ÖGB-Bau-Holz-Chef Peppo Muchitsch, AK-Stmk.-Präsident Josef Pesserl und ÖGB-Landeschef Horst Schachner (v.l.).

ÖGB-Bau-Holz-Chef Beppo Muchitsch, AK-Stmk.-Präsident Josef Pesserl und ÖGB-Landeschef Horst Schachner (v.l.).

Im Fegefeuer des Arbeitskampfes

Dienstag, 31. Juli 2018

Die Sozialpartnerschaft

Der Streik ist das schärfste Mittel in einem Arbeitskonflikt. Dies ist auch den Gewerkschaftern bewusst. In Österreich haben Funktionäre damit wenig Erfahrung und Streiks sind nicht besonders populär. Weil es meist auch verärgerte Betroffene gibt. Die Vorstufe für den Streik, sozusagen als Drohkulisse, sind bis jetzt im Konflikt zwischen den Sozialpartnern – Arbeitgebern und Arbeitnehmern – Betriebsversammlungen, wie es sie in Graz bei Straßenbahn und Bus gab oder bei den ÖBB. Der Verkehr stand für mehrere Stunden still. Allerdings gemildert durch den Umstand, dass der Stillstand in der verkehrsärmeren Zeit erfolgte.

Freiheitliche sind willige Erfüllungsgehilfen der ÖVP in Sachen 12-Stunden-Arbeitsgesetz, so die roten Gewerkschafter. In der Opposition haben die Freiheitlichen die 12-Stunden-Regelung noch entschieden abgelehnt. „Wir werden immer wieder die Menschen draußen auf diesen Hochverrat aufmerksam machen, der da an den drei Millionen Arbeitnehmern in Österreich geschehen ist“, poltert ÖGB-Landeschef Horst Schachner.

Und Beppo Muchitsch: „Wenn die Industriellenvereinigung sagt, die Sozialpartnerschaft sei eine Totgeburt, dann soll sie aus allen Gremien hinaus gehen. Die Sozialpartnerschaft funktioniert dann, wenn auch die handelnden Personen mit einander entsprechend umgehen. Dort, wo man sich über Presseerklärungen gegenseitig die Positionen ausrichten lässt, wird sie keine Zukunft haben.“