kl Abendkonzert - 180906-A48 - Gruppenfoto - www.foto-hauer.at

Gruppenfoto aller Musiker des Themenabends „Gelato al limon“ (Zitroneneis) im Schloss Eggenberg Foto: Hauer

Die Grazer Pianistin Irina Vaterl mit dem Violinisten Benjamin Schmid Foto: Hauer

Die Grazer Pianistin Irina Vaterl mit dem Violinisten Benjamin Schmid Foto: Hauer

Nach der Pause "Die vier Jahreszeiten" von Vivaldi Foto: Hauer

Nach der Pause "Die vier Jahreszeiten" von Vivaldi Foto: Hauer

Der künstlerische Leiter Markus Schirmer freut sich heuer über insgesamt 1850 Zuhörer Foto: BIG SHOT/Christian Jungwirth

Der künstlerische Leiter Markus Schirmer freut sich heuer über insgesamt 1850 Zuhörer Foto: BIG SHOT/Christian Jungwirth

„Das also ist arsonore“

Dienstag, 11. September 2018

Publikum begeistert

„Das also ist arsonore“, richtet der künstlerische Leiter des Musikfestivals Markus Schirmer sichtlich ergriffen nach dem Konzert an das Publikum. Der Applaus des Publikums ist die Bestätigung für die Künstler und Veranstalter, dass der Abend gelungen war. Was konnte das Publikum erwarten? Eine Mischung aus unbekannten und bekannten Stücken mit bekannten und unbekannten Künstlern. Vom 5. bis 8. September stand das Musikprogramm unter dem Motto „Der Sonne entgegen…“ – südländische Klänge.

Ein einzigartiges Ambiente für das Festival fand man im Planetensaal des Schloss Eggenberg. Die Wände und Decken des barocken Festsaals beeindrucken mit großen Gemälden, die die zwölf Tierkreiszeichen sowie biblische und mythologische Szenen abbilden – geradezu ideal für Aufführungen von Kammermusik mit einer überschaubaren Anzahl von Musikern.

Jeden Tag gab es ein anderes Motto. „Gelato al limon“ (Zitroneneis) stand bei unserem Besuch am zweiten Tag am Programm. Demnach wird es italienisch. Äußerst gelungen ist die Konzert-Einführung durch Harald Haslmayr mit Anekdoten zur Entstehung der Stücke und den Komponisten. So wird man auf unterhaltsame Weise auf das Programm eingestimmt.

Karin Bonelli beginnt mit einem Stück von Eugene Bozza für Flöte solo. Selbst als Laie merkt man, dass dieses Stück technisch eine große Herausforderung für die Musizierende darstellt. Aber wen interessiert die Technik? Die vielen schnell zu spielenden Läufe klingen wundervoll im Planetensaal und das den wohl meisten im Publikum unbekannte Stück kommt gut beim Publikum an. Es folgt ein Stück von Mauro Giuliani vorgetragen vom Gitarristen Petrit Ceku, der an der Grazer Uni ein Lehramt angenommen hat und der Mezzo-Sopranistin Isabel Pfefferkorn. Die Kombination von Gitarre und klassischem Gesang erklingt mit einer einzigartigen Klarheit im Saal – das Publikum lauscht aufmerksam und bestätigt die gelungene Darbietung mit einem herzlichen Applaus.

Dann ein selten aufgeführtes Stück des Geigenvirtuosen Paganini mit höchstem Schwierigkeitsgrad. An der Viola wird Thomas Selditz von der Grazer Pianistin Irina Vaterl begleitet. Das Publikum ist begeistert. Es folgt ein Trio für Flöte, Violine und Klavier vom italienischen Komponisten Nino Rota. Für seine Filmmusik zu Coppolas „Der Pate – Teil II“ wurde Rota 1975 mit dem Oscar und dem Golden Globe Award ausgezeichnet. Der weltberühmte Violinist Benjamin Schmid liefert sich eine beeindruckende Frage-Antwort Schlacht mit der Flötistin Bonelli. Die Pianistin Vaterl ergänzt und begleitet die beiden. Gerade das Intro klingt schräg bzw. sehr experimentell und erinnert an ein Inferno. Eine mehr als gelungene Performance. Nach der Pause ein bekanntes Stück: Vivaldis vier Jahreszeiten. Benjamin Schmid wird an der Violine von sechs Musikern vorwiegend aus der Kunstuni Graz begleitet. Mit seiner Aura, seinem Können und seiner Gesichtsmimik und Körpergestik nimmt Schmid das Publikum für sich ein. Man hat das Gefühl, dass er jeden einzelnen Ton des Stückes mit seinem ganzen Körper erlebt und ausdrückt. Großer Beifall. Das Konzept mit einer Mischung aus unbekannten und bekannten Stücken ist aufgegangen.

Das Eröffnungskonzert einen Tag zuvor steht unter dem Motto „Here comes the sun“. Es werden unter anderem Stücke von Mozart, Manuel de Falla, Puccini, Rossini und Franz Liszt aufgeführt. An diesem Abend spielt auch Markus Schirmer selbst am Klavier. Unter dem Tagesmotto „Pura Vida“ begeistern Stücke von Franz Liszt bis hin zum bekannten „Spain“ von Chick Corea das Publikum.

Für das Abschlusskonzert unter dem Motto „Tango“ „übersiedelt“ man in die Helmut-List-Halle und auch dieses findet großen Anklang. Irina Vaterl: „Ich habe diese abwechslungsreiche Woche bei arsonore sehr genossen, es war eine tolle Möglichkeit, mit anderen Künstlern und Künstlerinnen zusammen zu arbeiten und spannende Programme zu präsentieren.“