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Fotos: Heimo Ruschitz

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Rauchende Öfen und glühendes Eisen

Montag, 20. August 2018

Auch bei Nacht gibt’s im Freilichtmuseum Stübing viel zu sehen

 Wissen Sie, was ein Rennofen ist? Als ich diesen Begriff zum ersten Mal gehört habe, dachte ich an Motorräder und nicht an einen Vorrichtung, um Eisen aus Erzgestein zu gewinnen. Im Freilichtmuseum Stübing konnten Besucher im Rahmen der „Internationalen Rennofentage“ hautnah dabei sein.

Teams aus ganz Europa zeigten die Jahrtausende alte Kunst, wie aus Erz Eisen gewonnen wurde. Schritt für Schritt hatten wir die Möglichkeit, live mitzuverfolgen, wie ein Rennofen aus Lehm, Steinen und Stroh gebaut wurde. Und da gab es unterschiedlichste Modelle zu bestaunen, die zwischen einen halben und zwei Metern in die Höhe ragten. „Dieses Verfahren fand bereits bei den Kelten, Römern, Germanen und anderen Völkern Anwendung“, erklärt ein Student der Montanuni Leoben, die auch mit einem Team vertreten war. „In Europa wurde dieses Verfahren ca. ab 700 v. Chr. angewendet. Erst in der Neuzeit wurden die Rennöfen durch Hochöfen, die flüssiges Roheisen erzeugten, verdrängt.“

Bereits seit 2004 trifft sich eine Gruppe Interessierter aus ganz Europa, die die eisenzeitliche Herstellung von Schmiedeeisen im Rennofen erforscht. Jedes Jahr findet dieses Treffen an einem anderen Ort statt mit dem Ziel des Erfahrungsaustausches und um mit dem lokalen Erz und Material Schmiedeeisen herzustellen. Im Vorjahr fanden die Internationalen Rennofentage im Kolbermoor in Deutschland und zuvor in Slowenien statt. Dieses Jahr war eben das Österreichische Freilichtmuseum Stübing im Herzen Österreichs Austragungsort.

Besonders spektakulär war es anzuschauen, als die Rennöfen im Zuge der „Nacht des Feuers“ dann „geöffnet“ wurden und dann die so genannte „Luppe“ abgestochen wurde. Dabei handelt es sich um einen schwammartigen Eisenbrocken, der durch direkte Reduktion aus dem Erz ohne Aufschmelzen des Eisens entsteht. Das Eisen selbst wird im Rennofen also nicht geschmolzen, sondern alles was drum herum ist, wie wir in Stübing erfahren haben.

Zusätzlich wurden in der „Nacht des Feuers“ aber auch im gesamten Tal des Freilichtmuseums verschiedene Feuerstellen geheizt und gaben Einblick in die Handwerkskunst von damals. Und auch für das leibliche Wohl der Besucher war gesorgt: Am offenen Feuer wurden Kesselgerichte gekocht und frische Krapfen gebacken.

Wer jetzt Gusto bekommen hat, auch einen nächtlichen Spaziergang durch das finstere Museumstal zu machen: Am 21. September 2018 gibt es bei einer Mondführung die Gelegenheit dazu. Dabei erfahren die Besucher Spannendes und Mysdtisches über die Hintergründe und Geschichten der historischen Häuser unserer bäuerlichen Vorfahren. Anmeldung unter: service@freilichtmuseum.at