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Die hochkarätig besetzte Expertenrunde ortete in Fondsinvestments einen großen Hebel für eine global nachhaltige Entwicklung. (v.l.): Rainer Schnabl (Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft - KAG), Alfred Strigl (Institut für nachhaltige Entwicklung), RLB-Generaldirektor Martin Schaller, Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb, Franz Fischler (Präsident Forum Alpbach), Dieter Aigner (Raiffeisen KAG), Friedrich Fröschl (VTU Holding)

RLB-Generaldirektor Martin Schaller: „Nachhaltigkeit liegt in den Genen von Raiffeisen.“ Fotos: Raiffeisen

RLB-Generaldirektor Martin Schaller: „Nachhaltigkeit liegt in den Genen von Raiffeisen.“ Fotos: Raiffeisen

Raiffeisen – Impulse für nachhaltige Veranlagungen setzen

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Was können gezielte Veranlagungen tatsächlich für eine nachhaltige globale Entwicklung bewirken? Diese Frage diskutierten Forum Alpbach-Präsident Franz Fischler, Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb und weitere Experten auf Einladung der Raiffeisen-Landesbank Steiermark (RLB) und Raiffeisen Capital Management (RCM) kürzlich auf der Grazer Murinsel. Dass nachhaltige Veranlagungen in Österreich immer stärker nachgefragt werden, zeigt der Rekordwert an Anlagevolumen von 14,6 Milliarden Euro. „Nachhaltige Veranlagungen fördern die generationentaugliche Entwicklung unserer Erde, gleichzeitig sind sie attraktiv für den Anleger. Raiffeisen will daher kräftige Impulse im Bereich für nachhaltige Veranlagungen setzen“, waren sich RLB-Generaldirektor Martin Schaller und Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft (KAG)-Geschäftsführer Dieter Aigner einig.

 Fischler: „Bildung ist der wichtigste Schlüssel, um komplexe Zusammenhänge verstehen zu lernen, aber auch die Vernetzung zwischen Wirtschaft, Politk, Wissenschaft und Gesellschaft muss vorangetrieben werden. Denn, wenn wir unsere Lebens- und Wirtschaftsweise global nicht ändern, brauchen wir zur Deckung unseres Bedarfs im Jahr 2050 rechnerisch mehr als zwei Erden. Wir haben aber nur eine und daher kann es so nicht weitergehen.“

 „Die Erde befindet sich im Zeitalter des Menschen. Das bedeutet, dass sich die menschlichen Handlungen aktuell 170 Mal stärker auswirken als alle irdischen Vorgänge zusammen“, erklärte Alfred Strigl, Leiter des Instituts für nachhaltige Entwicklung an der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien. Strigl sieht in der Finanzwirtschaft einen enormen Hebel, um nachhaltige Entwicklungen voranzutreiben: „Es ist genug Kapital da. Es geht darum, es in die richtigen Bahnen zu lenken.“

Klimaforscherin Kromp-Kolb:  „Ein generelles Umdenken in unserer Gesellschaft ist notwendig, denn nur so sei die Herausforderung der Erderwärmung zu bewältigen. Wenn es stimmt, dass Geld die Welt regiert, dann kann der Kapitalmarkt Enormes für eine global nachhaltige Entwicklung leisten.“

„Für die Steiermark als Innovationsland sehe ich noch großes Potenzial an Wachstum, wenn wir uns stärker als Know-how-Träger im Nachhaltigkeitsbereich etablieren“, so Geschäftsführer Friedrich Fröschl von der VTU-Holding in Graz – das Unternehmen stellt Anlagen für die Chemie, Pharmazie- und Erdölindustrie her.

RLB-Generaldirektor Schaller betonte die besondere Nähe von Raiffeisen zu nachhaltigen Prinzipien, denn „diese liegen in unseren Genen.“ Neben nachhaltigen Investments sieht Schaller vor allem in der Regionalität einen wesentlichen Beitrag: „Regionale Strukturen unterstützen kurze Wege, Überschaubarkeit und Transparenz.“ Dies sei auch an konkreten Zahlen darstellbar: Mehr als 90 Prozent der Finanzierungen von Raiffeisen bleiben in der Region und 60 Prozent aller neuen ökologischen Kredite in der Steiermark, zum Beispiel für Wärmedämmung, werden durch Raiffeisen ermöglicht.

RCM-Geschäftsführer Dieter Aigner sieht die Finanzwirtschaft in der Pflicht, für das Thema Nachhaltigkeit Verantwortung zu übernehmen, denn: „Nachhaltige Investments können Gutes bewirken und Unternehmen und Staaten zum Umdenken bewegen.“ Die Zahlen sprechen dazu eine deutliche Sprache: Der Markt wächst – verglichen mit nicht-nachhaltig gemanagten Kapitalanlagen – überproportional stark. „Nachhaltigkeit ist keine Modeerscheinung, sondern ein Megatrend.“