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(v.l.): Ludo Collin, Rector der St. Bavo Kathedrale, Gent; Jozef Dauwe, Kulturbeauftragter der Provinz Ostflandern; Luis Rivera (Künstler); Kulturlandesrat Christopher Drexler und Künstler Oskar Stocker.

Der österreichische Künstler Oskar Stocker zeigt – unter Mitarbeit des Künstlers Luis Rivera – auf einer eigens gefertigten Wandkonstruktion mit einer Fläche von 288 Quadratmetern seine „Reflexionen“ zum Genter Altar – begleitet von einer ausführlichen Text- und Bilddokumentation aus dem Bundesarchiv.

Der österreichische Künstler Oskar Stocker zeigt – unter Mitarbeit des Künstlers Luis Rivera – auf einer eigens gefertigten Wandkonstruktion mit einer Fläche von 288 Quadratmetern seine „Reflexionen“ zum Genter Altar – begleitet von einer ausführlichen Text- und Bilddokumentation aus dem Bundesarchiv.

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Für den musikalischen Rahmen der Eröffnung sorgten die Astberger Alphornbläser ...

Für den musikalischen Rahmen der Eröffnung sorgten die Astberger Alphornbläser ...

... und der Cellist Friedrich Kleinhapl

... und der Cellist Friedrich Kleinhapl

„Stille Helden retten Genter Altar“

Donnerstag, 18. Oktober 2018

LR Drexler eröffnet Ausstellung in Gent

„Stille Helden retten Genter Altar“ nennt sich die Ausstellung in der St. Bavo Kathedrale in Gent in Belgien. Sie zeigt die dramatische Rettung des Altars „Lam Gods“ („Lamm Gottes“) vor der Zerstörung durch das Nazi-Regime. Eine Gruppe von mutigen steirischen Bergleuten verhinderte diesen Vernichtungsplan des Altars und anderer unersetzlicher Kunstwerke – darunter zum Beispiel auch Michelangelos berühmte Brügger Madonna – in den letzten Kriegstagen in den Salzbergwerken von Altaussee.

Kulturlandesrat Christopher Drexler nahm diese Woche die Eröffnung in Gent vor: „Diese Ausstellung ist einerseits eine Erinnerung an die dunklen Zeiten des nationalsozialistischen Unrechtsregimes, andererseits aber vor allem eine Würdigung des mutigen Einsatzes steirischer Bergleute für den Schutz ihrer Familien, ihres Umfelds und schließlich für die Rettung bedeutender historischer Kunstschätze. Die Geschichte des Genter Altars macht wiederum eine Facette großteils verborgener Verbindungen zwischen Belgien und der Steiermark sichtbar, die es weiterhin zu pflegen gilt. Ich danke allen Mitwirkenden, allen voran dem Initiator Dr. Jürgen Lehner, für ihr Engagement rund um die Aufarbeitung und Darstellung der Geschichte des Genter Altars.“

Der Genter Altar der Gebrüder Van Eyck stammt aus dem 15. Jahrhundert und besteht aus 24 Bildern der Anbetung des „Lamm Gottes“. Er ist in der Saint Bavo Kathedrale in Gent zu sehen und zählt mit knapp einer Million Besuchern pro Jahr zu den Touristenmagneten Belgiens. Der breiten Öffentlichkeit bisher kaum bekannt sind die Umstände, dass der Altar kurz vor Kriegsende im steirischen Salzkammergut vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrt wurde. Den Plan, den „Lam Gods“ gemeinsam mit tausenden Kunstschätzen in den Altausseer Salzbergwerken in die Luft zu sprengen, vereitelten steirische Bergleute, indem sie unter Einsatz ihres Lebens die von SS-Leuten bereitgelegten Fliegerbomben während der Nacht aus dem Berg brachten. Nach Kriegsende übergaben die „Stillen Helden“ das unversehrt gebliebene Salzbergwerk mit dem Genter Altar und allen anderen Kunstschätzen in die Obhut der Monuments Men des US-Militärs. Sie veranlassten, die Rückführung des Altars an seinen angestammten Platz in der Bavo Kathedrale.

Die mutigen steirischen Bergleute stehen nun im Mittelpunkt der Ausstellung. Der österreichische Künstler Oskar Stocker zeigt – unter Mitarbeit des Künstlers Luis Rivera – auf einer eigens gefertigten Wandkonstruktion mit einer Fläche von 288 Quadratmetern seine „Reflexionen“ zum Genter Altar – begleitet von einer ausführlichen Text- und Bilddokumentation aus dem Bundesarchiv. Die Historikerin Monika Löscher hielt im Rahmen der Eröffnung einen Kurz-Vortrag über die Umstände der Bergung der Kunstschätze. Für den musikalischen Rahmen der Eröffnung sorgten der Cellist Friedrich Kleinhapl und die Astberger Alphornbläser.

Ludo Collin, Rector der St. Bavo Kathedrale, begrüßte neben Kulturlandesrat Christopher Drexler, der als Vertreter der offiziellen Steiermark die Eröffnung vornahm, den Kulturbeauftragten der Provinz Ostflandern, Jozef Dauwe, den Österreichischen Honorarkonsul in Gent, Jean-Paul Macharis, die Direktorin des Österreichischen Kulturforums in Brüssel, Marina Chrystoph, den Vorsitzenden des steirischen Kulturkuratoriums, Franz Majcen sowie Ronald Rödl, den Leiter des Steiermark-Büros in Brüssel. Die Ausstellung in Gent ist noch bis zum 2. Dezember 2018 zu sehen.

Wir danken den Unterstützern und Sponsoren: Land Steiermark, EU-Ratspräsidentschaft, ÖKF, OVB, Bundeskanzleramt Österreich – Sektion Kunst und Kultur, Bisdom Gent, St. Bavo Kathedrale, Provinz Ostflandern, Honorarkonsul Jean-Paul Macharis, APG, Saubermacher, Wenzel Logistics, Salzwelten, TV Ausseerland-Salzkammergut, Etivera, ATSW.

Fotos: Heimo Ruschitz