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Manfred Anfang (SMC Pneumatik GmbH) mit Jürgen Steinecker (Sparte Industrie WKO Steiermark) und Gernot Pagger (IV-Steiermark)

Teamübergreifendes Arbeiten der bei Industrie 4.0 Challenge. Fotos: Die Industrie / Foto Fischer

Teamübergreifendes Arbeiten der bei Industrie 4.0 Challenge. Fotos: Die Industrie / Foto Fischer

Sieger des Holz Her Teams mit der Jury

Sieger des Holz Her Teams mit der Jury

Erste steirische Industrie 4.0 Challenge

Freitag, 16. November 2018

Lehrlingsteams meistern die Digitalisierung

Die steirische Industrie startete ihre Lehrlingsoffensive 2018/2019 mit der Industrie 4.0 Challenge. 28 Lehrlinge aus acht Industriebetrieben zeigten in Graz wie gut sie mit der Praxis der Digitalisierung umgehen können. Der Hintergrund: Die Suche nach technisch interessierten und qualifizierten Jugendlichen wird Jahr für Jahr herausfordernder. Und der Bedarf an versierten Fachkräften steigt weiter.

Moderne Ausbildungskonzepte vermitteln digitale Methoden, Prozesse und Technologien – sie machen Berufseinsteiger zukunftsfit. Das im Rahmen der bisherigen Ausbildung erlangte Wissen stellten Industrielehrlinge bei der ersten Industrie 4.0 Challenge unter Beweis. Angehende Mechatroniker, Elektrotechniker, Metalltechniker und Konstrukteure lösten dabei in Teams zwei Tage lang gemeinsam Aufgaben. Letztlich wurden die einzelnen Lösungen aller Teams zu einer digitalen Fabrik zusammengefügt. Eine Fachjury begleitete die Challenge.

Ausgerichtet hat diese erste steirische Industrie 4.0 Challenge  Die Industrie“ – eine Kooperation der Sparte Industrie in der WKO Steiermark und der IV-Steiermark. Die Geschäftsführer Jürgen Steinecker (Sparte Industrie) und Gernot Pagger (IV-Steiermark) zur Intention: „Digitalisierung darf nicht als losgelöstes Phänomen verstanden werden, sie nimmt Einfluss auf Bestehendes, verändert Abläufe und erfordert oftmals eine neue Herangehensweise. Bei der Industrie 4.0 Challenge standen genau diese Aspekte im Mittelpunkt. Teamwork und Interdisziplinarität spielen eine ebenso große Rolle wie das Wissen um die Anwendung neuer Technologien. Darüber hinaus holte der Wettbewerb junge Talente vor den Vorhang, die tagtäglich einen hervorragenden Job machen.“

SMC, weltweit führender Experte in der industriellen Automatisierung, war professioneller Begleiter des Wettbewerbs. „Wie die heimische Industrie den Herausforderungen der Digitalisierung begegnet, ist erfolgsentscheidend für den Standort Österreich. SMC investiert in die Zukunft, in den Technikerinnen- und Technikernachwuchs. Daher war es uns eine große Freude, mit unserem Know-how und Equipment einen Beitrag zur Challenge zu leisten“, betont Manfred Anfang, Product Manager Technical Systems bei SMC und Fachjuror der Industrie 4.0 Challenge. Die 28 Teilnehmer der ersten steirischen Industrie 4.0 Challenge sind Lehrlinge bei Andritz AG, Andritz Hydro GmbH, Holz-Her Maschinenbau GmbH, Norske Skog Bruck GmbH, PIA Automation Austria GmbH, Siemens AG, SSI Schäfer Automation GmbH und voestalpine Böhler Edelstahl & Co KG.

Der Wettbewerb orientierte sich an realen Anforderungen, die Betriebe an berufliche Einsteiger richten. Neben fachlichen Qualifikationen spielen soft skills wie Teamwork, Zuverlässigkeit oder Kooperationsbereitschaft eine große Rolle.

Acht von zehn steirischen Industriebetrieben können ihren Bedarf in den Bereichen Technik, Produktion, Forschung und Entwicklung zunehmend weniger decken. „Im produzierenden Bereich bleibt aktuell jede sechste Stelle für Hochqualifizierte in den MINT-Bereichen – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik – unbesetzt. Der Fachkräftemangel bremst das Wachstum und den internationalen Erfolg“, warnt IV-Steiermark-Geschäftsführer Gernot Pagger. Die Digitalisierung, so Pagger erhöhe den Personalbedarf weiter: „Gerade im Bereich der Informatik kämpft jedes zweite Unternehmen mit Personalproblemen.“ Die beiden im September gestarteten Ausbildungswege Applikationsentwicklung/Coding und Informationstechnologie sind ein wichtiger erster Schritt.

Die Nachfrage nach Fachkräften im MINT-Umfeld wird auch in den nächsten Jahren ungebrochen bleiben – bis 2020 wird der größte Personalbedarf genau in diesen Disziplinen erwartet.