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IV-Steiermark-Präsident Georg Knill

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Georg Knill (IV-Präsident), LR Christopher Drexler, LH Hermann Schützenhöfer und Gernot Pagger (IV-GF)

Georg Knill (IV-Präsident), LR Christopher Drexler, LH Hermann Schützenhöfer und Gernot Pagger (IV-GF)

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Präsidenten-Appell für Miteinander

Freitag, 06. Juli 2018

SPÖ-Sozialpartner blieben dem Sommerempfang der IV Steiermark fern

Es war aufgrund des aktuellen Konflikts um den 12-Stunden-Arbeitstag letztendlich nicht überraschend: dem gestrigen Sommerempfang der steirischen Industriellenvereinigung blieben die Sozialpartner aus dem Gewerkschaftsbund und der Arbeiterkammer erstmals fern. Auch SPÖ-Chef und Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer fehlte, nur Alt-Landeshauptmann Franz Voves war als einziger „prominenter Roter“ unter den rund 800 Gästen in der Seifenfabrik in Graz.

„Wir haben ,Connections‘ als Thema gewählt, weil es wichtiger denn je ist, das Bewusstsein für das Gemeinsame weiterzuentwickeln und zu stärken“, erklärte der steirische IV-Präsident Georg Knill eingangs seiner Rede. Es folgten dann mehrere Apelle von ihm an das Miteinander: „Wir alle sind gefordert, den gesellschaftlichen Mehrwert der europäischen Union zu betonen und vorzuleben. Wir alle sind gefordert, Entwicklungen, die der europäischen Idee entgegenwirken, entschieden zu bekämpfen – ganz egal ob im Osten, Norden oder im Süden Europas oder vor der eigenen Haustüre. Wir alle sind gefordert, unsere Verbindung mit den anderen Nationen Europas zu intensivieren, konstruktiv auszurichten und nationale, kurzsichtige Interessen hintanzustellen.“

Georg Knill nennt dann auch als Beispiel die Industrie selbst. Die 110.000 Mitarbeiter der steirischen Industrieunternehmen würden mit ihren Produkten Tag für Tag weltweit die Menschen verbinden. „Die Industrie verbindet auch Wirtschaft und Wissenschaft“, so Georg Knill in seiner Rede. „So stammen 75 Prozent der F&E-Ausgaben in der Steiermark von der Industrie.“

Der IV-Präsident sprach dann logischerweise auch die Sozialpartnerschaft an, ohne den Begriff direkt in den Mund zu nehmen: „Österreich ist in den letzten Jahren träge geworden. Ankündigungen und nichteingelöste Zusagen machen einen Standort nicht attraktiver. Durch Versprechungen, die dann wieder zurückgenommen oder schlicht vergessen werden, entstehen keine Zukunftsperspektiven. Damit aber auch keine Arbeitsplätze und kein Wohlstand. Kein Wunder also, dass die Reaktionszeit, die wir uns nunmehr bei der Lösung der großen Zukunftsfragen Österreichs erwarten, eine kurze ist. Und gut, dass die neue politische Konstellation auf Bundesebene offensichtlich imstande ist, diesen Rückstau rasch abzuarbeiten. Aber die Österreicherinnen und Österreicher haben es sich verdient, dass ihre Welt nicht von alten Denkmustern geprägt ist. Auch nicht jenem von Arbeit als Leid und von Arbeitgebern als Personen, vor denen sie geschützt werden müssen. Wir müssen den rechtlichen Rahmen von Arbeit mit der modernen und realen Arbeits- und Lebenswelt der Österreicher in Einklang bringen. Und akzeptieren, dass die meisten Menschen gerne arbeiten, sich mit ihrer Arbeit und ihrem Arbeitgeber identifizieren und in ihrer Arbeit Erfüllung finden“, so Georg Knill. Lob gab es von seiner Seite für die Bundesregierung: Sie sei die erste seit vielen Jahren, die ihre im Wahlkampf gemachten Versprechen in ein Regierungsprogramm übersetzt und dieses Punkt für Punkt auch umsetzt. Das seien Einige in unserem Land offenbar schon nicht mehr gewohnt.

Fotos: Heimo Ruschitz

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer warnte in seinem Grußwort vor neuen Mauern durch Schutzzölle in einer hoch sensiblen, turbulenten Zeit.

Zufrieden mit dem öffentlichen Auftritt der steirischen Industrie-Vertreter und ihrer Positionierung zu aktuellen (Konflikt-)Themen – „ich betone, mit den steirischen“ – äußerte sich Ehrenvorsitzender Jochen Pildner-Steinburg. Unter seiner Präsidentschaft entwickelten sich die beiden Veranstaltungen (Neujahrs- und Sommerempfang) der Industrie zu den heute wichtigsten Treffen der steirischen Wirtschaft und Politik.