Pesserl, Anderl, Bartosch-klein

AK-Präsident Josef Pesserl mit der Präsidentin der Bundesarbeitskammer Renate Anderl und AK-Direktor Wolfgang Bartosch. Foto: AK Stmk/Graf

Am vergangenen Dienstag im Landtag stimmten Michael Schickhofer und Genossen gegen einen Antrag der KPÖ in Sachen 12-Stunden-Tag. Die KPÖ verlangte vom Landtag, dass dieser der Gesetzesinitiative der blauschwarzen Regierung eine Absage erteilen sollte. Die SPÖ mit Michael Schickhofer folgte diesem Antrag nicht und begründete die Ablehnung mit „Verpflichtungen als ÖVP-Koalitionspartner im Land“.  Foto: Heimo Ruschitz

Am vergangenen Dienstag im Landtag stimmten Michael Schickhofer und Genossen gegen einen Antrag der KPÖ in Sachen 12-Stunden-Tag. Die KPÖ verlangte vom Landtag, dass dieser der Gesetzesinitiative der blauschwarzen Regierung eine Absage erteilen sollte. Die SPÖ mit Michael Schickhofer folgte diesem Antrag nicht und begründete die Ablehnung mit „Verpflichtungen als ÖVP-Koalitionspartner im Land“. Foto: Heimo Ruschitz

„Schwärzester Tag für die Arbeitnehmer“

Donnerstag, 05. Juli 2018

AK-Präsident Josef Pesserl zum Beschluss „12-Stunden-Tag“

Es sei ein Affront gegen die Millionen Arbeitnehmer in Österreich, dass das im Parlament in Wien beschlossene Gesetz für einen möglichen 12-Stunden-Arbeitstag ohne vorherige Verhandlungen mit den Sozialpartnern mit 1. September 2018 in Kraft tritt. Das war der Tenor von Bundesarbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl, dem steirischen Präsidenten Josef Pesserl und AK-Direktor Wolfgang Bartosch bei der Präsentation des neuen Zukunftsprogrammes „Wie soll Arbeit“ (von 2019 bis 2023).

Der steirische AK-Präsident Josef Pesserl sprach in diesem Zusammenhang sogar vom „schwärzesten Tag für die Arbeitnehmer in unserer Republik.“ Auch äußerte er indirekt harsche Kritik am Vorgehen der steirischen SPÖ bei der Landtagssitzung am vergangenen Dienstag. Dort stimmten Michael Schickhofer und Genossen gegen einen Antrag der KPÖ in Sachen 12-Stunden-Tag. Die KPÖ verlangte vom Landtag, dass dieser der Gesetzesinitiative der blauschwarzen Regierung eine Absage erteilen sollte. Die SPÖ mit Michael Schickhofer folgte diesem Antrag nicht und begründete die Ablehnung mit „Verpflichtungen als ÖVP-Koalitionspartner im Land“. Pesserl machte kein Hehl daraus, dass er solche taktischen Manöver entschieden ablehnt. Keine Antwort gab er auf die Fragen von Journalisten, ob und inwieweit Michael Schickhofer mit seinem Vorgehen für ihn als sozialdemokratischen Funktionär als Parteichef noch tragbar sei.

AK stellt 150 Millionen für Digitalisierungsoffensive bereit

Herzstück des Zukunftsprogramms ist eine Digitalisierungs-Offensive, denn für die AK-Verantwortlichen ist klar: Auch die Beschäftigten sollen vom digitalen Wandel profitieren. Über fünf Jahre sollen 150 Millionen Euro in die Qualifizierung der Beschäftigten und in Projekte Arbeit 4.0 fließen. Zur Aufbringung dieser Mittel werde die AK Rücklagen auflösen und zum Teil sogar Kredite aufnehmen, so Bundesarbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl. „Die steirische Arbeiterkammer wird dafür rund 4,3 Millionen Euro pro Jahr aufwenden“, so AK-Präsident Josef Pesserl.

In den drei Schlüsselbereichen Bildung, Pflege und Wohnen wird die Arbeiterkammer ihre Leistungen verstärken. Schon jetzt gäbe es jährlich rund 8.000 Auskünfte gegenüber Mitgliedern bei Wohnproblemen, so AK-Direktor Wolfgang Bartosch. Auch soll es unter anderem Beratung bei der Pflegegeld-Einstufung geben, das Bildungsberatungsangebot für Jugendliche soll ausgebaut werden. Auch ehemalige AK-Mitglieder sollen künftig AK-Services in Anspruch nehmen können.

„Wir sind auf der Seite jener Menschen, die sich und ihre Familien mit ihrer Arbeit durchbringen müssen. Diese Menschen haben ein Recht darauf, dass ihre Rechte verteidigt werden und dass jemand darauf schaut, dass es besser für sie wird, nicht schlechter. Und genau das werden wir auch weiterhin tun“, so Bundesarbeitskammer-Präsidentin Renate Anderl.