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Für die Ausstellung in Gent hat nun Oskar Stocker ein knapp 300 Quadratmeter großes Gemälde im Stile eines Fastentuchs gemalt. Es ist ein beeindruckendes Bilddokument unserer Zeit. Foto: Heimo Ruschitz

Schon im Vorfeld der Ausstellung findet diese in den belgischen Medien Aufmerksamkeit. „Warum hängt Hitler in der St. Bavo Kathedrale?“ – lauten die Überschriften. Denn ist das erste Mal, dass es eine ausführliche Dokumentation über die Rettung des Genter Altars (Lam Gods) – noch dazu in der bekanntesten Kathedrale Belgiens und darüber hinaus – gibt. Es ist ein zeitlicher Zufall: Erst kürzlich gab es am Nationaltheater Gent – direkt gegenüber der Kathedrale gelegen – die Premiere einer modernen Interpretation des Genter Altars mit seinen Motiven, bezogen auf die Themen unserer Zeit. Dieses Stück sorgt für viele kontroverse Diskussionen. So gesehen ist die Ausstellung über die steirischen Bergleute aus Altaussee, die den Genter Altar vor seiner Zerstörung retteten, eine historische Ergänzung zu den Fakten. Denn die Rettung erfolgte ja im April 1945, also vor mehr als 70 Jahren. Sie gewinnt damit auch an Aktualität.

Schon im Vorfeld der Ausstellung findet diese in den belgischen Medien Aufmerksamkeit. „Warum hängt Hitler in der St. Bavo Kathedrale?“ – lauten die Überschriften. Denn ist das erste Mal, dass es eine ausführliche Dokumentation über die Rettung des Genter Altars (Lam Gods) – noch dazu in der bekanntesten Kathedrale Belgiens und darüber hinaus – gibt. Es ist ein zeitlicher Zufall: Erst kürzlich gab es am Nationaltheater Gent – direkt gegenüber der Kathedrale gelegen – die Premiere einer modernen Interpretation des Genter Altars mit seinen Motiven, bezogen auf die Themen unserer Zeit. Dieses Stück sorgt für viele kontroverse Diskussionen. So gesehen ist die Ausstellung über die steirischen Bergleute aus Altaussee, die den Genter Altar vor seiner Zerstörung retteten, eine historische Ergänzung zu den Fakten. Denn die Rettung erfolgte ja im April 1945, also vor mehr als 70 Jahren. Sie gewinnt damit auch an Aktualität.

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Auftritte in Belgien: Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (re.) ist Gastgeber in Brüssel und Landesrat Christopher Drexler eröffnet in Gent in der St. Bavo Kathedrale die Ausstellung "Stille Helden retten Genter Altar". Foto: Heimo Ruschitz

Auftritte in Belgien: Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (re.) ist Gastgeber in Brüssel und Landesrat Christopher Drexler eröffnet in Gent in der St. Bavo Kathedrale die Ausstellung "Stille Helden retten Genter Altar". Foto: Heimo Ruschitz

Foto: Heimo Ruschitz

Foto: Heimo Ruschitz

„Wir sind Steiermark“

Freitag, 12. Oktober 2018

... heißt es am 16. und 17. Oktober in Gent und Brüssel

Die deutsche „Bild“-Zeitung wird uns nachsehen („Wir sind Papst“), wenn auch wir dieses markige Wort-Ungetüm in Abwandlung verwenden. Die Steiermark wird im Vorfeld des Nationalfeiertages am 17. Oktober 2018, also nächsten Mittwoch, in der Zwei-Millionen-Stadt Brüssel mit einem großen „Steiermark-Empfang“ – gegeben von Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer – auf sich aufmerksam machen. Erwartet werden dort bis zu 1.000 Gäste. Hilfreich für die öffentliche Aufmerksamkeit ist sicherlich auch die derzeitige EU-Ratspräsidentschaft Österreichs gegeben. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer wird dabei von einer starken vielköpfigen Delegation aus der Steiermark unterstützt. Den Abschluss des Abends bestreiten Opus mit einem Live-Auftritt. Ihr Klassiker „Live is Life“ ist in Brüssel in der U-Bahn gelaufen und über ein Publikum-Voting erhielt der Song die meiste Zustimmung in Verbindung mit Österreich.

