PK Lehre ohne Asylbescheid 31.08.2018 
copyright by Foto Fischer, Herrengasse 7 ( Altstadtpassage ),  8010 Graz, Tel.: 0043/ 316/ 82 53 22,  Fax DW4,
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Hermann Talowski, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der WKO Steiermark(li.) und Josef Muchitsch, Abg. z. Nationalrat und Bundesvorsitzender Gewerkschaft Bau-Holz: „Für 2.520 offene Lehrstellen haben wir in Österreich s zur Zeit keine österreichischen Bewerber. Kein Asylwerber nimmt daher einem Österreich eine Lehrstelle weg.““Foto: Fischer

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Kein Abschieben junger Asylwerber mit Job

Freitag, 31. August 2018

Steirische Sozialpartner einig

Dass in der Steiermark die Sozialpartnerschaft auch bei sensiblen Themen funktioniert, das demonstrierten heute Gewerkschaft-Bau-Holz-Bundesvorsitzender Beppo Muchitsch und Hermann Talowski, Spartenobmann für Gewerbe und Handwerk der WKO Steiermark. Beide sind bekannt dafür, dass sie sich kein Blatt vor den Mund nehmen. „Siegt die Vernunft oder der Populismus?“ – stellt Beppo Muchitsch die rhetorische Frage an die Bundesregierung. Hermann Talowski: „Die Betriebe sind entsetzt über das Vorhaben der Bundesregierung.“ Es geht um die Absicht der Bundesregierung, genauer gesagt um die Ankündigung von Vizekanzler Strache, dass zukünftig junge Asylwerber keine Lehre mehr beginnen dürfen. Vor wenigen Tagen bestätigte ein Regierungssprecher das Ende der Lehre für Asylwerber in Mangelberufen. Die Meldung führte zu einer großen Verunsicherung aller Beteiligten. Firmen, welche junge Asylwerber ausbilden bzw. dazu bereit sind, verstehen diese Vorgangsweise der Bundesregierung nicht.

Josef Muchitsch und Hermann Talowski fordern daher die Bundesregierung auf, die Sozialpartner sofort einzuladen, gemeinsam eine zielführende und vernünftige Lösung für alle Beteiligten zu erarbeiten. Seit 2012 ist die Lehrlingsausbildung für junge Asylwerber bis 25 Jahre in Mangelberufen durch einen Erlass des damaligen Sozialministers Rudolf Hundstorfer erlaubt. Das muss laut Talowski und Muchitsch so bleiben und der aktuellen Situation angepasst werden. Muchitsch: „Solange Asylverfahren drei Jahre und länger dauern, macht es Sinn, junge wartende Menschen zu beschäftigen und von Leistungsbeziehern zu Beitragszahlern zu machen.”

Talowski: „Aktuell gibt es in der Steiermark 162 und bundesweit 1.023 junge Asylwerber, welche tolle Arbeit leisten und nach der Lehre einen wertvollen Beitrag zum Abbau des Fachkräftemangels in Österreich erbringen werden.“

„Alle diese Asylwerber zahlen mit ihrer Arbeit ins System ein und kosten den Staat daher nichts“, so Beppo Muchitsch. „Da ist es ja widersinnig und realitätsfern, diesen die Ausbildung zu verwehren. Während jeder jugendliche Asylwerber ohne Job den Staat zumindest 150 Euro im Monat kostet, zahlen diejenigen mit Job in unser Sozialsystem ein.“

Eine grobe, aber anschauliche Rechnung: Derzeit sind 1.023 junge Asylwerber bundesweit in Ausbildung, die keine Unterstützung erhalten. Ohne Job würden sie Österreich im Monat rund 160.000 Euro kosten. Pro Jahr sind das dann schon knapp zwei Millionen Euro.

„Es ist also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten, wenn junge Asylwerber einen Ausbildungsplatz haben“, so Muchitsch und Talowski einhellig. Talowski: „Nach Abschluss der Lehre stehen der Wirtschaft fertige Fachkräfte zur Verfügung, welche bereit sind, sich in unser System zu integrieren.“ Damit wird auch ein Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels in Österreich geleistet.

Beppo Muchitsch und Hermann Talowski fordern konkret: Sofortige Aufnahme von Gesprächen zwischen der Bundesregierung, Experten und den Sozialpartnern, um gemeinsam eine vernünftige Lösung zu erarbeiten. Der Zugang zur Lehre für junge Asylwerber bis 25 Jahre muss bestehen bleiben. Junge Asylwerber nach Lehrabschluss sollen auch bei einem negativen Asylbescheid einen befristeten Niederlassungstitel für die Zeit eines aufrechten Arbeitsverhältnisses erhalten. Zuweisung von jungen Asylwerbern in Regionen, wo ein Lehrlingsmanko besteht.

Den Vorschlag der Bundesregierung, die Rot-Weiß-Rot-Karte so zu ändern, dass es für Lehrlinge aus Drittstaaten einen Niederlassungstitel geben soll, halten beide für realitätsfremd. Muchitsch und Talowski fragen sich zu Recht: „Welcher junge Mensch aus der Ukraine, Serbien oder Russland wird bereit sein, nach Österreich zu kommen, um eine Lehre zu beginnen? Ohne Deutschkenntnisse, herausgerissen aus seinem sozialen Umfeld, der Familie und dem Freundeskreis. Genau das ist der Unterscheid zu den jungen Asylwerbern, welche bereit sind, Deutsch zu lernen und in ein neues Leben zu starten. Lassen wir diese jungen Menschen doch Berufe erlernen, für welche wir keine Jugendlichen in Österreich finden.“