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Christian Kolleritsch, Hospitality-Manger von Red Bull Racing und Torro Rosso bei der Formel 1. Fotos: Heimo Ruschitz

Das "Holzhaus" von Red Bull passt in die Landschaft von Spielberg ...

Das "Holzhaus" von Red Bull passt in die Landschaft von Spielberg ...

„… und zuletzt die Kaffeemaschine“

Sonntag, 01. Juli 2018

Red-Bull-Hospitality-Manager Christian Kolleritsch

Drei Rennen innerhalb von zwei Wochen – das gab es in der Formel 1 noch nie: Letztes Wochenende Frankreich, jetzt Spielberg und nächste Woche schon England. Das stellt die Teams klarerweise auch vor logistische Herausforderungen. So hat man sich beispielsweise bei Red Bull dafür entschieden, die riesige „Energy Station“ direkt von Frankreich nach Silverstone zu bringen und am Red Bull Ring das Motorhome der MotoGP zu verwenden.01

KLIPP vor Ort im „Holzhaus“

Dieses so genannte „Holzhaus“ ist auch der Platz für unser Gespräch mit Christian Kolleritsch, Hospitality-Manger von Red Bull Racing und Torro Rosso. „Damit haben wir insgesamt ein geringeres Risiko“, begründet er die Entscheidung für das Motorhome der MotoGP beim Grand Prix in Spielberg. Und nicht zuletzt bringt es natürlich auch eine enorme Zeit- und damit auch Kostenersparnis mit sich. „So konnten wir bereits am Montag in ein voll funktionstüchtiges Motorhome einziehen und genauso wird es dann auch am nächsten Montag in Silverstone sein – quasi plug and play“, sagt der 51-Jährige.

Doch was muss eigentlich alles an – sagen wir einmal – „Interieur“ von einem Austragungsort zum nächsten transportiert werden? „Sie müssen sich das so vorstellen: Nehmen Sie eine Pension, schneiden diese in 20 kleinen Kuben, packen diese Doch was muss eigentlich alles an – sagen wir einmal – Interieur von einem Austragungsort zum nächsten transportiert werden? dann auf 25 LKWs, fahren damit von A nach B und bauen dort alles wieder zusammen“, beschreibt der gebürtige Südtiroler die aufwändige Logistik. „Wir haben alles mit dabei – von Kabeln und Schläuchen, Tischen, Sesseln, und, und. Ganz zuletzt kommt die Kaffeemaschine und die Tellerchen und Gäbelchen – alles in eigenen Boxen verpackt“, lächelt er.

Alles in allem hat sämtliches Hospitality für Formel-1-Rennen in Europa ein Volumen von ca. 25 Sattelschleppern, also Auflegern plus Kran. Natürlich gäbe es immer wieder auch technische Gebrechen beim Transport, so Kolleritsch. „Wenn ein LKW einen Platten hat, stehst du halt einige Zeit. Aber ich habe eine tolle Crew, ein sehr gut durchdachtes Konzept und immer auch einen kleinen Plan B. Und zum Glück ist bis jetzt noch nie etwas Gröberes passiert“, klopft er auf Holz. „Denn obwohl es immer eine Lösung gibt, wünschen wir uns das natürlich nicht.“

Christian Kolleritsch ist auch bei der MotoGP „Head of Hospitality“, wie es offiziell heißt. „Ich bin vor 15 Jahren über Verbindungen aus meiner Zeit als aktiver Motocross-Sportler zu Red Bull gekommen“, erzählt der Südtiroler, der seit seiner Kinderstube mit der Gastronomie zu tun hat. „Das war in der Konditorei meiner Familie. Aber eigentlich bin ich ausgebildeter Bar-Keeper.“ Sein Job bei Red Bull bringt natürlich mit sich, dass er viel unterwegs ist. „Ungefähr 230 Tage im Jahr bin ich nicht zuhause und da brauchst du natürlich einen verständnisvollen Partner“, spricht er das „Management“ seines Privatlebens an. „Es gibt natürlich Momente, wo es ein bisschen schwierig ist, weil man sich halt wenig sieht, aber wenn dir das viele Reisen nicht gefällt, du keine Freude an der herausfordernden Gastronomie hast, dann ist es sowieso der falsche Job.“ Wir spüren im Gespräch, mit wie viel Leidenschaft und Hingabe er in seinem Beruf steht.

„Jetzt muss nur noch das Wetter passen, und dann sind hier alle zufrieden“, blickt Christian Kolleritsch über den Ring und schließt: „Mit den Gedanken bin ich ja ohnehin schon bei den Formel-1-Rennen im nächsten Jahr …“