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Duo Peter Eberl und Christan Katzbeck

Duo Peter Eberl und Christan Katzbeck

... mit dem gastrfreundlichen Lorenzo

... mit dem gastrfreundlichen Lorenzo

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Mehr Mythos, mehr Bella Italia geht nicht!

Dienstag, 14. August 2018

Die Wespe lebt. In Gleisdorf pflegen das Duo Peter Eberl und Christan Katzbeck mit Freunden die Begeisterung dafür.

Jeder kennt sie – vom Kind bis zur Großmutter. Die Vespa verkörpert italienisches Lebensgefühl, die Leichtigkeit des Seins – besonders jetzt im Sommer. Nach dem fürchterlichen Zweiten Weltkrieg fand der Motorroller weltweit rasch hunderttausende Fans, die ihn später zum Kultobjekt mit vielen Liebhabern und Sammlervereinen werden ließen – bis heute.

„Es sieht aus, wie eine Wespe“, soll Firmenchef Enrico Piaggio in Pontedera ausgerufen haben, als er 1946 den Prototyp MP6 mit 98 cm3 und 3 PS erstmals selbst startete und die Gegensätzlichkeit zwischen dem mittleren breiten Fahrerteil und der schmalen Hüfte bemerkte. Ein Name, der zum Symbol für Italiens Neuanfang wurde, den Willen der Italiener, wieder leben zu wollen.

Das Nachkriegs-Italien war arm, vom Krieg zerstört, es fehlte an Transportmitteln und einem leistungsfähigen Eisenbahnnetz. Und da passte die Vespa als Nutzfahrzeug, als Zeichen des Aufschwungs hinein – praktisch, zuverlässig, preiswert, nicht teuer in der Erhaltung und mit Ratenzahlung zu kaufen.

Alles war so gedacht und später auch produziert, dass ein Durchschnittsitaliener damit umgehen konnte, dass er einen Reifenschaden auch ohne Montage-Montur beheben konnte. Der Motor ist daher, vom Fahrer aus gesehen, isoliert angeordnet. Das Beinschild schützt ihn auch vor Regen und Nässe – und, was ganz wichtig ist: Die Vespa ist auch ein Frauen-Fahrzeug, aufgrund des geringeren Gewichts und nicht nur der Ästhetik wegen.

Die geniale Intuition dazu kam von einem Luftwaffeningenieur namens Corradino D’Ascanio, auch der Erfinder des Hubschraubers. Er war kein Motorrad-Fan oder Experte, alles war ihm zu unbequem. Ascanio vertraute auf seine technischen Erfahrungen aus dem Flugzeugbau und die gesamte Konstruktion zeigt das: Ohne Kette, mit Getriebe, die vordere Gabel mit Stoßdämpfern, das geringe Gewicht – um nur einige Dinge zu nennen. Geschätzte 30 Millionen „Vespas“ gibt es heute.

Und genau dieser Faszination Vespa haben sich in Gleisdorf die beiden Freunde Peter Eberl und Christian Katzbeck verschrieben. „Wir schrauben seit Jugendtagen – er in seiner Gartenhütte und ich im Keller“, sagt Peter Eberl.

Später gründeten sie einen Vespa-Club. „Wir organisierten auch viele soziale Aktivitäten und Charitys.“ Mittlerweile haben sie sich vom Club getrennt und aus ihrer Vespa-Leidenschaft ein eigenes, kleines Business in der Mühlgasse 79 in Gleisdorf gemacht. Dort haben sie sich in einer umgebauten Lagerhalle darauf spezialisiert, jahrzehntealte Vespas – so genannte Rost-Schüsseln – zu restaurieren und wieder fahrtüchtig zu machen. Gleich daneben betreiben sie die Bar „Sei Giorni“.  „Die Kunden wollen, dass die Vespa alt ausschaut, aber technisch soll alles am heutigen Stand sein“, so das Duo. „Wir organisieren die Teile in ganz Europa und sie müssen original sein – das dauert natürlich oft.“ So musste ein Vorarlberger Kunde zwei Jahre auf sein Gustostück warten. Der Preis: Je nach Aufwand ab 15.000 Euro. Zwei Dutzend Vespas sind es in den letzten Jahren schon gewesen. „Alles belegt und dokumentiert mit dem Gutachten eines Sachverständigen“, sagt Christian Katzbeck. Da die Vespa-Erbauer jedes Jahr die Modelle veränderten, verbesserten, kann man sich vorstellen, welche Herausforderung das für die Restaurateure und Mechaniker ist.

Eine verschworene Partie

Jedes Jahr bricht eine Runde von acht Männern aus Gleisdorf für eine Woche mit ihren 150 cm3 starken Gran Sport Vespas zu einem speziellen Urlaub auf. In Varese gab es 1951 das erste 6-Tage-Rennen – das „Sei Giorni“ mit Renn-Vespas. Gewertet wurde wie bei den heutigen Oldtimer-Rallyes – die Gleichmäßigkeit in der Geschwindigkeit. Peter Eberl: „Heuer war unser Ziel wieder Italien, die Gegend um Siena, wir waren aber auch schon in Belgien und Kroatien.“ Die „Renn-Vespas“ werden auf einem Anhänger mitgeführt und vor Ort gibt es dann Tag für Tag sternförmige Ausfahrten. Übersehen wird die Truppe im Verkehr von niemandem. „Man hört uns sehr früh, wenn wir kommen“, spielt Eberl auf den Sound an. Gibt es ein technisches Problem, dann versucht die Truppe, das vor Ort zu lösen. Und wenn es nicht gelingt, dann fährt einer zurück und kommt mit dem Anhänger als Abschleppdienst. Alles, was kaputt gehen kann, wird sozusagen mitgeführt, bis zum Motor. Und damit bleibt das Vespa-Vergnügen gesichert.

Der Auslöser für den alljährlichen Ausflug – Frauen gibt’s da keine – war das Geburtstagsgeschenk für einen aus der Gruppe. Peter Eberl und Christian Katzbeck: „Auch die Zahl 8 bleibt in Zukunft fix, denn mehr haben auf unserem Anhänger nicht Platz“, lautet die unumstößliche Begründung.