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Digitale Erfassung bis zur kleinsten Komponente: Stefan Wagner, DB-Projektmanager für „Digitale Flottensteuerung“, BOOM-CEO Andreas Schaller, Christian Allner, DB-Head of Rolling Stock Intelligence Locomotives und BOOM-CTO Bora Man (v. l.). Foto: BOOM)

Digitale Erfassung bis zur kleinsten Komponente: Stefan Wagner, DB-Projektmanager für „Digitale Flottensteuerung“, BOOM-CEO Andreas Schaller, Christian Allner, DB-Head of Rolling Stock Intelligence Locomotives und BOOM-CTO Bora Man (v. l.). Foto: BOOM)

Die Software aus der Steiermark lotst die Züge in die nahgelegensten Instandhaltungszentren der Deutschen Bahn. Foto: DB

Die Software aus der Steiermark lotst die Züge in die nahgelegensten Instandhaltungszentren der Deutschen Bahn. Foto: DB

Die Wartung der DB-Schienenfahrzeuge ist durch BOOM Software digital abgebildet – künftig sollen darauf aufbauend auch Prognosen für die Zukunft erstellt werden. Foto: DB

Die Wartung der DB-Schienenfahrzeuge ist durch BOOM Software digital abgebildet – künftig sollen darauf aufbauend auch Prognosen für die Zukunft erstellt werden. Foto: DB

Steirisches Know-how gefragt

Montag, 24. September 2018

Großauftrag: BOOM Software steuert digitale Flotte der Deutschen Bahn

Die Lösungen des steirischen Unternehmens BOOM Software erhöhen weltweit die Verfügbarkeit von Anlagen und Maschinen. Auch die Deutsche Bahn (DB) setzt für die nächsten acht Jahre auf das Instandhaltungs-Know-how aus Leibnitz: Bis zu 400.000 Schienenfahrzeuge sollen künftig mit der Softwarelösung aus Leibnitz bei Überprüfungen und Störfällen in die richtige Werkstätte gelotst werden.

Konkret realisiert das steirische Unternehmen die digitale Flottensteuerung der DB Cargo, die Führungsgesellschaft für das Geschäftsfeld Schienengüterverkehr der Deutschen Bahn. Das heißt: Durch die IT-Lösung werden im ersten Ausbauschritt rund 3.000 Lokomotiven sowie die jeweiligen Komponenten digital im Programm abgebildet. Dadurch kann die Software routinemäßige Überprüfungen und potenzielle Störfälle ermitteln – und die Loks zur nächstgelegenen, in Frage kommenden Werkstätte lotsen. „Im Anwendungsfall wird die Lok auch wirklich nur zu jenen Wartungszentren gefahren, die auch über die entsprechend notwendigen Ersatzteile bzw. das entsprechende Know-how verfügt“, präzisiert Bora Man, CTO der BOOM Software. „Die Software soll Nutzer dahingehend unterstützen, manuelle Tätigkeiten und Abstimmungen auf ein Minimum zu reduzieren. Dies bildet die Grundlage für die sukzessive Automatisierung der optimierten Werkstattauswahl und Instandhaltungsplanung von Lokomotiven“, so Man.

Massive Kostenersparnis
Für die Deutsche Bahn resultiert daraus eine massive Kostenersparnis, da die Schienenfahrzeuge auf logistisch optimiertem Weg zu den Instandhaltungszentren kommen. Dazu gesellen sich zahlreiche positive Nebenaspekte, wie CEO Andreas Schaller betont: „Die Wege zu den Werkstätten können auf diese Weise optimiert und damit verkürzt werden, was wiederum zu einem geringeren Verschleiß führt.“

Die Deutsche Bahn zeigt sich ob der Zusammenarbeit mit dem südsteirischen Unternehmen erfreut – auch aufgrund der Geografie: „Die physische Nähe der Teammitglieder ist ein entscheidender Faktor für die schnellen und guten Fortschritte, die bereits im Entwicklungsverlauf erzielt wurden“, sagt DB-Projektleiter Christian Allner.

Bis zu 400.000 Schienenfahrzeuge
Bis 2020 soll die BOOM-Lösung Vollbetrieb aufnehmen. Insgesamt erstreckt sich die Kooperationsvereinbarung auf acht Jahre und könnte bis zu 400.000 Schienenfahrzeuge verwalten. In weiteren Ausbaustufen soll künstliche Intelligenz dafür sorgen, dass auf Basis der Interpretation von Erfahrungswerten konkrete Störungsursachen vorhergesagt werden können. Auch die Integration von externen Werkstätten in anderen Ländern stehen für Man und Schaller im Raum: „Mit unserer Softwarelösung ist es theoretisch möglich, sämtliche Bahnunternehmen weltweit zu versorgen“, zeigt sich das Duo zuversichtlich für die Zukunft.

Individuelle Adaptionen
Die in Deutschland zum Einsatz kommende Software ist indes der „BOOM Maintenance Manager“: Ein Werkzeug, mit dem Funktionen, vereinfacht ausgedrückt, modulartig zusammengefügt werden können – mit einem entscheidenden Vorteil: „All unsere Funktionalitäten sind zu 100 Prozent adaptierbar und können individuell auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten werden“, sagen Schaller und Man unisono. Auch in anderen Branchen wie dem Anlagenbau und bei Energieversorgern kommt die Lösung deshalb zum Einsatz.