obersteiermark-West in Spielberg. Foto: Patrick Neves

SPÖ-Oppositionschef Christian Kern: Start der Österreich-Tour

Mittwoch, 20. Juni 2018

Ex-Kanzler Christian Kern startete gestern seine österreichweite Stadt.Land.Zukunft.-Tour in Kalsdorf. Es ist eine echte Herausforderung für Kern selbst, der in den nächsten zwei Jahren praktisch jeden Bezirk in Österreich besuchen will. Damit soll er den frustrierten SPÖ-Wählern wieder Hoffnung auf eine baldige Rückkehr ins Machtzentrum der österreichischen Politik geben. Den Start dazu gab es gestern in Kalsdorf und eine Zwischenstation später gab es eine Diskussion auf der Uni in Graz.

„Wir erleben heute weltweit, dass die Politik der Vernunftethik, für die es jahrelang einen breiten Konsens gab, einer Politik des Populismus – Nationalismus – geopfert wird“, kritisiert Christian Kern gleich zu Beginn die Rechtspopulisten, von Trump über Orban bis hin zu Kurz und Strache in Österreich, für ihre verantwortungslose Politik. Diese gefährde massiv die europäische bzw. internationale Gemeinschaft.

Man spürt es dennoch, auch wenn es Kern leugnet: Der jähe Rauswurf aus dem Kanzleramt hat ihn persönlich sehr getroffen und das mühsame Brot der Opposition ist nicht seine DNA. Aus Sicht Kerns macht die jetzige Regierung alles falsch, die SPÖ würde es logischerweise weit besser machen. „Kurz und Strache sind Meister im Werfen von Nebelgranaten. Sobald sie mit Vorhaben an die Öffentlichkeit gehen, hinter denen sie sich keine Mehrheit in der Bevölkerung erwarten, versuchen sie abzulenken. Die 60-Stundenwoche ist das beste Beispiel dafür. Um von dieser mehr als unpopulären Arbeitszeitverlängerung abzulenken, wird schnell ein ‚Abhörskandal‘ aufgebauscht, der in Wirklichkeit bereits 12 Jahre zurückliegt“, so Christian Kern. „Bei der 60-Stundenwoche geht es in Wahrheit aber um die ständige Verfügbarkeit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Welch fatale Auswirkung diese auf deren Freizeit und Familienleben hat, wollen Kurz und Strache möglichst unter den Tisch fallen lassen.“

Weit souveräner wirkt Christian Kern in jenen Momenten, wo er Fehler in seiner Regierungszeit bekennt und frühere Positionen in Zweifel zieht. Keinen Zweifel lässt er jedoch daran, dass er die Rolle des Oppositionschefs durchhalten werde – um doch wieder einmal als Kanzler in das Büro am Ballhausplatz zurückzukehren.

Zur Frage eines Diskutanten, warum es sich heute noch lohne, Parteimitglied der SPÖ zu werden: „Gerade seit dem Antritt dieser schwarz-blauen Regierung erleben wir, dass Menschen zu uns kommen, die sich aufgrund ihrer eigenen Wertvorstellungen aktiv engagieren wollen. Gemeinsam können wir uns gegen die Vorhaben dieser neoliberalen-rechtskonservativen Regierung wehren und dieses Land nach unseren Vorstellungen gestalten.“