Einen Tag vorher, am 16. Oktober präsentiert sich die Steiermark in der St. Bavo Kathedrale in Gent mit einer sensationellen Ausstellung als Kulturland. Die Kathedrale in Gent ist mit knapp einer Million Besuchern jährlich ein Touristenmagnet für Belgien. Der Grund dafür ist der berühmte Genter Flügelaltar der Gebrüder van Eyck aus dem 15. Jahrhundert. In Belgien heißt er „Lam Gods“, was so viel wie die Anbetung des Lamm Gottes bedeutet. Heuer gibt es das Brueghel-Jahr, 2019 dann Rembrandt und 2020 werden die Brüder van Eyck im Mittelpunkt der internationalen Kunstwelt stehen. Auslöser für die Ausstellung in Belgien ist eine historische Tatsache, die bis heute in der internationalen Kunstwelt kaum bekannt ist:

Es waren steirische Bergleute der Saline von Altaussee, die in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs im April 1945 den Genter Altar vor der Zerstörung retteten. Adolf Hitler hatte den Genter Altar beschlagnahmen und sicherstellen lassen und diesen in der letzten Kriegsphase aus Angst vor Luftangriffen der Alliierten vom Schloss Neuschwanstein nach Altaussee bringen lassen. Dort sollte er völlig sicher vor möglichen Luftangriffen sein. Der fanatische SS-Gauleiter von Oberdonau, August Eigruber, wollte gegen Kriegsende – als die Niederlage auch für ihn klar wurde – die Salzmine mit tausenden Kunstwerken durch acht je 500 kg schwere Bomben in die Luft sprengen lassen. Bergleute, Restauratoren und Museumsexperten, die in der Salzmine arbeiteten, waren damit nicht einverstanden. In einer waghalsigen Aktion brachten sie die Bomben bei Nacht aus dem Berg.

Weil es nach dem Krieg sich widersprechende Versionen über die Rettung gab, wurden diese „Stillen Helden“ nie für ihre Tat gewürdigt. Erst im Jahr 2016 gab es auf Initiative von Klipp eine Gedenkveranstaltung – vom Land Steiermark unterstützt – in Altaussee. Der Österreichischen Post war diese sogar eine Sonderbriefmarke wert. Im Beisein hoher Kirchenvertreter, belgischer und amerikanischer Diplomaten ging die Würdigung im Jufa-Hotel Altaussee und in den Salzwelten über die Bühne.

Bei dieser Gelegenheit sprach Ludo Collin, der Rector der Kathedrale in Gent, die Absicht aus, das Klipp-Projekt über die Würdigung der Stillen Helden des Salzkammerguts auch in der Kathedrale in Gent zu zeigen.

Für die künstlerische Gestaltung in Altaussee schuf der Künstler Oskar Stocker – bekannt für seine eindrucksvollen Porträts – auch eine Serie über die Guten und Bösen in diesem dramatischen Geschehen um die Rettung des Genter Altars. Für die Ausstellung in Gent hat nun Oskar Stocker ein knapp 300 Quadratmeter großes Gemälde im Stile eines Fastentuchs gemalt. Es ist ein beeindruckendes Bilddokument unserer Zeit.

Schon im Vorfeld der Ausstellung findet diese in den belgischen Medien Aufmerksamkeit. „Warum hängt Hitler in der St. Bavo Kathedrale?“ – lauten die Überschriften. Denn ist das erste Mal, dass es eine ausführliche Dokumentation über die Rettung des Genter Altars (Lam Gods) – noch dazu in der bekanntesten Kathedrale Belgiens und darüber hinaus – gibt. Es ist ein zeitlicher Zufall: Erst kürzlich gab es am Nationaltheater Gent – direkt gegenüber der Kathedrale gelegen – die Premiere einer modernen Interpretation des Genter Altars mit seinen Motiven, bezogen auf die Themen unserer Zeit. Dieses Stück sorgt für viele kontroverse Diskussionen. So gesehen ist die Ausstellung über die steirischen Bergleute aus Altaussee, die den Genter Altar vor seiner Zerstörung retteten, eine historische Ergänzung zu den Fakten. Denn die Rettung erfolgte ja im April 1945, also vor mehr als 70 Jahren. Sie gewinnt damit auch an Aktualität.

Möglich wurde die Ausstellung nur durch die Unterstützung vieler Sponsoren – Land Steiermark, Österreichisches Kulturforum in Brüssel, Bisdom Gent, St. Bavo Kathedrale, Provinz Ostflandern, Wenzel Logistics, Saubermacher, APG, OVB, Tourismusverband Ausseerland, Salzwelten, ATSW. Die Eröffnung wird Kulturlandesrat Christopher Drexler vornehmen. Die Ausstellung läuft bis 2. Dezember 2018 in der Kathedrale in Gent.