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... eine "Landmark" fürs Raabtal.

"Etivera"-Chef Peter Kulmer

"Etivera"-Chef Peter Kulmer

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„Etivera“ gelandet

Montag, 06. August 2018

Knapp 200 Meter lang: Peter Kulmers riesiges „Raumschiff“ verblüfft und macht neugierig

Ein KLIPP-Team ist unterwegs nach Schloss Kornberg bei Feldbach. Nach Gleisdorf, kurz vor St. Margarethen, dann ungläubiges Staunen: Ein riesiges, hohes, gefühlte 200 Meter langes, rechteckiges Gebilde ragt in den oststeirischen Himmel, „beherrscht“ die Landschaft des Raabtals. Es war bei der letzten Fahrt, die allerdings schon Monate zurück liegt, noch nicht sichtbar. Welcher internationale Konzern hat St. Margarethen als „Landeplatz für sein Raumschiff“ ausgesucht?

Beim Gespräch vor Ort gibt es wenige Wochen später dann die verblüffende Aufklärung. Von wegen internationalem Konzern usw. „Ich bin hier zuhause, es ist mein Lebenswerk“, sitzen wir dem Hausherrn Peter Kulmer am Besprechungstisch in seinem schlicht und zweckmäßig eingerichteten Büro gegenüber. Mit seinem Unternehmen „Etivera“ hat er zu einem unglaublichen Höhenflug angesetzt. Begonnen hat der Absolvent der HBLA Raumberg – „dort bin ich zum Landwirt ausgebildet worden“ – am 160 Jahre alten, elterlichen Bauernhof, nur wenige Kilometer entfernt von der visionär gestalteten, neuen Firmenzentrale. Dort hat er als Nebenjob und frisch von der Schule gekommen für die steirischen Direktvermarkter Verpackungsmaterial organisiert und dafür vom Vater einen 60 Quadratmeter großen Raum zur Verfügung gestellt bekommen. „Ich habe das gemacht, weil der ursprünglich vorgesehene Betreuer ausgefallen ist.“

Alles aus einer Hand
Die Nachfrage der rund 600 Direktvermarkter, die in einem gemeinnützigen Verein organisiert waren und sind, stieg von Jahr zu Jahr. Zusätzliche Lagerräume waren nötig. Der Verein „überließ“ das Bauen und das „Risiko“ Peter Kulmer. Er gründete mit „Propack“ seine erste Firma, machte sich also selbstständig. Alles lief gut, doch ein „kleiner Mitbewerber“ in Deutschland mit dem selben Namen sah sich gestört und drohte mit Klagen. „Wir waren eine eingeführte Marke“, schildert Peter Kulmer diese Phase. „Alle Experten rieten mir ab, aber 2009 änderten wir den Namen auf Etivera.“ Darin stecken die Namen „Etiketten“, „Verpackung“ und das Wort „Austria“. Seit 2009 gibt es also die „Etivera Verpackungstechnik GmbH“ und den eigenen Produktionsbetrieb für Selbstklebeetiketten – die „Etivera Etiketten Produktions GmbH“. Firmenchef Peter Kulmer: „Wir bieten daher alles aus einer Hand an und sind auch in der Entwicklung und Markteinführung von innovativen und oftmals richtungsgebenden Verpackungen als Vollsortimenter tätig.“

Jährliche Wachstumsraten
Neben dem Standard-Produktsortiment fertigt „Etivera“ spezielle Produkte für die österreichweit bekannten Bio Austria, Gutes vom Bauernhof und Genuss Region Österreich. Dass seine Kunden von der Kreativität, Qualität und vom Service beeindruckt sind, zeigen die jährlichen Wachstumsraten, die ihn dann vor die Entscheidung stellten: Einen zweiten Standort zu errichten, das Unternehmen abzusiedeln oder hier in St. Margarethen eine Gesamtlösung zu realisieren. Peter Kulmer entschied sich für Letzteres. Die Folge: ein erfreuter Bürgermeister und ein Gemeinderat und einsichtige, regionale Raumordnungsexperten, die ihn bei der Realisierung seiner Pläne voll unterstützten. „Was mich als bäuerlichen Menschen freut: Wir verbauen weniger Fläche, weniger Wiesen und Äcker gehen verloren, dadurch, dass wir ein Hochregal bauen. Es ist zwar optisch auffälliger, aber passt dennoch gut ins Raabtal. Auch die Zustimmung in der Bevölkerung im ganzen Ort ist überwältigend. Es ist ein Zweckbau mit Charme, würde ich sagen.“

Mehr als 14.000 Paletten können dort mit modernster Elektronik vollautomatisch gesteuert werden. Peter Kulmer: „Wir liefern ,just in time‘, rund 500 Aufträge wickeln wir an einem Tag ab und haben über 1.000 verschiedene Verpackungsarten im Haus lagernd.“ „Etivera“ ist damit der größte Gesamt-Anbieter an Verpackungsprodukten.

Stark im Export
Worauf Peter Kulmer auch stolz ist: „Wir haben kaum Kunststoff-Verpackungen in unserem Sortiment und daher keine Kunststoff-Flaschen, sondern nur Glas-Flaschen.“ Mehr als 10.000 Kunden vertrauen darauf, dass „Etivera“ ihnen das Passende liefert. „Besonders stark wachsen wir im Export und da in Deutschland, Ungarn, auch in Slowenien. Der Kernmarkt ist aber noch immer Österreich.“

Das weithin sichtbare Ergebnis des Familien-Unternehmens – „meine Frau ist eine ganz wichtige Stütze dabei“ – wird am 11. September 2018 offiziell seinen Betrieb aufnehmen. „Der Herr Landeshauptmann hat für diesen Tag zugesagt“, freut sich Peter Kulmer. Am Wochenende darauf gibt es dann Tage der offenen Tür für Kunden, Geschäftspartner und die Bevölkerung des Raabtals. „Alle sollen erfahren, was wir tun“, so der sonst eher öffentlichkeitsscheue „Etivera“-Chef.