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Sensoren sorgen dafür: Innere Muskulatur ist schwer zu aktivieren.

Thomas Gmoser: "Jeder Zweite hat Probleme damit ..."

Thomas Gmoser: "Jeder Zweite hat Probleme damit ..."

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„Ich bins, dein Beckenboden …“

Samstag, 04. August 2018

Er ist eine Tabuzone, verursacht aber viele sensible Probleme

Für Sportwissenschaftler Thomas Gmoser ist der Beckenboden ein Spezialgebiet, für die meisten Menschen eine Tabuzone. „Es entsteht aber langsam das Bewusstsein und man sieht, wie viel Leute damit Probleme haben.“ Laut Statistiken leiden etwa 20 Prozent der 25- bis 40-Jährigen und über 50 Prozent der über 60-Jährigen Probleme unter einer schwachen Beckenbodenmuskulatur. „Der Beckenboden gehört zu unserer inneren Muskulatur, die man ohnehin selten spürt und wahrnimmt“, erklärt Thomas Gmoser. „Es ist daher schwierig, diese Muskulatur anzusteuern und anzuspannen.“ Eine schwache Beckenbodenmuskulatur ist mit der Funktion des Tragens der Organe überfordert. Gmoser: „Dadurch verliert die Blase ihre Unterstützung, senkt sich und die Blasenmuskulatur beginnt zu verkrampfen, sodass die Betroffenen oft aufs Klo gehen müssen – nicht, weil die Blase kleiner geworden ist, sondern weil sie immer auf Zug ist. Ist die Beckenmuskulatur in Takt, dann wird ebenso der Enddarm länger und gestreckter, lässt sich auch eine Stuhl-Inkontinenz besser in den Griff bekommen.“ Was praktisch unbekannt ist: „Die mittlere Muskulatur sorgt für die Stabilisation der Wirbelsäule. Zu uns kommen Leute, die einen langen Leidensweg hinter sich haben, weil nichts mehr funktioniert“, so Thomas Gmoser. „Beckenbodenprobleme und ihre Auswirkungen führen nämlich oft zu psychischen, sozialen, partnerschaftlichen und sexuellen Problemen. Frauen mit schwachen Beckenboden leiden nach Geburten und aufgrund der anatomischen Gegebenheiten häufig an Belastungsinkontinenz, Organsenkungen oder -vorfällen. Nicht selten sind Blasenentzündungen die Folge. Männer hingegen profitieren von einem effizienten Beckenbodentraining bei Inkontinenz nach Prostataoperationen, Leistenbruch oder Potenzproblemen. Bereiche, die Frauen und Männer gleichermaßen betreffen, sind unter anderem mangelndes sexuelles Empfinden, Rückenbeschwerden oder permanenter Schmerz im Beckenbereich. Aber auch die sportliche Leistungsfähigkeit wird durch eine starke Körpermitte verbessert. Bei uns im Pelvis Beckenbodenzentrum in Graz bieten wir ein Training mit hoher Effizienz an.“

Auf einem speziellen Gerät wird mittels eines pulsierenden Magnetfeldes die Beckenbodenmuskulatur zu spürbaren Kontraktionen stimuliert und so effizienter trainiert als bei jedem Eigentraining. Zusätzlich wird mit einem Biofeedbackgerät die eigene Ansteuerung des Beckenbodens – sichtbar über eine Kurve am Display – trainiert. Auf einer 21-stufigen Skala erreichen Betroffene dann nach acht Wochen Training eine 10-stufige Verbesserung. „Und mit regelmäßigem Training lässt sich diese auch erhalten“, so Thomas Gmoser. Immer wieder berichten Betroffene über die Trainingserfolge. „Es ist ein enormer Gewinn an Lebensqualität, wenn jemand bei Inkontinenz statt acht Einlagen nur noch eine braucht. Niemand kann sich vorstellen, was es heißt, unterwegs ständig daran zu denken, wo das nächste WC liegt, geschweige denn, in einen Flieger steigen zu müssen.“

www.pelvis.at